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Kategorien > Liebeskummer > Schmerz

Anfang und ?Ende? einer Bekanntschaft

von Wilhelm Bartholomäus

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Sie lernen sich kennen.
Sie sind am Ende.
Sie geschieden, er aus den Trümmern einer Beziehung.
Sie freunden sich an.
Sie sind am Anfang.
Sie findet ihn hübsch, er findet sie durschnittlich attraktiv.
Sie will ihn kennenlernen - er lässt sich drauf ein.
Er hat zu viel Zeit. Alte Freundschaften sind Geschichte, auf neue lässt er sich nur zögerlich ein.
Zu viel erlebt, vor allem Enttäuschung. Vertrauen gleich null, Angst dafür gewaltig.
Sie schreiben... das kann er. Er ist tiefgründig, intelligent...
Sie ist intelligent ... auch tiefgründig ?
Sie weiß es nicht. Sie fühlt sich eigentlich ganz gut... es bleiben leichte Selbstkomplexe - Sie fühlt sich zu dick ... sie ist es auch .. ein wenig. Sie weiß das. Ihre Ehe hat ihr vieles gebracht... sie ist erfahrener... aber ist erfahrener gleich gut ? Oder verhindert es Liebe ? Kann es die Naivität nehmen ? Romantischer, unreifer Kitsch.... für viele das höchste der Gefühle... findet sie jedoch albern. Sie will eine praktische Beziehung... Beziehung als Hobby, kommt erst nach Beruf und anderen Hobbies. Sie hat ja auch ihre Freundinnen ... da brauch sie nicht unbedingt jemanden. Aber natürlich wäre es mit Partner noch besser ...
Beziehung aus Zweck ?
kommt für ihn nicht in Frage.
Aber er ist ja auch nicht auf aggressiver Suche. Er trauert noch etwas seiner Bezihung hinterher... geliebt hat er , geliebt hat sie, verlassen hat er sie, trotz Liebe. Aber es passte nicht mehr.
Sie flirten... aber nur etwas ... sie reden ... nicht viel... auf der Arbeit kaum... Büro an Büro sitzen sie, sagen nicht viel.
Aber sie schreiben.
Sie schreiben. Viel und noch mehr und immer mehr. Es baut sich wieder etwas auf, was kein Architiekt, kein Psychologe für möglich gehalten hätte, ein Anthropologe hingegen sehr wohl: Vertrauen.
Sie vertraut ihm... noch nicht komplett... aber sie hat ein gutes Gefühl... er wird sie nicht enttäuschen... dafür ist er zu gut.
Er vertraut ihr... lange hat er nicht mehr sowas erlebt... er konnte ihr alles sagen... sie war nicht abwertend. Sie hat nicht gelacht... obwohl sehr viel Peinliches dabei war. Sie mochte seinen Humor. Und er mochte ihren. Sie war wirklich lustig. Keine Kichererbse... ne richtig Schlaue !
Er mochte sie gut leiden... sie mochte ihn gut leiden.
Seine Kollegen wurden skeptisch ... ihre Kollegen wurden skeptisch ...
doch da war nichts ... er war sich sicher. Sie war es nicht , aber da war, so glaubt sie... nein so weiß sie, da war nichts !
Und wenn doch... dann würde sie es bald wissen... sie lässt es auf sich zukommen.
Er ist froh, dass er sie getroffen hat. Aber da war nicht mehr... seine Kollegen zogen ihn auf... er fand es nur bedingt schlimm, denn schließlich war er ehrlich. er betrog sich nicht selbst.
Aber sie war eigentlich so, wie er es gern wollte. Sie war schlau. Das mochte er. Sie war unkompliziert. Das möchte er. Sie war verständnisvoll und wenn man ehrlich war ,nicht mal typisch weiblich (Sie spielte Fußball !). Aber sie war komisch. Ihr Körperbau war komisch. War er jetzt oberflächlich ? Oder entsprach das einfach der männlichen Natur ?
Er kam sich komisch vor.
Sie kam sich komisch vor.
Sie redeten nun öfter. Geradezu, um Kollegen zu provozieren. Aber auch, weil es einfach toll war. Es gab peinliche Momente der Stille... doch die gab es immer... die meiste Zeit war es lustig, friedvoll und angeregt. Selten konnte Reden so schön sein. Es machte Spaß... es war auch manchmal anstrengend... weil sehr tiefgründig. Leichte Neckereien ... Anzeichen von Liebe... sie wusste es nicht... er wusste es nicht.
Verabredung.
Er war schick. Er wusste, dass er es war.
Sie nahm es zur Kenntnis. Sie war schick. Er nahm es zur Kenntnis. Er fand es nicht schlecht.
Sie hatte die Haare anders. Ja, sie hatte sie anders. Besser. Schöner. Er war wieder oberflächlich und er wusste es. Aber es störte ihn heute nicht besonders.
Sie gingen etwas trinken. Aber es sollte kein Date werden. Nein, nicht nötig... ein paar gemeinsame Kumpels waren dabei. Arbeitskollegen, man kam gut mit ihnen aus... er kannte sie lange, sie kannten ihn. Sie fanden ihn immer etwas komisch, aber sie mochten ihn... irgendwie. Er konnte einiges an ihnen nicht leiden... aber er mochte sie... irgendwie.
Sie kannte sie noch nicht lange. Sie mochte sie schon auch. Natürlich waren das oberflächliche Bekanntschaften. Sie kannte sie nicht lange.
Sie gingen etwas trinken. Sie trafen noch mehr Leute... Verlust von Überblick vorprogrammiert.
Und sie redeten... redeten alle... es war harmonisch... aber es ging zu schnell... das Glas an den Lippen, das nach Reinhaltsgebot gebraute Gesöff rannte die Kehle regelrecht in Weltrekord hinunter.
Er war angetrunken... sie war angetrunken... nein, sie war betrunken.
Und da war noch jemand. Jemand... verstand sich fantastisch mit ihr. Er fand es nicht schlimm, er hatte noch andere Gesprächspartner ... nein er fand es toll, dass sich seine neue Freundin mit seinen alten Freunden so gut versteht. Und Jemand war ein toller Kerl. Er mochte ihn... weil er nicht so schwierig war, wie seine anderen Kumpels... das waren Kumpanen... zum Saufen prima, als Freunde eher untauglich.
Doch er hatte sie. Sie war anders... sie verstand ihn ... Und jedes Bier machte sie hübscher. Ein paar mal hatten sie sich an diesem Abend im Arm gehabt. Für keinen von ihnen von Bedeutung... nein für sie war es nicht von Bedeutung. Alkohol hatte sie betäubt. UNd ehe sie sich versah, hatten sich ihre Lippen getroffen. - Nein es waren nicht seine Lippen - es waren Jemands Lippen. Nur kurz, nicht innig, eher ein bloßer körperlich vollzogener Akt... typisch für Betrunkene.
Es hätte ihn nicht gekümmert ... noch vor wenigen Stunden. Doch jetzt war es anders.
Es schmerzte ihn.
Am nächsten Morgen böses Erwachen.
Er würde sie fragen. Nein würde er nicht... heute war das Gefühl irgendwie wieder verflogen. Nicht mehr da. Konnte er sie nur betrunken lieben ? Unsinn ... total paradox, nein schwachsinnig, wäre unlogisch.
Er verwarf es.
Sie konnte sich an nichts mehr erinnern. Doch da war ein Kuss, das wusste sie. Der Typ war cool , wirklich , aber eine Wiederholung brauchte es nicht. Das könnte sie ruhig öfter haben.
Sie fand es wirklich schön... und er fand es auch toll... das glaubt sie zumindest. Sie würde mit ihm schreiben. Aber das findet sie eigentlich so unangebracht. Sie will telefonieren. Reden, seine Stimme hören, das wirkt persönlicher.
Sie schreiben. Sie sendet ihm ihre Telefonnummer. Er ruft sie an.
Es ist ewig her, dass er mit einer Frau telefoniert hat.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten wird es besser. Nein, es wird sensationell. Stundenlang telefonieren sie. Ewig reden sie, finden kein Ende.
Sie ist toll. Mit ihr kann man ewig reden. Und was ist wichtiger ?
GIbt es noch ein Kriterium, dass sie zu erfüllen habe ?
Er war wieder so, wie er sein wollte: Tiefgründig, den Menschen von innen betrachtend:
Und sie war hübsch ... und wie hübsch sie war ... nein sie war schön.. von innen

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