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Kategorien > Vampire > Fantasy

Arbogaz, ein Vampir lebt in mir

von Angel

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Schmerzen durchdringen die Seele.
Ein Schnitt in die Haut, ließ den Körper gefrieren. Ihr wurde urplötzlich kalt und sie zitterte, doch sie musste es einfach tun. Etwas in ihrem Unterbewusstsein schien es ihr zuzuflüstern. Zitternd drückte sie die scharfe Messerklinge durch die Hautschichten, bis das Blut heraus quellte. Es reichte ein kleiner Schnitt, bis die ersten Blutstropfen ihren Weg über den Arm fanden und hinunter liefen. Das rote Gut schien sich in ihrer Armbeuge zu sammeln, bis es als Schwamm hinunter fiel. Er schloss seine Augen und spürte förmlich die wohltuende Wärme in ihm aufsteigen. Der Selbstkontrolle entrissen, konnte er sich dem inneren Druck nicht mehr widersetzen und zog ihren Arm zu sich heran. Zwei hervorstehende Eckzähne blitzten im Mondschein auf, als er mit seiner letzten Kraft, seinen Kopf in den Nacken legte, um auszuholen. Dann stieß er seine Zähne tief in ihre Adern und saugte sich fest. Diese Mischung aus dem metallischen und wiederum süßlichen Geschmack raubte ihm die Sinne.
Er kannte sie seit einigen Jahren. Regelmäßig verbrachten sie die Abende zusammen und erzählten sich, was an den Tagen zuvor passiert war. Nie wollte er ihr Blut in sich aufnehmen, geschweige denn seine Identität preisgeben. Nunmehr unauffällig bewegte er sich tagsüber zwischen den Menschenmassen. Es lag wohl an seiner schlanken, zierlichen Figur. Da nutzen auch seine hell blauen Augen nichts. Niemand schien reges Interesse an ihm zu haben. Doch sie fand Gefallen an ihm – schon vom ersten Tag an, als sie sich trafen. Er sollte es nur nicht erfahren… Bis zum jetzigen Zeitpunkt, zu dem er sie brauchte.

Nachts wuchs etwas Fremdes in ihm auf, das niemand zu Gesicht bekommen sollte. Es begann mit seinem achtzehnten Lebensjahr. Unruhig wälzte er sich, getrieben von einer Seite zur anderen im Bett hin und her. Er konnte einfach nicht schlafen.

Dieser Junge spürte etwas in ihm aufwachsen, dass zuvor darauf gewartet haben musste, bis es reif geworden war. Gleich einer Frucht in der Erde, die im Innern unsichtbar heranwächst, bis sie reif zum Pflücken sei. Wie ein Geschöpf in einem Kokon, das Zeit braucht, bis es herausschlüpfen kann. Ein Virus in seinem Wirt, das nach dem Ausbruch auf das nächste Opfer losgelassen will um den Körper von jetzt auf Gleich zu verändern. Eine Macht erwachte in ihm, die so heiß wie Feuer erschien. Er spürte wie er sich veränderte, auch wenn er es nicht steuern konnte. Oder vielleicht noch nicht steuern konnte? Etwas merkwürdiges ging in ihm vor, dass war klar. Aber was war es?

Noch bevor er ernsthaft darüber nachdenken konnte, riss es ihn schmerzhaft zu Boden und spürte, wie sein Körper sich verändern würde. Im weichen Mondschein suchte er nach einer Möglichkeit sich zu beobachten, aber mehr als herumliegende CD Hüllen und Zeitschriften fand er nichts Brauchbares. Als der Schmerz nachließ, erhob er sich wieder und spürte eine starke Energie in sich aufflammen. Doch da war noch etwas anderes...

Unweigerlich zog es ihn ans Fenster. Seine Hand erhob sich, um das Fenster zu öffnen. Mit einem leisen Quietschen sprang es auf und er sog die Nachtluft tief in seine Lungen ein. Es schien, als bekäme er Hunger. Doch dieser Hunger war anders, als er Gestern ein Brot machte um satt zu werden. Vielmehr war es ein unstillbarer Durst. Da hob er den Kopf an, blickte gen Himmel und fixierte den Mond. Dieses helle Leuchten war einfach phantastisch. Da verspürte er eine Sehnsucht, die er zuvor nie kannte. Gedankenlos kniete er sich auf den Fenstergiebel, hielt sich kurz mit den Händen an den Seiten fest und stieß sich ab und sprang unbedacht aus dem Fenster. Erst jetzt wurde ihm klar, was er getan hatte. Er schaute nach oben. Sein Zimmer lag im dritten Stock und doch kam er unverletzt auf der Erde an. Was war es nur für eine Kraft in ihm? Unheimlich spürte er eine Gänsehaut durch seinen Körper laufen. Es kribbelte von den Händen bis in die Schultern hinauf.


Dann lächelte er…

Welche Kraft es auch immer war. Sie schien ihm gut zu tun. Also begann er sie einfach zuzulassen. Was sollte ihm jetzt schon passieren, wenn er aus dem dritten Stock springen konnte und heil auf dem Boden aufkam?

„NICHTS… REIN GAR NICHTS“ dachte er bei sich und schmunzelte frech in sich hinein.

Er genoss diese neue Freiheit Sie war atemberaubend. Als er sich konzentrierte, bemerkte er, dass Geräusche aus weiter Entfernung klar und deutlich hörbar waren. Er vernahm jeden noch so leisen Ton, als würde er direkt neben seinem Ohr schallen.

„Phantastisch…“ flüsterte der Junge vor sich hin.
Seine Angst verlor sich immer mehr, als er zu sich sprach:
„Es muss ein Geschenk sein. Vielleicht hat Gott es mir gegeben. Wer sonst könnte mir solch ein gutes Gefühl geben?“

Da sank er zu Boden, neigte seinen Kopf hinab und küsste das nasse Gras vor seinem Gesicht.
„Danke Gott“ rief er in die Nacht hinaus. „Du bist Licht und Schatten und ich bin nun ein Teil von dir.“

Hochgeschreckt von einem Geräusch, sprang er auf und sprintete von Jetzt auf Gleich los. Umso länger er rannte, desto schneller wurde er. Unaufhaltsam trugen seine Beine ihn hinein in den nahe gelegenen Wald. Immer weiter rannte er, streifte die Äste der großen Bäume, die meterhoch in die Luft rangen. Plötzlich blieb er stehen. Er hörte ein Knacken in den Bäumen. Es muss ein Tier sein, aber welches? Ein schneller Schatten schien ihn einzukreisen. War es wirklich richtig in den Wald hinein zu gehen?

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