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Kategorien > Melancholie > Nachdenkliches

29.12.10 – Locken über Narben

von Schattenwort

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Es war ein Versuch von vielleicht zu vielen,
ich versuchte etwas zu retten,
was nicht mehr zu retten war,
weil es nie mehr war, was man retten konnte,
als ihre Freundschaft.
Ich wollte doch nur glücklich werden,
geachtet, begehrt, geliebt, benommen.

Ich flüchte in den Versuch,
doch ein Versuch lässt sich nicht retten,
so war ich nicht nur versucht zu scheitern,
ich war verurteilt,
mich mit dem zufrieden zu geben,
was da war und nur sein soll,
eine ungleiche Freundschaft.

In der eine einen respektiert
und einer eine liebt.
Doch ist es Liebe,
mit jemanden dem alltäglichen Unbehagen zu entfliehen?
Ist es nicht vielmehr ein Versuch,
dem nachzukommen,
was alle Selbstzerstreuung nennen?

Dieser verdammte Hedonismus!
Sich dem hingeben, was man hat,
was man kriegt, unumkämpft,
da alle es kriegen, unrein.
Doch kämpft man um etwas reines,
ist man zum Scheitern verurteilt,
da es sich nicht lohnt.

Sie schmiss mich raus.
Nicht am Morgen danach, Nein!
Nein, an dem Abend davor.
Setzt mich erkrankt und nun auch gekränkt
wieder zurück in diesen Winter,
der in und um mir tobt,
nachdem der Sommer alles verschlungen hat.

Setze mich aus, vor die Tür,
die mich von Liebe, vom Leben, trennt.
Und zerstöre ganz schnell alles,
was du mit deinen großen Rehaugen geschaffen hast,
die Träume müssen ausgewaschen werden,
in denen sich zuvor deine Locken
auf meine Narben legten.

Hinterlasse nur eine Nachricht,
„Bis hier und nicht weiter!“
Und sei nicht verwirrt wegen der Rosen!
Jeder würde sie dir schenken,
wenn er zu spät kam, absagte,
oder nur wie ich empfinde.
Es heißt nicht mehr und auch nicht weniger.

Du hast sie hinterlassen,
die Nachricht – „Bis hier und nicht weiter!“
Ich kann nicht mehr retten als unsere Freundschaft.
Und deine Locken geben den Blick frei,
für deine großen Augen auf meine vernarbte Haut,
die auch diese Geschichte gerne erzählen würde,
doch niemals und nie tun wird!

Ich gebe mich jetzt vollständig dem hin,
was ich verschrie – Hedonismus!
verachtet, begehrt, verloren, benommen.
Unvollständig, wie mein Leben ist...

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