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Kategorien > Horror > Surreales

Alice (Teil1)

von Owen Redfield

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Alice

By
Dustin Young



Teil Eins
Regen

Oktober 1997

Die kleine Alice saß verträumt am Fenster und starrte hinaus in den Regen. Ihr großer Bruder hatte es ihr eigentlich verboten am geöffneten Fenster zu stehen, aber ihr war an diesem Tag- es war ein Mittwoch so langweilig und es machte ihr Spaß Papierflieger in die Kälte zu werfen und zu beobachten wie sie vom Regen durchgeweicht wurden und langsam und schwerfällig zu Boden trudelten. Im Nebenzimmer hörte sie ein Poltern auf das gleich danach ein Stöhnen folgte- ihre Mutter. „Blake!“, stöhnte sie, „Blake komm her.“ Ihr Bruder kam aus der Küche. „Alice, ich hab dir doch verboten am offenen Fenster zu stehen“, er ging in die Knie und packte zart ihre Schultern. „Tut mir leid.“ „BLAKE!“, das Stöhnen wuchs zu einem erschöpften Schreien an. „Jaja“, er richtete sich wieder auf und ging ins Zimmer ihrer Mutter. Alice schloss das Fenster. Das Geräusch des Regens wurde leiser, als das Fenster mit einem rostigen Knacken einrastete. Im Nebenzimmer konnte sie hören wie sich ihre Mutter das LSD-Pflaster vom Arm riss. „Mom“, Blake hörte sich bestürzt an, Alice kannte dieses und ähnliche Gespräche bereits und sie hielt sich die Ohren zu und begann leise „Old Mc Donald“ zu singen, „kannst du dich nicht einmal zusammenreißen verdammt noch mal du hast drei Kinder!“ „Jaja Blake, du hast recht deine Mutter ist eine drogensüchtige dreckige kleine Nutte“. „Gut Mom, dröhn dich weiter voll!“, er kam aus dem Zimmer gestürmt und knallte die Tür wutentbrannt zu. Alice Gesang verstummte, als Blake sich ihr von hinten näherte und sie hochhob, was nur ging, weil sie klein für ihr Alter war. „Hast du Hunger?“, Alice schaute ihm tief in seine dunkelblauen Augen.
„Ja.“
„Willst du Spaghetti?“
„Jaaaaaaaaaa, Spaghetti!“, freute sie sich und zappelte auf Blakes Armen herum.
„Sie sind gleich fertig schau doch ein bisschen Fernsehen mit Shane er langweilt sich schon“, Shane war ihr zwei Jahre jüngerer Bruder. „Oke“, Alice sprang von seinen Armen und rannte in ihr Zimmer. Sobald Alice verschwunden war setzte Blake sich auf die Couch, vergrub das Gesicht in den Händen und weinte wie ein kleines Kind.


September 2007
Ich erwachte aus einem unruhigen Schlaf, als der Wecker schrill klingelte. Es war 6 Uhr Morgens und ich strich mir schläfrig die Haare aus dem Gesicht. Es war einer dieser Tage, an dem man sich am liebsten wieder umgedreht hätte, aber ich konnte mich nicht schon wieder krankschreiben lassen. Die Arbeit in der Camel-Go Tankstelle machte ich nur, weil Joe dort arbeitete und ich nichts anderes finden konnte. Die Wirtschaftliche Lage war sehr schlecht in der Kleinstadt Oyster Beach. Die Arbeitslosenzahl war höher als je zuvor. Von insgesamt zwölftausend Einwohnern waren ca. 4900 arbeitslos. Das lag vor allem daran, dass das städtische Chemiewerk, welches der Hauptarbeitgeber war schloss. Aber Oyster Beach hat auch ihre guten Seiten. Die kleine Stadt ist bekannt für ihre Sandskulpturenwettbewerbe, die seit 1967 jeden Sommer am Strand stattfinden. Berühmt ist sie auch wegen ihrer Künstlerkolonie, für die ich mich persönlich nie wirklich begeistern konnte. Im Sommer kamen viele Touristen zum Strand um Wale zu beobachten, welche jedes Jahr einmal auftauchten. Natürlich darf man auch nicht die berühmte „Bufallo Bay“ vergessen, welche vom Bürgermeister David Rose in den höchsten Tönen bewundert wird. Nur dumm, dass er über die beschissenen wirtschaftlichen Lage kein Wort verliert. Ich warf einen Blick aus dem Fenster. Es regnete und es sah kalt aus. Sehnsüchtig schaute ich auf mein warmes Bett, doch der Ruf der Arbeit und der Dusche war stärker. Die Tankstelle in der ich arbeitete lag ein wenig abseits. Mit dem Auto brauchte man nur zwanzig Minuten. Eigentlich konnte ich von mir sagen gerne zu arbeiten, aber nur weil Joe dort arbeitete ein sehr guter Freund, den ich schon seit Kindertagen kannte. Seine Schwester Sara, kannte ich ebenfalls solange. Sie ging regelmäßig mit mir schwimmen. (Und tut es immer noch), obwohl sie unsportlich war (und immer noch ist), ging sie mit. Hauptsächlich wegen eines Typen der dort zur selben Zeit schwimmen ging wie wir. Sie hatte sich zwar noch nicht getraut ihn anzusprechen, sie sagte immer: „Nächstes Mal, Nächstes Mal.“ Und dann beim nächsten Mal: „Nächstes Mal ganz sicher!!“. Jeden Mittwoch, wenn wir schwimmen gingen hatte sie eine neue Ausrede parat um ihn nicht ansprechen zu müssen zum Beispiel: „Och nö Alice heute nicht mein Badeanzug sitzt nicht gut.“ Oder: „Ach Alice, meine Nägel sind nicht manikürt und ich kann ihn ja nicht ohne ordentliche Nägel ansprechen.“ Dabei hatte er schon einige Male zu ihr hingeschaut, doch sie war davon überzeugt, dass er mich anschaute, was er aber nicht tat.
Langsam und müde lief ich zur Dusche, schaltete die Heizung ein, zog mich aus und stieg unter den köstlich warmen Wasserstrahl. Ich seifte mich ein und wusch mir gleich noch die Haare. Wenn schon denn schon. Ich putzte mir die Zähne und föhnte meine Haare gleichzeitig. Hastig zog ich mich an als ich auf die Uhr schaute und diese sechs Uhr dreißig anzeigte. Um sieben Uhr musste ich in der Arbeit sein. Ich würde zweifellos zu spät kommen. „Verdammt, Verdammt, Verdammt“, fluchte ich und klaubte meine Sachen zusammen, (Handy, Geldbeutel Regenschirm usw.) stopfte alles in meine Tasche und begann damit panisch meine Schlüssel zu suchen. Schließlich fand ich sie im Schloss stecken, was typisch für mich war. Ich warf sie in die Tasche und knallte die Tür zu. Ich stürmte rekordverdächtig die Treppe hinunter und rannte zu meinem kleinen, roten, alten Toyota und stieg ein. Zum Glück sprang das Miststück gleich an. Ich hätte mir eigentlich ein Neues Auto leisten können, aber es hatte einen so großen Erinnerungswert, dass ich mich nicht davon trennen konnte. In diesem Auto hatte ich mit Jimmy Taroso mein erstes Mal. Eigentlich war es furchtbar, aber trotzdem wollte ich es behalten, obwohl es mir jederzeit stehen bleiben konnte einfach so. Manchmal soff der Motor und sprang ab und zu eine Zeit lang nicht mehr an, aber es waren Erinnerungen, wie die von Jimmy, die mich das Auto behalten ließen. Geschickt parkte ich das fahrende Wrack aus und fuhr zehn Stundenkilometer zu schnell. Mein Handy klingelte plötzlich und ich zuckte heftig zusammen.
„Ja.“
„Hey, Alice“, es war Joe.
„Oh hi ich bin gleich da, was gibt’s denn?”
„Beeil dich lieber Webster ist schon da und stinksauer“, als wäre das eine Überraschung. „Na super“, ich seufzte, “ja ich beeil mich, bis dann.“
Ich schaute auf die Uhr: sechs Uhr fünfundvierzig. Ich stieg aufs Gaspedal und raste Richtung Tankstelle. Auf ungefähr halber Strecke fing es an heftig zu regnen. „Na ganz toll!“, fluchte ich und schaltete das Radio ein. Der Sänger der „Blank White T’s“ sang mit sanfter Stimme „Hey there Delilah“. Hey there Delilah don’t you

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