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Kategorien > Endzeit > Nachdenkliches

2 Wochen später

von King - Karados

Lautlos betrat er das Zimmer. Es lag klein, leer und trostlos vor ihm. Schwermütig blicke er auf den kleinen Tisch, der die Mitte des etwa 15 m³ großen Raumes zierte. Die altertümlich wirkende Funkanlage stand wie immer auf ihrem Platz, genau wie der einfache Holzstuhl, der auch schon bessere Tage gesehen hatte. Sein Blick schweifte wie immer an der glatten Wand entlang, bis er das golden umrahmte Bild sah. Es zeigte ihn, seine Frau und seinen kleinen Sohn. Krampfhaft unterdrückte er die Gefühle die in wie ein Sturm zu überrennen schienen. Er wand den Blick ab und ging langsam hinein. Es war doch sinnlos! Oder? Ein kleiner Windstoß ließ die schweren, dunklen Gardinen zur Seite wehen. Das seichte Sonnenlicht glänzte auf den metallenen Armaturen der Funkanlage. Mit der Hand schob er die Gardinen gänzlich weg und schaute auf die Straße. Der gräuliche Himmel hatte sich seit Tagen nicht geändert und der andauernde Nieselregen würde ihn bald wahnsinnig machen. Die Scheibe hatte ein Faustgroßes Loch, doch das war noch relativ harmlos. Das große gläserne Bürogebäude, das noch vor etwa 5 Wochen den glänzenden Wohlstand dieser Stadt gezeigt hatte, war kaum noch mehr als ein riesiger Schutthaufen. Es hatte nur einen Treffer gebraucht, dann viel es ein. Zum glück hatte es nicht sein Haus getroffen. Ja, zum Glück nicht. Er blickte weiter nach Norden, in Richtung Stadtmitte. Einige Rauchwolken stiegen auf und das heulen von Sirenen vermischte sich mit dem grollen der letzten Bomben, die noch niedergingen. Sein Blick fuhr wieder zurück auf die Straße. Die etlichen Mülltonen, die brennend den wenigen Überlebenden wärme spendeten, schien wie ein Schien, das den Bombern die letzten Überlebenden zeigte. Nass glänzte die betonierte Straße und die Brände spiegelten sich schillernd und unruhig in der Dunkelheit. Nicht weit von seinem Fenster lag ein Kind. Bewegungslos. Der Regen hatte kleine Lachen gebildet, die sich rund um den Leichnam auftürmten. Die geweitet Augen zeigten Angst, Hass und Verzweiflung. Die nasse und dreckige Kleidung war zerfetzt und rot gefärbt. Eine schreckliche Wunde prangerte auf seiner Brust. Er war vielleicht gerade 12 Jahre. Seufzend rieb er sich die Augen. Es ist doch so sinnlos, so sinnlos. Traurig wand er sich vom Fenster ab und holte den Zettel heraus, den er vorbereitet hatte. Er hatte ihn sorgsam gefaltet, er hatte sich Zeit gelassen. Er hatte
genug Zeit. Langsam überflogen seine Augen die sauber geschrieben Buchstaben. "2 Tote bei einer Schießerei, 50 Tote bei einem Bombenanschlag, 2 Tote und 12 Verletzte bei Plünderungen.. Er las nicht weiter. Es war sinnlos! Das war es Gestern, das ist es heute und das wird auch noch morgen noch so sein. Er atmete tief durch und lies sich auf den Stuhl nieder. Seine Finger drückten zitternd einige Knöpf an der Funkanlage bis sie summend seinen dienst tat. Er legte den Zettel neben sich auf den Tisch und stellte das Mikrophon richtig ein. So wie er es gestern tat, vorgestern, den Tag davor und davor. Er war sich sicher, dass er das auch morgen tun würde, oder? Vielleicht kommen die Flugzeuge noch einmal? Verschlafen rieb er sich die Augen. Wenigstens musste er nicht das Elend auf der Strasse mit ansehen. Die vielen verletzten, Toten. Er hatte es besser als die zahllosen Menschen auf der Straße. Er hatte Arbeit. Ja, und diese tat er dann auch. Er zog sich das Mikrophon näher an sich ran und drückte den kleinen, roten Knopf zum senden. "Guten Morgen." <Pause> "Heute ist der 12.08.2006!" <Pause> "Der 14 Kriegstag!" <Pause> "Und noch immer fallen Bomben!"
Ja, das tun sie! Sie hatten schon lange alle militärisch wichtigen Ziele zerstört! Doch sie hörten nicht auf. Langsam drehte er seinen kopf zum Fenster und starrte hinaus. Der Horizont war grau und trostlos, als würde er trauern. Trauern wie er, trauern wie alle die in diesem Gott verdammten Krieg leben mussten. Trauern wie jeder!
Er zuckte zusammen als er die Warnsirenen hörte. Die Bomber kamen erneut. Mit trauriger Miene hob er den Kopf zu Fenster und suchte den Horizont nach Fliegern ab. Im Augenwinkel sah er eine Frau die ihre 3 Kinder vor sich her schob um noch rechtzeitig in einem der Bobenkeller anzukommen. Ihre Augen waren Angsterfüllt, doch gleichzeitig schien eine seltsame Routine auf ihrer Bewegung zu liegen, eine Routine die viele in den letzten Wochen gelernt haben.
Würde er in einen Bunker gehen? Nein! Es war sowieso schon zu spät. Vielleicht könnte er nun das erste Mal etwas Richtiges tun. Der Krieg hatte ihm alles genommen, nun sollte er auch ihn nehmen. Ruhig setze er sich auf den Stuhl der im in den letzen Wochen treu gedient hatte und wartete auf die, die alles was er geliebt hatte zerstört hatte. Er wartete wie ein Kapitän auf dem sinkenden Schiff. Einen letzten Blick warf er auf das in gold umrahmte Bild, das ihm nun wie das einig Schöne in dieser Welt vorkam. Langsam schloss er die Augen, als die Flugzeuge mit einem grässlichen schreien über seine Straße jagten.


Kommentare

Thilo.hofy@t-online.de schrieb:
Sorry, wegen der rechtschreibung, das ist ein unbearbeiteter Text, hab leider die Falsche Fassung reingestellt.*gg*
thilo
Alf_Ertelt@lycos.de schrieb:
Wie groß zum Teufel ist 15 Kubikmeter großer Raum? Wie sieht das aus, wenn eine Wunde auf der Brust "prangert"? Es schien wie ein Schien? Schreiende Flugzeuge, die über eine Straße jagen?
Seltsame Sätze, schlechte Rechtschreibung.

Vom Inhalt einmal abgesehen, die Form des Textes ist Endzeit für sich.
kathi123@a1.net schrieb:
ich finde diese geschichte sehr gut! es ist alles auf irgendeine weise so realistisch. man kann sich richtig in die situation des mannes hineindenken. er hat solche angst, als würde man sie am eigenen körper fühlen wenn man diese zeilen lest!
thilo.hofy@t-online.de schrieb:
Hi ihr,
ich finde es lustig, dass die meinungen zu meiner Geschichte soo weit auseinander gehen. Von verdammt schlecht zu verdammt gut! Naja, ich bedanke mich einfach bei kathi und verfluche Alf Ertelt! *gg* Nein natürlich nicht! Gute kritik ist auch gold wert. Aufjedenfall danke für die Stellungnahme.
kingkarados
KleinesKuecken87@aol.com schrieb:
also mir gefällt die story auch gut ^^ die atmosphäre wird sauber beschrieben und man kommt sich vor als würde man neben man stehen und alles beobachten oder eben in seine gedanken sehen oder wieauchimmer *verhaspel* *räusper*
auf jeden fall wirklich schön zu lesen :)

Grüßchen, Wölfchen

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