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Kategorien > Abenteuer > Freundschaft, Leben, Schicksal

Abenteuer Schottland

von Finni!

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Kapitel 1: Getrennt

Da stand ich nun.
Auf der Autofähre von Rotterdam nach Hull.
Unschlüssig was ich eigentlich in Schottland will.
Der Wind wehte mir die blonden Haare ins Gesicht. Ich lies meine Blick über den Hafen schweifen.
Gabelstapler zogen Ladung in die Schiffe und LKW lieferten ihre Container ab um sie wieder beladen zu lassen. Die Schornsteine der Industriehallen rauchten und Fahrzeuge der Touristen schlängelten sich die Rampe hoch um im Bug der Autofähre zu Parken. Glückliche Familien würden aussteigen und die Kabinen bevölkern um einen tollen Sommerurlaub zu verbringen.
Und ich...?
Du bist mal wieder geflohen, vor dem was passiert ist wirst du immer wieder fliehen, hörte ich meine Mutter in meinem Kopf sagen.
Du bist einfach nicht fähig eine Beziehung zu führen, würde meine Oma sagen.
Und Denise würde sagen ich hätte das richtige getan, auch wenn es sich hinterher als falsch entpuppen würde.
Fast wäre es auch falsch gewesen. Doch noch schlimmer wäre es geworden wenn ich geblieben wäre.
Ob ich falsch bin werde ich merken, sagte ich mir gerade. Jetzt bist du hier und tu das beste draus.
Gerade fuhr ein Reisebus in das Schiff, seine Insassen waren sicher schon in der Fähre und suchten sich eine Sessel für die Nacht.
Wäre mir nicht grade alles egal würde ich das auch tun.
Mein Blick wanderte zur Sonne und ich schloss die Augen.
Meine Mundwinkel zogen sich nach oben. Wäre ich geblieben würde ich jetzt keine Sonne spüren.
Ich streckte die Arme aus und stellte mir vor wie es wäre hier zusein mit ihm.
Und lies sie augenblicklich wieder sinken. Denn nur wegen ihm trete ich die Reise an.
Ich bin noch nie weg gewesen. Nicht mit ihm und auch nicht ohne ihn.
Ich wollte immer schon die Welt kennen lernen, also kann es mir nur recht sein dass ich ihn nicht mehr an meiner Seite habe.
Er war so eine Spaßbremse.
Ich stütze mein Ellbogen auf das Geländer und meinen Kopf in die Hände.
Ich sollte wirklich aufhören so viel nachzudenken.
Das ist nicht gut für deinen Gemütszustand, junge Dame, hatte meine Oma immer gesagt wenn sie mich so sah. Also meine Oma väterlicherseits. Oma Steffi.
Sie hätte mich verstanden.
Mich... Ich...
Ich bin hier um vor der Vergangenheit zu fliehen. Ich möchte die Trennung von meine langjährigen Freund vergessen. Er hinterging mich und ich habe ihn vertraut. Blind, wie meine Mutter sagte, sie habe von Anfang an gewusst das er ein Schuft war.
Ich bin hier, weil ich meiner Familie beweisen will, das ich mit der Vergangenheit leben kann.
Wirklich? Naja, ich weiß noch nicht. Aber das erste was ich tat nachdem es aus war war, ihm eine SMS zuschicken in der zwei Wörter standen: Du Arsch.
Mit dieser Reise geht ein langersehnter Traum in Erfüllung: Freiheit.
Und weil ich ein freier Mensch bin werde ich mir jetzt auch einen Schlafsessel suchen, sagte ich mir.
Doch nicht bevor ich im nicht eine MMS mit einem tollen Bild von mir auf der Fähre geschickt habe.
Ich schaute mich nach einem potentiellen Fotografen um.
Ein Rentnerpaar stand ganz in meiner nähe und nach kurzer Technikeinweisung hatten sie zwei schicke Fotos von mir geschossen.
Ich bedankte mich, schaute ins Telefonbuch und versendete eine Nachricht mit einem Wort und lies das Bild sprechen. Der Titel der Nachricht: Getrennt. Und in Gedanken fügte ich nicht nur über die räumliche Entfernung hinzu.

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