Angst
von
Michael Reißig
1
Angst
Blut es wallt in deinen Adern,
immer lauter pocht dein weiches Herz,
Wahn der dich gefesselt hat,
mündet in einen tiefen Schmerz.
Angst, die ständig mit dir fährt,
wenn du auf Achse bist,
Angst, die eine Geissel ist,
wenn du sie nicht nieder ringst,
Sie ist wie der Fels-
der vor der Brandung steht -
und dich „beschützen“ mag,
erklimme diesen hohen Berg,
auch wenn du ihn noch nicht magst.
Angst vor der Arbeit und deren Verlust,
vor dem Versagen, dem endlos Verdruss,
Angst vor dem Partner -
der dir nicht mehr traut,
vor der riesigen Menschentraube -
die dich „scheinbar“ durchschaut.
Angst vor dem Dunkel,
den Gestalten auch,
vor halbwüchsigen Teenagern -
im vollen Rausch.
Richte dich auf und schaue nach vorn!
Kletter hinauf und lauf nicht davon!
Sonst überfällt dich die Angst,
die dich gefangen macht,
die deinen Leib so durchwühlt,
bis dass du nie mehr lachst.
Verlassen hast du diese Glocke,
die dich beschützet hat,
gerungen mit der Megatonne,
die Last – sie gab dir neue Kraft.
1
Kommentare
Kyouyama schrieb am 2008-10-11 18:35:25:
toller schreibstil
gefällt mir sehr
Katja_Leisemann@gmx.de schrieb am 2008-10-09 20:48:07:
waaaaaaaaaaaah einfach nur gut geschrieben aber gleichzeitig auch grauselig.. man spürt förmlich was in den Zeilen steht-echt klasse!=)
lg Katja
Kommentar hinzufügen