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Kategorien > Fantasy > Düsteres & Geheimnisvolles

Alltag

von Der Weltenwanderer

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Alltag
„Du hast mich betrogen!“ Die Stimme seines Gegenübers war tonlos und vollkommen kalt. Raffaelo hob nicht einmal den Blick sondern begann die Karten ein weiteres mal zu mischen. „Ich betrüge nie!“ Das, was Raffaelo beim Pokern getan hatte war viel zu banal um es Betrügen zu nennen. Betrügen war etwas weit größeres. „Noch eine Partie?“ fragte er gefühllos, als er den ungeheuren Gewinn, den er sich soeben „erspielt“ hatte, in seine Manteltasche schob. Das schien den Anderen doch etwas in Rage zubringen. Beunruhigt bemerkte Raffaelo, daß die angespannten Muskeln seines Gegenübers die Ärmel des gestärkten, weißen Hemdes, das er trug, fast sprengten und das Gesicht des Mannes hatte sich auch verändert, es wirkte irgendwie tierisch. Der Typ ballte seine Hände zur Faust: „Du hast es gewagt mich zu betrügen!“ Irgend etwas schien sich hinter dem Rücken des Mannes zu bewegen. Unsinn, dort hinten konnte niemand sein. „ Ey, bleib locker, Mann.“ Raffaelo fing an sich Sorgen zu machen. War er zu weit gegangen? Der Andere richtete sich auf. Seltsam, irgendwie war er größer als Raffaelo ihn in Erinnerung hatte. „Weißt du eigentlich,“ dessen Augen begannen rot zu glühen, „daß Betrug eine Sünde ist?“ Raffaelo schluckte, so etwas hatte er noch nie erlebt, ...und da bewegte sich doch etwas hinter dem Rücken des Mannes (wenn man ihn überhaupt noch so bezeichnen konnte), es sah aus wie ... ein Schwanz!
„Aber,... oh Gott!“ Der Brustkorb des Wesens schwoll an und die Muskelmaße sprengte das Hemd, daß er trug. „Deine Seele gehört mir!“ Die Stimme des Wesens hatte sich erschreckend verändert, sie war tiefer und gutturaler geworden und schien irgendwie mehr in Raffaelo‘s Kopf zu erklingen, als in der Realität. Das Monster bleckte seine langen Fangzähne und lächelte höhnisch auf den, tief in seinen Stuhl versunkenen Raffaelo hinab. Speichel floß aus den Mundwinkeln des Wesens. Dann knurrte es und der lange, in einer Klinge endende Schwanz schnellte vor. Raffaelo schoß hoch und sprang gleichzeitig zur Seite, der Stuhl auf den er gesessen hatte verwandelte sich krachend in eine Menge Kleinholz. Deshalb blickte der Wirt des Gasthauses, in dem sie sich befanden, auf. Normalerweise mischte er sich nicht in die Geschäfte seiner Kunden ein, aber wenn diese begannen sein Inventar zu demolieren war es mit seiner Zurückhaltung zu Ende. „Oh...!“
Raffaelo rollte sich ab und knallte mit dem Kopf gegen ein Tischbein. Der zugehörige Tisch verwandelte sich nach einem weiteren Schwanzhieb ebenfalls in Sägespäne. Das Monster runzelte die Stirn, der Mensch war irritierend schwer zutreffen. Na dann eben auf die harte Tour. Es streckte die Arme aus und spreizte die Finger, die Fingernägel nahmen plötzlich eine silbergraue Farbe an und wurden länger, begleitet von einem Geräusch als würde man ein Schwert aus einer Scheide ziehen. (Sie hörten sich nicht nur an wie Schwerter, sie schienen auch so effektiv zusein.) Dann katapultierte sich das Wesen vorwärts, erreichte Raffaelo und schlug mit einer der klingenbesetzten Klauen zu. Dort wo Raffaelo gerade noch gestanden hatte gähnten jetzt eine lange und vor allem tiefe Kratzspur in der Wand. Verdammt, der Mensch war so schwer zutreffen wie eine Fliege (und in der Relation auch ungefähr so stark). Raffaelo wischte sich mit dem Ärmel den Schweiß von der Stirn und fragte sich wie diesem Wahnsinnigen wohl beizukommen war. Auf sein Messer vertraute er irgendwie nicht. Aus den Augenwinkeln registrierte Raffaelo das der Wirt ein Telefon unter der Theke hervor holte und eine Nummer eintippte, allerdings hatte er nicht die Muße weiter darauf zu achten,
da das Monster mit einem wütendem Schnauben die Klingen seiner rechten Hand aus der Wand befreit hatte. Nun galt die ungeteilte Aufmerksamkeit des Wesen wieder seinem Opfer.
Es hob noch einmal ab, während es mit seinen Klauen weit ausholte. Raffaelo schlug einen Rückwertssalto über einen Tisch (bis dahin hatte er überhaupt nicht gewußt, daß er so was konnte) und trat eben diesen mit seinem rechten Fuß, auf die Schmerzen achtete er lieber nicht, in die Flugbahn des Monster. Es durchbrach die Holzplatte natürlich wie Papier aber das Ablenkungsmanöver erfüllte doch seinen Zweck. Raffaelo war plötzlich auf der anderen Seite des Raums, an der es ein Fenster gab. Draußen würde er selbst diese Erscheinung abhängen können, ...wenn nur dieses idiotische Schloß aufgehen würde. Plötzlich war das Wesen über ihm, seine Beine wurden ihm vom Schwanz weg geschlagen und eine der Klauen fuhr auf ihn hernieder wie ein Henkerschwert.
„Halt!“ Die bloße Autorität die in diesem Wort lag, ließ das Monster inne halten, es wirbelte herum und erblickte zwei Männer die in der Eingangstür standen. Sie trugen beide lange schwarze Mäntel und hatten sich silberne Kreuze um den Hals gehängt. Sofort begann Raffaelo sich aus der Gefahrenzone zuschieben. Der eine der beiden Männer, er war blond und trug eine schwarze Sonnenbrille, zog aus einer im Mantel verborgenen Tasche einen Ausweis, auf dem ebenfalls ein Kreuz prangte, und klappte diesen auf. „Ich bin Inquisitor Chevaz, und das,“ er deutete mit dem Kopf in die Richtung des Anderen, der sich im Raum umschaute „ist Inquisitor Pertokowski. Man hat uns aufgrund eines äh... Zwischenfalls gerufen.“ Der Blick des Monster bohrte sich in das kalkweiße Gesicht des Wirtes. Pertokowski hob die Uhr, die er am linken Handgelenk trug, an den Mund und diese öffnete sich sofort. „Hier Einheit X739, wir müssen den Anruf von vorhin leider bestätigen, das Objekt wird klassifiziert als Dämon der Stufe zwei,“ er blickte ihn abschätzend an, „vielleicht auch drei.“ „Dämon?“ keuchte Raffaelo. „ Er tritt anscheinend in Form eines Besessenen auf,“ wieder hob Pertokowski den Kopf „auch wenn von seinem Wirtskörper nicht mehr viel übrig ist.“ Dann nickte er Chevaz zu, „ein Rutineeinsatz.“ Das trieb den Dämonen zur Weißglut. Er brüllte markerschütternd, sein Schwanz schoß vor, wickelte sich um eine Lampe die von der Decke herabhing und er schleuderte sich damit vorwärts. Im vorbei fliegen riß der Dämon die Klingen seiner rechten Hand durch den Oberkörper des Wirtes, dieser wurde herum geschleudert und krachte gegen die Wand, Raffaelo konnte das Genick knacken und nachgeben hören. Chevaz hob eine Augenbraue, dann langte er über die Schulter zurück, zog ein geschwärztes Maschinengewehr nach vorne und lud durch. Er legte es auf den immer näherkommenden Dämon an und drückte ab. Fahl leuchtende Patronen zerschmetterten die Wandtäfelung auf der anderen Seite des Raumes, hinterließen, dem Dämon folgend, Löcher in der Zimmerdecke, doch der Dämon war schneller. Er hatte Chevaz fast erreicht, holte weit aus und knurrte wütend, während das Gesicht des Inquisitors, der sein Maschinengewehr immer noch einen Tick zu langsam hob, vollkommen ausdruckslos blieb. Dann schnellten die Klauen vorwärts. Im letzten Augenblick bekam der Dämon einen Schlag von der Seite und wurde aus der Flugbahn geworfen. Er versenkte seine Klingen knapp neben Chevaz

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