"...solange wir beide leben" teil 6
von
Jaggy1412
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Die Waffen einer Frau
Das Cullen Haus war hell erleuchtet. Leise nahm ich Musik wahr, die lauter wurde, je näher wir kamen. Ich achtete nicht auf Alice, die immer weiter zurück fiel. Ich hatte es eilig. Mußte meine Schlacht gewinnen, bei der es nur einen Verlierer gab. Und der würde ich mit Sicherheit nicht sein.
Nur noch wenige Schritte und ich erreichte die Veranda. Das Musikstück ging in mein Schlaflied über. Edward spielte. Er hatte mich also bemerkt. Wow. Fast eine Woche in der ich praktisch Luft für ihn war, war vergangen und jetzt nahm er mich wahr?
Ich verscheuchte den Gedanken gleich wieder aus meinem Kopf. Schließlich war ich hier um Frieden zu schließen. Jedenfalls mit ihm.
Alice hatte bereits aufgeholt und ließ es sich nicht nehmen mir die Tür zu öffnen um noch eine bessere Show zu liefern.
Langsam schritt ich an Alice vorbei und betrat das Wohnzimmer, oder eher die Empfangshalle. Edward schaute geschockt auf und unterbrach sein Spiel. Auch die Aufmerksamkeit der Anderen war mir gewiss.
Ich fühlte mich unwohl in meiner Haut. In diesem Kleid. In diesen Schuhen. In diesem Moment. Am liebsten hätte ich kehrt gemacht und schnurstracks nach Hause gelaufen. Aber ich besann mich auf den Grund meines Hier seins und meiner Aufmachung. Nickte den Anderen freundlich zu und schenkte meinem Edward das schönste Lächeln das ich in dieser Situation zu Stande brachte.
Er gaffte, ja so könnte man es nennen, er gaffte mich immer noch an ohne sich auch nur einen Millimeter bewegt zu haben. Langsam erwachte er aus seiner Starre und stand auf.
Ich machte es ihm leichter und ging ihm entgegen. Vielleicht auch als Geste der Versöhnung.
Meine restliche Familie hatte sich bereits wieder ihren Gesprächen und ihrem täglichen Zeitvertreib gewidmet. Aus dem Augenwinkel registrierte ich, das rotblonde Etwas, das uns unentwegt beobachtete. Nur oberflächlich antwortete sie auf Fragen von Esme und Carlisle. Viel zu beschäftigt damit, mich mit ihren Blicken zu töten. Sie war wütend. Verständlich.
Edward nahm meine Hände in seine und beäugte mich bewundernd.
“Bella. Ich weiß gar nicht was ich sagen soll…” nun umfasste er nur noch eine meiner Hände und begann, mich einmal rundherum zu drehen. Es war ersichtlich, das ihm gefiel was er sah. Natürlich. Männer.
“Du siehst so wunderschön aus. Das tust du immer. Aber DAS! WOW!” seine Augenbrauen streckte er gen Himmel.
“Bedank dich bei deiner Schwester. Ohne die ich sicherlich nicht den Mut gefunden hätte hier her zu kommen.” ich deutete auf Alice. Er blickte kurz zu ihr und formte leise das Wort “Danke” mit den Lippen. Nun lag ich in seinen Armen und war einfach nur froh über diesen Moment. Auch froh, das er mich nicht gleich mit Erklärungen bombardierte.
“Ey Bella. Was hast du denn heut noch vor? Soviel ich weiß, hat Heidi Klumm ihre Top Models schon zusammen?!” über Edward Schulter hinweg strafte ich Emmett mit einem bösen Blick. Schickte aber gleich ein Lächeln hinterher, da dies wohl als Kompliment gemeint war. Auf Emmetts sehr eigenwillige spezielle Art und Weise.
Ich mochte Emmett. Von Anfang an schon. In ihm sah ich den großen Bruder , den ich nie hatte. Genauso wie ich in Alice eine Schwester gefunden hatte. Rosalie? Die war irgendwo zwischen ungeliebte Verwandtschaft und notwendiges Übel. Obwohl sie auch anders sein konnte. Aber sie war viel zu gern so wie sie war und ich hütete mich auch, dies ändern zu wollen. Rosalie war eben Rosalie.
Edward störte sich nicht an Emmetts Kommentar und drückte mich nur fester an sich.
“Ich bin so froh, dich endlich wieder zu haben.” flüsterte er mir ins Ohr. Ich bekam Gänsehaut. Denn wenn Edward flüsterte, klang seine Stimme noch viel berauschender.
“Du hast mir gefehlt. Und es tut mir so leid, dass ich nicht mehr Rücksicht auf dich genommen habe” er versuchte sich zu entschuldigen.
Einen Moment ließ ich meinen Blick durch den Raum schweifen und registrierte das alle uns ansahen. Ohne Ausnahme
Ich denke, wir sollten das woanders bereden. Zu viele Zuschauer.”
Er hob den Kopf und verstand.
“Komm” schnell nahm er meine Hand und zog mich hinaus. Ich konnte mit diesen tödlichen Dingern an den Füßen nicht wirklich Schritt halten. Wir hasteten durch den garten, vorbei an Nessie´s Spielplatz und auf meine Schaukel zu.
Ich erschrak, als er abrupt stoppte und wäre vermutlich unsanft mit ihm zusammen geprallt, hätte er meinen Schwung nicht mit seinen Armen abgefangen. Wieder lag mein Kopf an seine Brust gedrückt und wieder war ich dankbar für jede Sekunde mit ihm allein.
Edward durchbrach die Stille, indem er sich räusperte. Vermutlich um unser Gespräch von drinnen fortzusetzen. Noch bevor eine Silbe seinen Mund verlassen konnte, lagen meine Lippen schon auf seinen.
Ich wollte keine Entschuldigungen hören, geschweige denn Erklärungen. Er wusste, dass er mich verletzt hatte, genauso wie ich ihn. Ich wollte unsere kostbare Zweisamkeit nicht damit vergeuden wieder zu streiten.
Musik erklang. Jemand spielte “Kiss the Rain”. Eines meiner Lieblingsstücke von Yiruma.
“Danke Rosalie” murmelte er an meinen Lippen. Eine böse Vorahnung beschlich mich. Ohhhhhhh.
Meine Hand lag nun in seiner. Die andere umfasste meine Taille. Langsam bewegte er mich zum Takt der Musik über den kurz geschorenen Rasen. Vielen Dank Emmett. Meine Tanzversuche sähen sicher nicht so elegant aus, würden sich meine Monsterabsätze in meterhohem Unkraut verheddern.
Hilflos sah ich in Edwards Gesicht.
“Keine Widerrede” grinsend zog er mich weiter durch die Dunkelheit. Immer wieder ertappte ich mich dabei, einen Blick auf meine Oberweite zu werfen. Zu groß war die Angst, das nix an Ort und Stelle blieb. Ich staunte, wie leicht ich doch den Rhythmus beibehielt.
Weder trat ich ihm auf die Füße, noch kam ich aus dem Takt. Meine Beine bewegten sich von ganz alleine. Ohne das ich groß darüber nachdachte. Ich konnte Tanzen. Wohl noch so ein unentdecktes Talent meines neuen Daseins.
Die Musik wurde leiser und brach dann völlig ab. Noch immer wippten wir hin und her. So, als liefe eine Melodie, die nur wir hören konnten.
“Edward, ich … ähm … es tut mir so leid. Ich hab mich total blöd verhalten und ich schäme mich dafür. Es sah nur so…”
“ eindeutig aus?” vervollständigte er meinen Satz.
“Ich hätte es nicht so weit kommen lassen dürfen. Tanya hat die Situation viel zu sehr ausgenutzt. Hätte Carlisle nicht so viel gearbeitet, hätte ich nie so viel Zeit mit ihr verbracht. Obwohl das auch keine Ausrede ist.” er strich mir zärtlich den Oberarm hinauf, krabbelte über mein Schlüsselbein und glitt dann am Dekolletee hinab bis zum Bauchnabel.
“Hmmm” brummte er in mein Ohr. “Das hat mir gefehlt. Glaubst du wirklich, ich wolle diesen Anblick gegen den einer Frau eintauschen, die ich nur 3 mal im Jahr sehe? Ausserdem schaffst nur du es mich so aus der Fassung zu bringen.” er riskierte einen Blick auf meine Brüste. Noch immer waren sie da, wo sie sein sollten. Puh.
“So schlimm?” ich verzog das Gesicht.
“So schlimm, das mir nicht mal
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