A New Vampires Story Kapitel I
von
Jo
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KAPITEL I
„Vampire sind alt...uralt...“ dachte Jocelyn. Sie allein war schon fast 4000 Jahre alt. Sie war eine der Ältesten unter Ihresgleichen. Vor einigen Jahren wurde sie zum Oberhaupt gewählt. Ihr Alter spielte damals nur eine kleine Rolle, ausschlaggebend war ihr enormes Wissen. Es war allumfassend und ihr Wissensdurst war noch lange nicht gestillt.
Das Wohl ihres Volkes lag ihr sehr am Herzen und umso mehr tat es ihr weh, es Jahrhundert um Jahrhundert schwinden zu sehen.
Jocelyn seufzte und blickte in die schwindelerregenden Abgrund hinab. Ihre Villa lag auf einem Flachen Berg der von einem dichten Wald umrundet war. Neben der Villa lag ein kleiner See gerade mal so groß und tief um darin angeln zu können.
Die aufschäumenden Wellen schienen nah ihr greifen zu wollen. Für einen Augenblick dachte sie, sie würde ein vergessenes Gesicht darin erkennen. Es war ihr so vertraut, dass es schon weh tat. Es verschwand jedoch genau so schnell wie es erschienen war. Fröstelnd und vor sich hingrübelnd erhob sie such und wanderte in Richtung ihrer Villa die sich schwarz vom Himmel abzeichnete. Jocelyn blieb abrupt stehen als sie Geräusche hörte. Da ihr Hörsinn von Natur aus sehr geschärft war, verstärkte er sich, nun, da sie angespannt und von Schatten umgeben war, um ein vielfachen. Sie hörte gedämpfte Männerstimmen streiten während sie den schmalen Trampelpfad entlang schlichen, der durch die Bäume verlief. Das waren keine von ihren Artgenossen, stellte sie fest. Vampire bewegten sich lautlos und sie würden sich nicht die Mühe machen den gewundenen Waldpfad zu gehen, wo sie doch direkt vor der Tür auftauchen könnten.
Jocelyn runzelte die Stirn und eilte den verlassenen Weg zur Tür der Bediensteten hoch. Dort blieb sie, im Schutz der Schatten, stehen und horchte.
Sie hörte Schritte näher kommen. Die Stimmten hatten aufgehört sich zu streiten. Zwei Schatten bewegten sich den Pfad entlang ohne auch nur von Jocelyns Anwesenheit zu ahnen. Ein mulmiges Gefühl beschlich sie, als sie Geklapper von Waffen hörte. Es waren Vampirjäger. Sie sah die metallenen Pfeile im Mondlicht blitzen. Schadenfreude stieg in ihr auf. Obwohl sie es hasste Menschen anzufallen, so freute sie sich jedes Mal aufs Neue, wenn sie einen Vampirjäger töten dürfte, denn sie waren dafür verantwortlich das ihr Volk immer kleiner wurde. Und hier boten sich sogar gleich zwei Gelegenheiten. Außerdem hatte sie nichts gegen den Einen oder anderen Tropfen frisches Blut einzuwenden. Sie hatte lange schon keines mehr kosten dürfen...
Sie leckte sich über die Lippen, als sie die zwei Sterblichen zur Hintertür schleichen sah.
Jocelyn nahm sich zusammen und schwebte von Schatten zu Schatten immer näher an die Jäger heran. Sie waren noch relativ jung. Der Eine war um die Dreißig und der Andere hatte noch nicht einmal die Zwanzig erreicht.
Sie schlich näher heran und beobachtete interessiert, wie der Ältere die Tür aufbrach und ins Innere des Hauses trat. Der Junge blieb, mit zitternden Händen und nervösen Blicken, zurück. Als sie sich nah genug an den unerfahrenen Menschen herangeschlichen hatte, vergewisserte sie sich, dass der Älteste tief im Haus rumschlich. Jocelyn trat dicht an seinen Rücken, legte blitzartig die Hand auf seinen Mund, um die Schreie zu ersticken und vergrub ihre kleinen, spitzen Zähne in seinen jugendlichen Hals.
„Köstlich...“ dachte sie und bis fester zu. Eine Wärme durchflutete ihren Körper, die sie nicht zu beschreiben vermochte. Das Leben, das ihr Opfer nach und nach aushauchte, nahm von ihr Besitz. Ihre Haut nahm die Röte des Lebens an und ihr Herz schlug schneller. Als sie von ihm abließ fiel er zu Boden und sah wie sich Überraschung in seinem Gesicht abgezeichnet hatte. Noch außer Atem trat sie durch die Tür und machte sich auf die Suche nach ihrem zweiten Opfer.
Sie durchquerte geräuschlos die Küche und blieb vor der gegenüberliegenden Tür stehen. Unter der Tür schimmerte Licht. Jocelyn vermutete, es sei das Licht des Flures. Sie machte vorsichtig die Tür auf und ihr Blick fiel auf Jeronimus, ihrem persönlichen „Mädchen für Alles“-kurz Sekretär-der über ihrem schon toten Opfer gebeugt war und den letzten Tropfen Leben aus ihm aussog. Sie lehnte sich mit verschränkten Armen am Türrahmen an und seufzte. Sofort schnellte sein Kopf in die Höhe und er knurrte bedrohlich. Als er seine Herrin erkannte ließ er von dem leblosen Körper ab und wischte sich das Blut von den Mundwinkeln. Erst jetzt bemerkte Jocelyn den langen Silberpfeil, der durch seine Schulter ging.
„Mylady, dieser Sterbliche hat eben den kläglichen Versuch gemacht mir einen Pfeil durchs Herz zu jagen.“ bemerkte er schuldbewusst und zeigte auf seine verletzte Schulter. Er wusste wie sehr seine Herrin das Töten von Menschen hasste. Doch zu seiner Überraschung sah er sie lächeln.
„Diese Menschen lernen nie aus ihren Fehlern und Verlusten.“ sagte sie traurig. Sie drückte mit einer Hand die Schulter und mit der Anderen zog sie den Pfeil raus, wobei Jeronimus vor Schmerzen aufstöhnte. „Den Schmerz kann ich dir leider nicht ersparen.“sagte sie mitfühlend. Er nickte und sagte: „Geh zu Bett. Ich entsorge die Leichen.“ Jocelyn nickte müde und stieg die Treppe hoch.
Sie verabscheute es, Menschen abzuschlachten, so als ob sie noch in der Antike oder im Mittelalter wären. Damals waren Vampire als blutrünstige Monster verschrien, was ja nicht ganz Unrecht war. Doch die Zeiten ändern sich, sodass auch Vampire ein zivilisiertes Leben führen können. Das viele Leid der Menschen, dass durch die Unsterblichen hervorgerufen wurde, war noch lange nicht aus ihren Erinnerungen verblasst. Die zahlreichen Abschlachtungen, die ihr Volk begangen hatten-und teilweise noch begehen-nur um ihren unlöschbaren Durst zu stillen, verursachten bei ihr immer noch Kopfschmerzen und Übelkeit. Sie verscheuchte die unliebsamen Gedanken.
Nun lebten sie im 20. Jahrhundert. Eine Lösung würde sich bestimmt noch finden. Das Problem mit diesen Vampirjägern war im Moment wichtiger. Sie zwang sich nicht mehr daran zu denken und ließ sich auf ihr Bett fallen.
Es hatte schon begonnen hell zu werden, doch bevor sie den Sonnenaufgang vollends miterleben konnte schlief sie ein...
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Kommentare
Black Rose schrieb am 2007-08-28 17:55:16:
Wow bis jetzt sehr gut, muss gleich weiter lesen.
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