Abenteuer Urlaub
von
Beo Bachter
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Sind wir wirklich alle Spießer???
Zuerst einmal möchte ich klarstellen, das ich mit diesem Buch keinen Menschen zu Nahe treten möchte. Selbst dann nicht, wenn er sich selber in meinen Ausführungen und Beschreibungen wieder findet! Allerdings sind alle Angaben und Erlebnisse reine Tatsachenberichte und entsprechend der jeweiligen Situation dargestellt.
Vielleicht dient das Buch dem einen oder anderen auch dazu, sich doch einmal vorzustellen, wie andere Mitreisende über die „Ausraster“ einiger Touristen denken. Vielleicht aber auch nicht. Ob dieses Buch vom Leser ernst genommen wird, oder nur als Nachtlektüre bzw. Urlaubsschmöker dient, bleibt jedem selbst überlassen. Doch eine Frage drängt sich wirklich auf: „Ist die Anreise schon Urlaub“ oder „Stressfrei“??? Viel Spaß beim lesen.
Rhodos, Sommer 1999 in einem Hotel nahe am Faliraki-Strand. Wir saßen gegen Abend auf dem Balkon als ein bereits schon bekanntes Paar an uns vorbei kam, uns begrüßte und sich stöhnend über die Hitze beschwerte. Er wischte sich sogar, so wie es schien, „mit letzter Kraft“ die Schweißperlen von Stirn und Oberkörper. Nach ein paar Sätzen schlurten sie dann weiter in ihr Zimmer.
Einen Tag später, wir gingen über einen in den Sand verlegten Holzweg den Strand entlang um uns ein nettes Plätzchen zu suchen, da sahen wir die beiden aus unserem Hotel wieder. Wir mussten grinsen, denn beide lagen „neben“ dem Sonnenschirmschatten mit dem ganzen Körper in der prallen Sonne, was ja auch jeder selber wissen muss, allerdings beschwert man sich dann doch nicht über die Hitze, oder? Später kamen wir wieder an dieser Stelle vorbei und siehe da, die beiden sind doch wirklich mit ihren Liegen mit der Sonne „gewandert“. Auch an diesem Tag begegneten wir die beiden am Abend und siehe da, ihren Aussagen gegenüber dem Wetter hatte sich nicht geändert. Warum auch?
Es ist schon seltsam was sich am Urlaubsort so alles abspielt. Das viele Menschen sich über das Essen im Hotel beschweren und zu Hause nichts besseres auf den Tisch haben ist ja weitgehend bekannt, aber das manche Menschen immer noch nicht wissen, das es bei einem „CheckIn“ im Flughafengebäude der Reihe nach geht war uns bislang unbekannt.
Wir standen in der Abflughalle vom Flughafen Samos und warteten auf weitere Hinweise unserer Reiseleiterin, wann und an welchem Schalter wir abgefertigt werden würden. Genau das schien ein etwas älterer Herr überhört zu haben. Denn neben uns befanden sich bereits zwei Wartereihen Reisender, die für gleich zwei Flüge nach Prag abgefertigt wurden. Da nun die CheckIn-Schalter sehr begrenzt waren, wurden wir mit dem Ziel Hamburg, zusammen abwechselnd mit den Pragern abgefertigt. So sollte es zumindest sein. Nur eben bei diesem eine Herr mit seinem Gepäckwagen nicht. Gleich nach der Aussage unsrer Reiseleiterin, uns doch in der 2. Reihe mit den Pragern zusammen anzustellen, schoss er wie von der Tarantel gestochen zur Seite Richtung der länglichen Absperrung, hob das Absperrband, schob seinen Wagen in die Menge, strangulierete sich fast am Absperrband und erreichte nach unsanfter Berührung zweier Mitreisenden die wartende Schlange. Allerdings nicht am Ende sondern mittendrin.
Wir sahen uns wieder an und schüttelten nur den Kopf. Ist es Unwissen oder einfach nur Panik um nicht vergessen zu werden? Oder doch nur Dummheit? Ich weiß es nicht.
Nächstes Erlebnis.
Wir wurden mit dem Bus vom Hotel abgeholt. Die Koffer wurden verstaut und wir stiegen ein. Der Bus war bereits gut gefüllt. Wir gingen den Gang im Bus entlang nach hinten auf die nächsten freien Plätze zu, als ein Mann im mittleren Alter laut und deutlich „Grüß Gott“ sagte.
Normaler Weise erwidern wir die Grüße anderer, aber in diesem Fall war uns gleich klar, das dieser Mann kein Bayer oder Österreicher war, sondern sich nur mit seiner vorlauten Begrüßung hervortun wollte. Warum auch immer. Wir setzten uns und schauten aus dem Fenster. Der Bus fuhr zum nächsten Hotel, deren Gäste vorne einstiegen. Und da war es wieder...............“Grüß Gott“ sagte der Herr im Bus. Die neuen Mitreisenden ignorierten den Gruß genauso wie wir. Es war einfach nur peinlich, aber der Mann und seine Familie, Frau mit einem Jungen und einer Tochter, fanden es doch wohl sehr witzig, sich über andere Landsleute lustig zu machen.
Meine Frau sagte nur zu mir: „Hoffentlich haben wir diesen Chaoten nicht im Flugzeug neben uns sitzen“. So war es auch nicht, denn tatsächlich saß genau dieser Mann mit Familie direkt hinter uns. Egal, wir nahmen unsere Bücher und versuchten zu lesen, nachdem der allgemeine Aufruhr bei der Platzverteilung und vor allem beim verstauen diverser Beauty-Cases, Handgepäck etc. beendet war. Die vermeintliche Ruhe dauerte nicht lange an, denn unser Spezi hinter uns versuchte lautstark allen Passagieren zu erzählen, wie schön doch sein Urlaub gewesen war. Allerdings unterhielt er sich dabei ausschließlich mit einer Dame neben sich.
Meine Sitznachbarin neben mir versuchte auch ständig die gleichen Zeilen zu lesen, aber ohne Erfolg. Der Mann hinter uns war so lautstark, das man sich auch mit Mühe nicht aufs lesen konzentrieren konnte. Nach und nach verlor die junge Dame die Geduld und drehte sich zu diesem Herrn um und fragte ihn, ob es nicht etwas leiser ginge, man könnte sich ja gar nicht konzentrieren. Womit ich ihr recht gab. Als Antwort erhielt sie lediglich ein schämisches Grinsen mit der Antwort, er wusste nicht das man sich in einem Flugzeug nicht unterhalten dürfe. Also ging alles so weiter wie bisher und dieser „Störenfried“ quasselte den ganzen Flug unüberhörbar weiter, trotz sich später auch andere Mitreisende über ihn beschwerten. Es ist doch wirklich nicht schwer zu verstehen, das sich auch andere Mitmenschen im Flugzeug befinden, die ihre Ruhe haben möchten. Nicht zuletzt auch diejenigen, die sowieso damit zu kämpfen haben, den Flug „heile“ zu überstehen.
Später am Gepäcklaufband war „er“ auch nicht zu überhören, denn er musste sich doch beeilen, denn seine Tochter wollte später noch in die Disco und er müsse doch noch einige Kilometer zurücklegen. Wir ;wissen nicht wie die Familie es mit solch einem „aufgeweckten“ Kerlchen aushält; wir sind jedoch der Ansicht, dieser Mann sollte sich in Therapie begeben.
Ganz frisch, Juni 2008, Rückflug Samos-Hamburg.
Nach dem CheckIn ging es durch den Zoll zur Abflughalle. Nachdem durchgesagt wurde, an welchem Gate man sich einzufinden hatte, „stürzten“ auch schon die ersten Passagiere auf den Ausgang zu und bedrängelten sich gegenseitig. Nun hat doch jeder Bordkarten mit der Angabe der Platznummer. Kann es sein das nicht jeder darüber informiert ist, dass das Flugzeug nicht eher startet bis sich alle Passagiere auf ihren Sitzplätzen begeben haben? Es muss wohl so sein, denn sonst hätten nicht so viele Menschen Angst, unfreiwillig ihren Urlaub verlängern zu müssen.
Dabei fiel uns ein Pärchen auf, das mit ihrem kleinen, ca. 5-jährigen Jungen den Ausgang aufsuchte. Sie war schätzungsweise im fünften
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