Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Erinnerung > Urlaub

Allein unter Mafiosos

von Jürgen Haidvogl

1

Es war Sommer und ich war in Italien. Die Sonne brannte auf meinem Kopf, als ich durch den Campingplatz schlenderte. Ich hätte mir eine Cape mitnehmen sollen, dachte ich mir, als ich beim Eingang vorbei kam und diesen passierte. Es war längst zu spät, denn ich hatte meine Cape nicht in meinem Zelt liegen gelassen, sondern zu Hause in Wien. In meinem Zimmer um genauer zu sein. Und ich war jetzt in der Nähe von Neapel. Etwa zehn Kilometer von dieser Stadt entfernt und ich marschierte bei der Nachmittagshitze umher.
Ich zündete mir eine Zigarette an und eilte mit schnellen Schritten in Richtung der nächsten Ortschaft. Diese war etwa zwei Kilometer entfernt und ich hatte keine Ahnung, warum ich dahin spazierte. Ich wollte einfach mal raus aus dem Camp.
Die Gegend in der ich mich befand, war hässlich. So wie es in Italien üblich war, entsorgten auch hier die Leute einfach ihren Müll am Straßenrand. Für diese Typen hier ist die Natur nur eine große Mülldeponie. Ein guter Ort um den Küchenmüll zu entsorgen. Den alten Kühlschrank los zu werden.
Scheiß auf Pest und Cholera.
Ich kam beim Ort an. Überall alte herunter gekommene Bauten, die seit Jahrzehnten nicht mehr renoviert wurden. Diese Gegend wurde von der Mafia regiert. Die hatte kein Interesse hier etwas zu renovieren. Diese entsorgt wahrscheinlich ihre Leichen unter dem ganzen Müll. Vielleicht auch in dem einen oder anderen Kühlschrank. Also liebe Leute, schaut besser nicht in einen Kühlschrank, der irgendwo am Straßenrand liegt. Sonst findet ihr noch eine Leiche mit einem Loch zwischen den Augen.
Ich entdeckte ein kleines Cafe. Es schien auf den ersten Blick ganz nett zu sein. Drinnen saßen ein paar ältere Herren und tranken Kaffee. Im hinteren Bereich waren ein paar Typen mit Anzügen. Ich setzte mich weit weg von ihnen und bestellte mir einen Cappuccino.
Der Kellner war flott und brachte mir schnell meine Bestellung. Ich trank meinen Kaffee schnell aus und als ich gehen wollte, kam so ein Typ in Anzug zu mir und sagte: „Man will dich sprechen.“
„Wer denn?“
„Nicht fragen“, erwiderte er in einem guten Deutsch, „nur mitkommen.“
Ich folgte ihm in den hinteren Raum. Dort saßen ein paar Typen in Anzügen. Alle zwischen Mitte 40 und Ende 50. Insgesamt fünf Personen. Der älteste von ihnen sagte mir, ich solle mich setzen. Er zeigte dabei auf einen leeren Sessel. Ich tat dies und er fragte mich ohne zu zögern: „Wer bist du?“
„Wie bitte?“
„Hast du nicht zu gehört?“
„Wieso wollen Sie wissen wer ich bin?“
„Hat dir deine Mama keine Manieren beigebracht? Man stellt sich vor, wenn man neue Leute trifft.“
„Ja klar, ich bin Jürgen.“
„Was machst du hier?“
„Urlaub.“
Sie musterten mich ganz genau. Als würden sie mich mit ihren Augen ausziehen. Dann fragte mich der Alte: „Wer schickt dich?“
„Niemand.“
„Hör auf zu lügen!“
„Ich lüge nicht.“
„Sag mir wer dich schickt! Ist es Cammo?“
„Wer?“
„Cammo, mein Feind.“
„Kenn ich nicht.“
„Das hoffe ich für dich!“
„Sie können mir glauben!“
Ich begann zu schwitzen. Das bemerkten sie sofort und schauten sich gegenseitig an, als würden sie durch ihre Gedanken ihre Eindrücke mitteilen.
„Warum bist du hier?“
„Ich wollte einen Kaffee trinken“, antwortete ich.
„Irgendwie glaube ich dir nicht.“
„Das stimmt aber.“
Ich zeigte ihm den Passierschein für den Campingplatz. Er nahm diesen und schaute sich diesen genau an. Anschließend gab er ihn mir zurück und sagte: „Du kannst gehen. Aber las dich hier nicht mehr blicken.“
„Ok.“
Ich eilte sofort zum Campingplatz zurück und vergas die ganze Geschichte mit diesen seltsamen Typen. Für den Rest meines Aufenthaltes kam ich nie wieder zu diesem Ort zurück. Ich erzählte auch niemanden etwas davon.

1

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.