400 Jahre
von
André Deistler
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400 Jahre später
Wir schreiben das Jahr 2005.
Es herrschte ein Unwetter draußen auf den Straßen.Eigendlich keine gute Zeit um die Neuen ins Heim aufzunehmen.
Es war frisch geputzt und ich würde die schmutzigen Schlammspuren ihrer Turnschuhe sicher nicht wegwischen. Ich hatte vor zehn Minuten erst den Boden geputzt. Jetzt saß ich in der Küche und putzte Kartoffeln; wie ich das hasste! Ich würde lieber auf mein Zimmer gehen um weiter im Tagebuch meiner Urverwandten zu lesen. Ich mochte sie, und ich mochte ihre Geschichten.
Aber leider ist das Leben im Kinderheim nicht gerade ein Zuckerschlecken. Mein Name ist Alexandra. Die Neuen waren irgendwie komisch, so schweigsam und total in sich vertieft. So kann man doch nicht leben, oder?
Nachdem wir abgewaschen hatten durften wir endlich auf unsere Zimmer. Ich sprang auf mein Bett und zog ein uraltes Tagebuch unter meinem Kopfkissen hervor, da sagte meine beste Freundin und Zimmergenossin: "Hängst du schon wieder an diesem alten Buch? Du solltest es doch inzwischen auswendig kennen. Jetzt lern lieber was, morgen schreiben wir zwei Prüfungen"
"Nein. Ich muss das unbedingt zu ende lesen. Ich bin grade bei den Zusammenfassungen ihres Lebens; die Geschichte ihrer großen Liebe und ihrer Tochter sind total cool. Jetzt wird es doch erst spannend!"
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