...seit Sallys Tod
von
Emmmma
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Da war er wieder.
Vor ihrem Fenster.
Wie jeden Abend seit Sallys Tod.
Seine Augen fixierten sie und sie bemerkte, dass sein langes Haar vom Regen durchnässt war. Seine Blicke durchstreiften suchend ihr Wohnzimmer.
Sie hatte es sich auf der Couch bequem gemacht, doch unter seinen Blicken konnte sie sich nicht entspannen.
Sie litt, wenn sie ihn sah und fühlte sich allein und hilflos. Ihre Finger umschlossen die Tasse in ihren Händen so fest, dass ihre Gelenke weiß hervor traten. Der Tee darin dampfte und immer wenn sie einen Schluck trank durchströmte sie eine wohlige Wärme, während er draußen im Regen vor ihrem Fenster verharrte und sie anstarrte.
Die Art, wie er vor ihrem Fenster lauerte, ließ sie trotz der Wärme frösteln.
Sie hoffte, dass er sie diesmal in Ruhe lassen würde. Hoffte, dass er nicht wieder zu schreien begann. Immer wenn er schrie, durchfuhr es sie wie ein Blitz und sie begann zu zittern.
Wann würde das endlich aufhören? Wann würde er aufhören Abend für Abend ihr Fenster aufzusuchen? Wann würden seine Schreie endlich verstummen?
Alles Fragen, die sie Abend für Abend begleiteten, seit Sallys Tod.
Gab er ihr die Schuld an ihrem Tod?
Erschien er deshalb Abend für Abend vor ihrem Fenster und schrie?
Eines Tages klingelte ihr alter Nachbar. Er hatte Patty dabei. Sie war wunderschön. Ihr langes, kastanienbraunes Haar harmonierte auf wunderbare Weise mit ihren grünen Augen.
Gemeinsam verbrachten sie einen schönen Nachmittag und Patty fühlte sich auf Anhieb wohl bei ihr. So entschied der alte Nachbar, dass Patty doch eine Weile bei ihr wohnen solle und verließ das Haus.
An diesem Abend hatte sie es sich wieder auf der Couch bequem gemacht. Patty war ausgegangen und würde wohl vor dem Morgengrauen nicht zurück sein.
Sie jedoch trank einen heißen Tee und wartete auf ihn. Sie wartete, dass er am Fenster erscheinen würde, wie jeden Abend, seit Sallys Tod.
Doch er kam nicht.
Langsam ging sie, die Teetasse fest umklammert, zum Fenster und schaute nach draußen.
Wo war er nur?
Ihre Blicke streifte suchend durch die Gegend, als sie ihn entdeckte...
Er an der Strasse entlang... gemeinsam mit Patty...
Lächelnd begab sie sich ins Bett.
Es sollte die erste Nacht sein, die sie durchschlafen konnte, die erste Nacht, in der er nicht schrie, seit Sallys Tod.
Mit Patty war, dank ihres klugen, alten Nachbars, eine neue Katzendame in ihrer beider Leben getreten.
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Kommentare
sweetharmony83 schrieb am 2007-04-23 20:51:01:
Richtig gut! :-) Weiter so!
ich schrieb am 2006-07-07 14:20:52:
mir gefällt sie sehr gut
eee schrieb am 2006-07-07 14:20:17:
ich finde die geschichte sehr schön
Paul schrieb am 2006-06-16 23:04:02:
Sorry.Gefällt mir aber nicht so gut.Solltest dich lieber woanders versuchen.
Emmmma schrieb am 2006-06-09 17:45:37:
Vielen lieben Dank für eure Komplimente :) *knicksmach*
mariella-zu@gmx.net schrieb am 2006-06-08 19:14:42:
Hey Emmmma
gute Idee, diese Story. Hab mich zuerst gefragt, um was es eigentlich geht. Wäre nie darauf gekommen, dass es
um Katzen handelt. Gut geschrieben, einfallsreiche Wortwahl! Weiter so.
LG
Kalliope schrieb am 2006-06-08 18:35:55:
Wunder, wunder, wunderschön! Und so originell !! So eine Idee muss man erstmal haben, alle Achtung! Außerdem - fällt mir gerade auf - ist das eine der wenigen vollkommenen Geschichten, denen nicht ein Wort fehlt.
In Ehrfurcht *g* -
Kalli
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