Alte Liebe rostet nicht
von
marie.423
1
2
„Ich liebe dich auch“, hauchte sie ihm ins Ohr. Seine warmen grünen Augen blickten sie liebevoll an, er fuhr mit der Fingerspitze die Konturen ihrer Lippen nach...
“Hey Marie! Wach auf! Die Uni wartet!“, rief Lars und schleuderte ein Kissen nach der auf dem Sofa dösende Marie.
„Hmm... is ja schon gut!“, murrte diese verschlafen, richtete sich auf und gähnte herzhaft. „Also ich muss schon sagen, du erzählst interessante Sachen, wenn du schläfst!“, grinste Lars sie belustigt an. Marie wurde rot und verschwand ins Bad, denn dieses Gespräch wollte sie lieber nicht fortführen!
Auf dem Nachhauseweg schweiften ihre Gedanken immer ab. Der Traum lieβ sie nicht los.
Warum kann ich die Vergangenheit nicht vergessen? Warum nur?
In letzter Zeit träumte sie immer wieder von Austin. Die Geschichte war nun schon über drei Jahre her. Er war ihre ganz groβe Liebe gewesen und ist es vielleicht immer noch. Sie hatte vor ihr ganzes Leben mit ihm zu verbringen!
“Hey Marie!“, Lars lieβ sich neben sie auf's Sofa fallen, „Weiβt du eigentlich schon das Neuste?“
„Nee, was denn?“
„Du weiβt doch, dass die Wohnung gegenüber wo immer das junge Päarchen gewohnt hat, frei geworden ist.“
Marie sah ih gespannt an.
„Wir haben einen neuen Nachbarn bekommen.“
“Erzähl schon. Wer ist es?“
„Ich glaube er ist in unserem Alter. Soviel ich weiβ hat er in den Staaten studiert und möchte nun hier seinen Abschluss machen!“
Austin hat auch in den USA studiert. Dort hatte er sich neu verliebt.
Der Gedanke daran versetzte ihr einen Stich.
“Er hat ein paar Leute für morgen Nachmittag eingeladen. Hast du nicht Lust mitzukommen?“
„Nein, geht leider nicht, ich muss noch 'ne Arbeit fertig schreiben.“, bedauerte Marie.
Plötzlich grinste Lars sie keck an.
„Was ist?“
„Ich glaube der wäre genau dein Typ.“
“Ach Lars! Du weiβt doch, dass mir das Studium im Moment wichtiger ist. Ich geh' jetzt eh ins Bett! Gute Nacht.“
„Ach komm schon... Marie!“, rief er ihr nach.
Marie verbrachte eine unruhige Nacht. Immer wieder träumte sie von Austin.
Was ist nur los mit mir? Es lief doch alles so gut!
Am nächsten Morgen schlenderte sie gemütlich in die Küche, Lars begrüβte sie schon mit einer Tasse Kaffee.
„Oh danke!“, sagte sie erstaunt.
„Und hast du wirklich keine Lust mitzukommen, heute Nachmittag? Der Typ scheint echt nett zu sein und dir würde es bestimmt auch nicht schaden mal wieder rauszukommen!“
„Lass gut sein, Lars. Ich weiβ ja, dass du es nur gut meinst!“, sagte sie und verschwand mit der Tasse Kaffee in Richtung Badezimmer.
Lars seufzte. Er wusste nicht was mit Marie los war. Sie war so still geworden in letzter Zeit und nicht mehr die lebenslustige und ein wenig verrückte Marie die er kannte. Sie teilten sich nun schon seit fast zwei Jahren eine Wohnung und Lars kannte sie in und auswendig. Er merkte, wenn sie etwas bedrückte.
Nachmittags hatte Marie die Wohnung für sich alleine. Sie war schon seit langem nicht mehr so zufrieden. In der Uni lief alles wunderbar, die Arbeit hatte sie so gut wie fertig. Sie schaltete die Stereoanlage an und tanzte vergnügt durch die Wohnung. Austin konnte sie für eine Zeit lang vergessen. Erschöpft lieβ sie sich auf's Sofa fallen und hörte nur noch die Musik. Leise summte sie die Melodie mit.
Wer weiβ wie lange sie dort so gelegen hat, sie hörte wie jemand die Tür öffnete.
„Hallo Marie!“, rief Lars, „Wir haben Besuch!“
„Hi.“
Dann richtete sie sich auf und ihr Blick fiel auf den Mann, der hinter Lars stand, sie erstarrte.
Er war groβ und schlank. Seine Haare waren dunkel, fast schwarz. Seine kurzen dennoch wuscheligen Haare waren mit Gel gebändigt. Seine weiβen Zähne blitzten. Der Drei-Tagebart stand ihm gut. Sein Gesicht zeigte einen unerklärlichen Ausdruck und seine grünen Augen starrten sie an...
Austin...! Marie's Herz begann zu rasen. Ungläubig starrte sie ihn an. Doch dann riss sie sich zusammen. Marie stand langsam auf. Sie zitterte.
Verdammt warum ist er hier? Was will er hier? Beherrsch dich jetzt Marie!
Sie ging auf ihn zu und lächelte wenn auch etwas gezwungen. Sie wollte gelassen wirken. Marie streckte ihm die Hand entgegen und stellte sich vor: „Hi, ich bin Marie, Lars' Mitbewohnerin, Sie sind dann wohl der neue Nachbar.“
SIE?!
Sie wusste dass ihre Stimme ziemlich gleichgültig und frostig klang, dennoch wagte sie es nicht Austin in die Augen zu blicken. Als er ihre Hand nahm, lief ein leiser Schauer ihr über den Rücken.
„Ja, mein Name ist Austin.“, sagte er mit seiner tiefen wohlklingenden Stimme, dennoch glaubte Marie ein leises Zittern zu hören.
Langsam hob sie den Blick und sah ihm in die dunkeln Augen, ihr Herz setzte einen Schlag aus. Sie entzog ihm schnell ihre Hand. Marie fuhr sich etwas nervös durch die Haare.
Ich muss hier weg!, dachte sie.
„Lars, ich muss noch zu Lena rüber. Tschüss.“ Etwas zu hastig zog sie ihre Jacke an. Sie schloss die Tür hinter sich, lehnte sich dagegen und atmete erst einmal durch.
„Ich weiss nicht was mit ihr los ist.“, sagte Lars entschuldigend zu Austin. Doch dieser hörte ihm nicht zu, Austin starrte noch immer auf die Stelle wo Marie noch eben gestanden hat. Seine Marie.
Er war sprachlos.
Sie ist noch immer so schön wie damals. Ihre weichen dunkelbraunen Locken umschmeichelten ihr Gesicht. Er hatte ihre vollen sinnlichen Lippen immer geliebt und ihre wunderschönen braunen Augen. Er hatte es geliebt wenn sie sich auf die Lippen biss, wenn sie angestrengt nachdachte. Er hatte es geliebt wie sie eine Haarsträhne zwischen den Fingern zwirbelte. Er hatte alles an ihr geliebt, er liebte noch immer alles. Er liebte sie.
„Austin!“, riss Lars ihn aus seinen Gedanken.
„Eh... Lars, ich geh jetzt lieber. Muss noch einrichten und auspacken, du weiβ ja wie das ist. Tut mir leid. Wir seh’n uns.“
Verwirrt verlieβ er die Wohnung.
Während dessen saβ Marie auf einer Bank im Park. Ihre Gedanken drehten sich ständig um Austin. Tränen liefen über ihre blassen Wangen.
„Austin, Austin ...“, hämmerte es in ihrem Kopf. Der Wind blies ihr durch die Haare. Marie atmete tief ein, dennoch glaubte sie zu ersticken.
Was soll ich nun tun? Ich will ihn nicht jeden Tag sehen müssen!
Reflexartig biss sie sich auf die Lippe und fuhr sich nervös durch die Haare.
Ich werde ihm aus dem Weg gehen. Was soll ich sonst tun?
Mit diesem Entschluss ging sie nach Hause.
Dort wartete Lars schon ungeduldig auf sie. Er sass auf dem Sofa und tippte unruhig mit den Fingern auf den Tisch. Als Marie eintrat rief er: „Marie, komm her, bitte...“
“Ja?“ Er sah, dass sie geweint hatte. Die Augen waren gerötet, ihre Wangen waren blass un ein merkwürdiger Ausdruck lag auf ihrem Gesicht.
„Ist Austin, na ja, ist er dein Austin?“
Marie sah ihn an und nickte kurz.
Lars stöhnte: „Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich ihn niemals mit her gebracht!“
„Ist schon gut. Ich hab's ja überlebt. Aber bitte
1
2
Kommentare
Marie schrieb am 2007-11-27 22:05:34:
dankedanke=D dies war meine allererste Geschichte. habe sie ungefähr vor 3 Jahren verfasst.
Hilfe? schrieb am 2007-11-26 17:28:13:
Hi,marie,
klasse Geschichte! Wunderschön!
Echt interessant geschrieben!
Dickes Lob!
Liebe Grüße,
Samuel
Kommentar hinzufügen