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Kategorien > Liebe > Liebe

1. Entwurf (Bitte um Mithilfe!!!)

von Mathias

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"Liebe Storyparadies-Teilnehmer wende mich mit meinem ersten Entwurf ausnahmsweise einmal an eine größere Gemeinde. Würde gern wissen, wie Ihr den Anfang meiner Geschichte bisher findet, was man noch ändern könnte und wie es weiter gehen soll. Gedacht hatte ich an eine Art Dreiecksgeschichte. Vielleicht hat ja der Ein/e oder Andere Interesse sich am Fortgang der Geschichte zu beteiligen. Auf hoffentlich viele Vorschläge."

Mathias

Einleitung

In den Augen der anwesenden Trauergäste erkenne ich Entsetzen und Unverständnis.
Die Tränen fließen in strömen und Johnny Cash schmettert aus den zahlreichen BOSE-Boxen an der Wand der kleinen Kapelle „God’s Gonna Cut You Down“.
Die alles bestimmende Farbe im Raum ist schwarz.
Sie hasste schwarz. Mit schwarz verband Sie immer den Tod und die Trauer um geliebte Menschen.
Niemals dachte ich daran, einmal vor Ihr zu stehen und zu beobachten, wie sich ein Holzsarg über Ihr schließt und für immer im Dunkeln begräbt.
Der Trauerredner sprach gerade noch davon, dass sich mit jeder neuen Tür eine alte schließt. Schmerzlich muss ich feststellen, dass die neue Tür wohl in diesem, meinem, unserem Falle die Tür zum Badezimmer ihrer Eltern sein musste und die alte Tür gerade über Ihr und vor uns allen ins Schloss gefallen ist.
Die Stimmung beim Leichenschmaus war immer noch dem Anlass entsprechend gedrückt, doch hin und wieder sah man Anwesende lächeln und Anekdoten von früher austauschen. Alte Kindergeschichten, dumme Teenagerstreiche, kleine Jugendsünden.
Beerdigungen machen immer so nachdenklich, denke ich und wenn ich nachdenke brauche ich Alkohol. In diesem Falle sogar viel Alkohol.
Der Kellner bringt den bestellten Cognac sofort und ich ziehe noch mehr düstere Blicke auf mich.
Ihre Schwester hatte gemeint, es sei besser wenn ich nicht zu der Beerdigung ginge.
Doch Sie hätte es mir übel genommen. Sie würde es mir nie verzeihen, wenn ich bei Ihrer letzten Ehre nicht anwesend wäre, denke ich und stürze den Cognac in einem Zug hinunter. Schnell fällt mir wieder ein, warum ich Cognac nicht mag und begebe mich auf dem schnellsten Weg zur Herrentoilette.
Alles geht ziemlich schnell. Ich brauch nicht einmal den Finger in den Hals zu stecken.
Es läuft einfach so. Zuerst der Cognac, dann die Hähnchenschenkel und zum Schluss das ganze schlechte Gewissen.
Vom Cognac an die Oberfläche, direkt in die Toilettenschüssel gespült liegt es nun vor mir.
Unter Tränen breche ich in der Toilettenkabine zusammen und kann mich nicht beruhigen.
Ich bin schuld, hämmert es in meinem Kopf. Ich habe Sie getötet. Ohne mich wäre Sie noch am Leben.
Wie lange ich so am Boden saß weiß ich nicht mehr genau. Die ständigen Klopfgeräusche in der Kabine nebenan reißen mich jedoch aus meinen Gedanken direkt zurück in die kalte, triste Realität auf den Fußboden vor eine vollgekotzte Toilettenschüssel von Villeroy&Boch.
Das Geräusch indes wird intensiver und lauter. Auf dem Fußboden unter der Trennwand erkenne ich plötzlich eine kleine Lache Blut, die sich tapfer ihren Weg Richtung Abfluss bahnt.
„Hallo!“ Rufe ich, doch eine Reaktion bleibt aus.
Immer noch ist das dumpfe Geräusch, welches auf den Fließenspiegel hämmert zu vernehmen.
„Hören sie auf!“ Rufe ich lauter und erreiche zumindest, dass mein Gegenüber seine Selbstverstümmelung für einen Moment aussetzt.
Ein lauter Rums lässt mir das Blut in den Adern gefrieren. Langsam blicke ich unter der Trennwand hindurch in die Nachbarkabine.
Erleichtert stelle ich fest, dass mein Nachbar lediglich zusammengebrochen in der Ecke der Kabine sitzt und heult wie ein Schlosshund. Dabei murmelt er immer und immer wieder „Ich bin schuld, Ich bin schuld!“ vor sich hin.
„Kann ich Ihnen irgendwie helfen?“ Frage ich und warte vergebens auf eine Antwort.
„Ich habe Sie umgebracht“ Schreit er auf einmal laut und verfällt zurück in Gewimmer.
Ein langes Schweigen setzt ein und wird nur kurz durch einen Toilettengast unterbrochen, der sich im Anschluss an sein Geschäft nicht einmal die Hände wäscht.
Nach einer weiteren Schweigepause rappele ich mich langsam auf, betätige die Toilettenspülung und versuche mit der Bürste wenigstens grob meine Spuren zu beseitigen. Dabei muss ich mich konzentrieren, um nicht noch einmal alles einzusauen.
„Wie lange kannten Sie Sie?“ Fällt mein Kabinennachbar, gerade als ich die Tür öffnen wollte, in die Stille der Herrentoilette.
„Fünf Jahre, und Sie?“
„Ihr ganzes Leben.“
Schlagartig erstarre ich in der Kabine. Meine Knien beginnen zu zittern und ich muss mich setzen. Sicherheitshalber werfe ich noch einmal einen Blick unter der Trennwand hindurch.
Kein Zweifel.
Er war es.
Ich sitze auf Ihrer Beerdigung auf dem Boden der Herrentoilette und unterhalte mich mit Ihrem Vater.

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Kommentare

Fatima schrieb am 2008-04-02 12:11:03:
Echt geil geschrieben, wie lange hat das gedauert????? Ich find es tolllll was ihr alles geschrieben habt!!!
Großes Lob.
Coils schrieb am 2006-12-11 14:32:05:
Sehr cooler Start, tolle Idee - tja, wie geht es weiter? Ich würde so lange wie möglich herauszögern, warum sich beide die Schuld geben! Vielleicht "hintenrum" eine Verbindung / Parallele zu den Erzählungen beider aufbauen, sie abwechselnd erzählen lassen! Ich weiß nich... Der Cliffhanger ist Dir schonmal gelungen, ich warte auf Fortsetzung!!!
Franci schrieb am 2006-12-10 13:05:27:
bis jetzt find ich deine geschichte auch ganz gut, aber da ich mir keinen reim darauf machen kann worauf du hinaus willst hab ich kp wie es weiter gehen könnte...
Tira schrieb am 2006-12-08 17:23:14:
Stimmt, die Geschichte ist gut. Vielleicht nicht gerade das, was man unter einer Liebesgeschichte versteht... Bis jetzt geht es mehr in die Richtung Drama... Aber es ist gut geschrieben (auch wenn ich mich erstmal an die Gegenwart gewöhnen musste, vor allem, da es manchmal im Präteritum ist... verwirrend) und ich freu mich, mehr zu lesen...
Wies weiter gehen soll: Vielleicht könntest du die Gefühle der Hauptperson und des Vaters näher erläutern... wieso die schuld an dem Tod von "ihr" sind, wie die beziehung zwischen den beiden war... so was halt.... aber das ist deine entscheidung.
Viel spaß noch, Tira
nevita schrieb am 2006-12-07 20:56:39:
boah... spaaaaaaaaaaaannend! echt super geschrieben! deine idee mit der "dreiecksgeschichte" finde ich spitze.. ich hatte auch schon einmal den versuch unternommen mit meiner chatfreundin eine zu verfassen.. jeder immer ein paar sätze oder seiten und dann wieder zurückschicken - aber das hat üüüüüberhaupt nicht funktioniert.. ich habe ihr den anfang gesendet - doch es kam nix zurück.. ich würde mich liebend gerne anschließen, aber JETZT scheitert die aktion bei mir an zwei stellen: 1. nich mein themengebiet.. damit kenn ich mich so ganich aus! 2. zeitmangel.. bin zur zeit total im stress - würde ja selbst auch gerne wieder schreiben, hab allerdings momentan leider überhauptkeine zeit
trotzdem alles liebe und viel erfolg... hoffe auf fortsetzung!
lg nevita
(freue mich über gegenbesuch!)
nordgirl schrieb am 2006-12-07 16:40:06:
Find auch das ist ein guter Anfang , schreib mal weiter , dir fällt bestimmt was gutes ein, mich würds
schon interesieren. Warum glauben beide , dass sie sie umgebracht haben und in welchem Verhältniss
steht er zu ihr... ? Wie ne Liebesgeschichte hört sich das noch nicht ganz an , aber kann ja noch kommen und das
mit der Dreiecksgeschichte hört sich doch gut an... also ... falls mir was einfällt was noch passieren könnte, kann
ich mich ja noch mal melden.
viel erfolg noch
cinnamon schrieb am 2006-12-07 07:04:08:
Guter Anfang, ich hätte weitergelesen wäre eine fortsetzung vorhanden!
Ich muss leider sagen, dass mit der alten Tür zum Badezimmer ihrer Eltern
hab ich nicht verstanden.
Und ich würde noch hinzufügen, wie sich ihr Vater verletzt. Scheidet er sich?
Ansonsten kann ich nichts sagen, weil ja die Auflösung noch kommen wird.
Z.B. Warum ist es so besondes ihren Vater zutreffen, wie und warum ist sie gestroben,
vielleicht ein paar namen, waren die beiden ein paar,...etc.
ich wünsch dir viel spaß beim weiterschreiben!!
lg cin
Astoria schrieb am 2006-12-06 19:02:35:
Hmm, find ich gut. Hab da jetzt garnichts dran auszusetzten.
Hast du das erfunden oder aus deinem Leben irgendwie zusammen gestöpselt??
nja aufjedenfall gute Geschichte. Keine Ahnung wie du weiter schrieben solltest. Aber ich werds lesen vl hilft es mir ja, selbst nicht recht weiter weis.
lg Astoria

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