A New Vampires Story Kapitel III
von
Jo
1
2
3
KAPITEL III
Als ihre Schüler eintrafen, stand Jocelyn in der Bibliothek und blätterte in einem Buch das mehrere Jahrzente alt war. Die Bibliothek bildete das Herz des gesamten Hauses. Ihre ganzen Schätze und ihr ganzes Wissen war hier dokumentiert. Einige dieser Bücher hatte sie selbst niedergeschrieben. Der Raum glich einem riesigen Gewölbe, das mit hohen Regalen vollgestellt wurde. In der Mitte befand sich ein großer runder Tisch an dem genug Platz für 20 Personen war. Eine “Tafelrunde” pflegte Jeronimus immer zu sagen.
Als die Tür aufschwang blickte sie auf und begrüßte ihre Schüler die gleichzeitig ihre Freunde waren.
In ihrer Freizeit unterrichtete sie allerlei Sprachen, Mathematik und Physik. 4000 Jahre waren immerhin genügend Zeit um so viel wie möglich zu studieren. Eine Zeit lang hatte sie auf diversen Universitäten unterrichtet. Damals konnte sie aber nicht länger als 10 Jahre an einer Universität arbeiten. Es war einfach zu auffällig, dass sie einfach nicht alterte. Also blieb sie nie sehr lange an einem Ort. Vor einiger Zeit hatte sie es aufgegeben und unterrichtete zu privat, da sie es satt hatte alle paar Jahre woanders zu arbeiten. Unter ihren Schülern waren alle Altersgruppen vertreten. Von 18 bis 30 war alles dabei. Die meisten waren richtige Studenten. Andere wollten einfach aus Lust und Laune ihr Wissen vergrößern. Jocelyn hatte nichts dagegen. Im Gegenteil, so gewann sie Freunde und Kontakte wo sie nur konnte.
Heute waren es zu ihrer Verwunderung wenige. Sieben an der Zahl, obwohl es eigendlich zehn hätten sein müssen. Eine ihrer besten Schülerin und mittlerweile gute Freundin, Hannah, kam auf sie zu und umarmte sie. Jocelyn hatte sie gern. Sie brachte Licht in ihr Leben. Sie war eine der wenigen ihrer Schüler, die von ihrer wahren Indentität wussten. Hannah arbeitete beim FBI und half ihr diese lästigen Jäger ausfindig zu machen. Die meisten die von ihr wussten arbeiteten in solchen Berufen. Als Älteste musste sie den guten Kontakt zu solchen Menschen pflegen...sie waren sehr hilfreich.
Als auch der letzte am Tisch saß und seine Sachen auspackte fing sie an zu unterrichten. Heute stand Physik im Stundenplan. Die meisten hatten so ihre Schwierigkeiten mit diesem Fach, also war sie nachsichtig und geduldig, wenn sie jemanden etwas zig mal erklären musste. Während sie an der kleinen Tafel stand und Dinge über Kernphysik dran schrieb. Das Thema hatten sie eigendlich schon durch aber sie wollte zur Sicherheit alles wiederholen. Sie unterbrach das schreiben als sie hinter sich ein leises flüstern und drauf folgendes kichern hörte, das jedoch gleich verstummte als sie sich umdrehte. ,,Matthew ich würde nur zu gerne wissen worüber Sie lachen. Erzählen Sie es uns vielleicht lache ich ja mit.” sagte sie zuckersüß. Matthew wurde rot und senkte den Kopf. ,,Hmm, dann eben nicht. Erzählen Sie mir, Matt, ein bisschen etwas über die Bausteine der Atomkerne. Würde mich wahnsinnig interesieren wie viel Sie bei sich behalten haben.” sagte sie mit ironischem Unterton und lies die Kreide sinken. Matthew räusperte sich. ,,Nun...also...die Bausteine eines Atomkerns...heißen Nukleonen...” er unterbrach sich...und versuchte heimlich zu entziffern was sein Nachbar ihm zur Hilfe auf ein Blatt kritzelte...ohne Erfolg.
,,Sehr gut, das ist ja schon mal ein Anfang. Und aus was bestehen Nukleonen?” Neben Matthew schnellte Hannah´s Arm in die Höhe und sah sie ungeduldig an. Matthew wusste es nicht. Er war erst vor ein paar Wochen in ihren Unterricht gekommen. Er war erst 26 und holte sein Abitur nach. ,,Nun ich weiß Sie sind neu und brauchen Zeit einiges nachzuholen. Doch wenn Sie weiterhin meinen Unterricht stören verweise ich sie aus meinem Unterricht. Hannah?” Hannah seufzte erleichtert. ,,Nukleonen sie die Bausteine eines Kerns. Es sind Neutronen und Protonen. Die Masse des Atomkerns wird durch die Anzahl aller Nukleonen bestimmt und wird deshalb auch Massenzahl genannt.” sagte sie mit schnell und ohne sich zu verhaspeln. Jocelyn lächtelte und nickte. ,,Gut und nachdem wir das geklärt haben,” sie warf Matthew einen bösen Blick zu und er senkte beschämt den Kopf, ,,wollen wir mit dem Unterricht fortfahren.” Sie nahm die Kreide und schrieb den Tafelaufschrieb zu Ende. Als sie fertig war, ließ sie alle abschreiben.
Jeronimus, der dicht hinter ihr stand und interesiert den Unterricht verfolgte, bat sie, ihnen etwas zu trinken zu bringen. Er machte sich sogleich auf den Weg. Sie setzte sich in einen weichen Sessel vor eins der Fenster und hing ihren Gedanken hinterher. Für viele ihrer Schüler war sie nur eine strenge, verschwiegene Professorin. Die wenigen die ihre Freunde waren kannten ihre Indentität und hatten sichere Jobs. Sie wollte nicht jedem von ihrer Herkunft erzählen, aber das störte sie nicht weiter. Es würde diesen Menschen nur in Schwierigkeiten bringen. Es gab nicht wenige, die die Älteste tot sehen wollten. Und diejenigen die von ihrer wahren Indentität wussten boten da eine perfekte Zielscheibe. In ihrer Vergangenheit gab es schon ähnliche Vorfälle. Doch darüber wollte sie jetzt nicht nachdenken.
Sie drehte sich um und beobachtete ihre Schüler beim Arbeiten. Ihr Blick fiel auf Matthew. Er war ihr von Anfang an aufgefallen. Er war genau der Typ Mann den sie bevorzugte; groß, breite Schultern, schwarze Haare und grün-blaue Augen. Kurz gesagt er gefiel ihr. Sie spielte schon lange mit dem Gedanken, ihn zu ihrer nächsten Eroberung zu machen. Sie waren sogar schon ein oder zwei Mal miteinander ausgegangen. Es war nicht zu übersehen, dass auch er sich von ihr angezogen fühlte.
Er schien wohl gespürt zu haben, dass ihn jemand beobachtete und hob den Kopf. Er lächtelte sie schüchtern an und sie lächlte zurück, dann wandte sie sich wieder dem Fenster zu. Ja warum eigendlich nicht? Aber sie wollte ihn auch nicht unbedingt verletzen. Was, wenn er mehr für sie empfand, als sie für ihn? Na dann eben doch nicht. Es würde sich schon bald ein neuer Liebhaber finden. Sie stand auf und lief langsam von Fenster zu Fenster und vor dem Größten blieb sie stehen und blickte zur großen Eiche runter. Ihre Gedanken wanderten weit weg. Sie lebte nun schon seit Jahren hier und nichts hatte sich geändert. Immer noch schwand ihr Volk dahin. Immernoch gab es Vampirjäger, natürlich waren sie ebenso geheim wie die Unsterblichen selbst. Ihre Ausrüstung und ihre Waffen wurden immer moderner und gefährlicher. Aber darum machte sie sich keine großen Gedanken. In letzter Zeit aber machte sie sich auch über dieses heikle Thema keine Sorge mehr. Ihre Zukunft nahm ihre ganze Aufmerksamkeit in beschlag. Sie vermisste ihren Gemahl und die Art von Liebe die er ihr geschenkt hatte. Sie wollte wieder diese Liebe spüren die sie vor langer Zeit bei ihrem Jonathan gespürt hatte. Ein Gefühl das mit der Zeit verblasst war. Sie konnte sich kaum noch daran erinnern; wie es sich angefühlt hat...sie hatte mittlerweile jeglichen Gefühle verloren. Das war nicht immer so. Vampire konnten lieben. Ja das
1
2
3
Kommentare
Keine Kommentare vorhanden.
Kommentar hinzufügen