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Kategorien > Mysterie > Vampire

Aquula - das Wasser der Sünderin

von Pandora Young

1

Der Regen lief langsam die Scheiben des Mausoleums herunter in dem ich saß. Ich spürte fast jede Druckwelle eines auftreffenden Tropfens schmerzhaft in meinen Knochen wiederhallen. Leise legte ich meine Hand auf die Grabsteinplatte auf der ich saß und merkte wie die Rebellion in meinem Blut aufwallte.
Hier sollte es nicht enden. Nicht für mich in einem Mausoleum auf einem Grab eines Fremden. Ich war noch betäubt von dem Graß, dass in kleinen Klümpchen durch meine Adern Floss und Schmerzhaft in jeder Kapillarverengung stecken blieb.
Ich hätte einfach die Bong stehen lassen sollen, ich wusste ja, dass es soweit kommen würde.
Aus dunklen Augen starrte er mich an. Fast lässig wie er mir gegenübersaß und mir nebenbei ein fast lüsternes Lächeln zuwarf. Wenn ich nicht wüsste dass er sich riskieren würde, hätte ich ihn vielleicht schon verführt. Immer wieder sank mein Kopf nach vorne und stieß gegen mein angewinkeltes Knie. Ein tiefes, kraftloses Lachen stieg aus meiner Kehle.
Michaels leuchtenden roten Augen glühten sich direkt in meinen vernebelten Geist hinein und seine Aura schien stärker zu werden, sodass mir warm wurde. Er setzte sich neben mich und legte seine Hand in meinen Rücken um mich zu stützen und mit dieser einfachen Geste blies er meinen letzten wiederstand fort. Fragend kam ein laut aus seiner Kehle, welcher mich bis auf die Knochen erschütterte.
„Den ganzen Scheiß kann man ja nur stoned durchstehen.“
Nun lachte auch er und legte seinen Kopf in die Beuge meines Halses und ich konnte ihn spüren. Seinen Perfekten, viel zu warmen Körper. Seine zarten Bartstoppeln die über meine Weiße Haut kratzten. Die pure Lust lies mich zittern.
„Ach Liebste, geliebte Aquula, mein kleines Wässerchen. Du weißt, dass es bald zu ende ist? Sie wird dich nicht leiden lassen. Sie liebt dich und weiß, dass ich dich bei deinem nächsten Blutgang töten muss.“
Ich sah seine todtraurigen Augen auf mir ruhen und mein Herz schrie. Ich konnte den sauren Dampf der Tragödie in der Luft riechen.
Mit einem letzten Lächeln zwang ich seine Lippen auf meine und küsste ihn so brutal, dass ich ihm den perfekten androgynen Mund aufriss und wie die feinste Delikatesse rannen ein paar Tropfen Engelsblut in meinen Mund.
All meine Energie war zurück, mein Kopf klar und mein Körper bereit wieder zu jagen.
Er stieß meinen Kopf zurück mit tränen in den Augen, plötzlich schien der Raum zu brennen. Meine Haut schien zu schmoren und meine Lungen wurden zu einem Hochofen.
Mit einem tief verletzten Heulen zog er sein Schwert.
Er die rechte Hand Gottes liebte mich, ich wusste es, aber er war nur um Seine Befehle auszuführen sonst nichts.
Es war einfach nicht anders zu ende zu bringen. Denken war nicht mehr möglich, dass Monster in mir erwachte und eine Vorfreude auf Befriedigung erfüllte mein ganzes sein. Mit meiner linken Hand malte ich mein Zeichen, dass gleichschenklige, nach unten gerichtete Dreieck, in die Luft.
Die Mutter hat mich nicht grundlos zu einer der Ihren gemacht, so bin ich doch die Wiedergeburt des Wassers, ich bin da um Michael, den letzten Vorposten Gottes zu töten.
Er war der Morgen und sein Feuer würde in der Nacht meines Herzens erlöschen.
Ich lies meine Aura auf ihn zuschnellen und es war kein gleicher Kampf.
Ich spürte, wie er litt. Ich litt genauso, wenn nicht noch schlimmer. Jede Wunde an seinem Körper zerstückelte den Meinen. Es würde heilen, bei uns beiden. Es war kein Geheimnis, dass wir Astralwesen unsterblich waren.
Aber unsere Seelen wurden langsam aber sicher zu Krüppeln.
Michael ging in die Knie und ich ließ von ihm ab. Keuchend stützte er sich auf dem Boden ab.
„Da hat Passidea sich ja die richtige für Ihre Armee gesucht...“, er hustete Kurz. Die ganze Hitze die ich so an ihm liebte war Vergangenheit. „Und? Befriedigt es dich? Ein Blutlecker wie sie zu sein? Liebst du sie dafür dich zu dem gemacht zu haben?“
Ich beugte mich zu ihm herunter und küsste ihn ein letztes mal. Meinen perfekten Engel, meinen Michael.
„Ja.“
Dann ging ich hinaus in die Nacht. Der Tag des Krieges würde noch früh genug kommen und bis dahin will ich Eva so gut unterstützen wie ich kann. Und ohne Michael könnte ich das nicht, denn in dem Moment in dem er stirbt sterbe auch ich.
Es ist Sünde.
Und es lässt mich jedes Mal weinen.

Gott! Ich wusste nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: «Du sollst nicht begehren!»

Du hast Michael erschaffen und für dieses Desaster gesorgt!

Ich hasse dich!

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Kommentare

Alucard schrieb am 2006-10-01 12:15:45:
eine sehr interesante Geschichte, die mir persönlich sehr gut gefällt. Besonders die Thematik ist genial, auch wenn man solche Lovestorys hundertfach lesen kann ;-) Trotzdem find eich deine bemerkenswert. Ganz dickes lob. sprachlich auch sehr ausgefailt.
Liebe Grüße Raph

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