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Kategorien > Erotik > Kurzgeschichte

Arno

von athur dent

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„Arno?“ Zu spät, das Wort war über die Zunge noch ehe sich mein Gehirn eingeschaltet hatte. Der junge Mann vor meiner Tür schaute mich etwas verlegen an: „Hallo, ist Martha da?“ Er kannte anscheinend den Weg zum Fremdenzimmer, das meine Nichte in diesen Ferien in Beschlag genommen hatte und ließ mich mit meinen Gedanken allein.

Ja, er sah so aus wie Arno. ‚Wie Arno vor 20 Jahren ausgesehen hat!’ wies ich mich zurecht. Unsere Wege hatten sich ein paar Mal gekreuzt und an jeder dieser Kreuzungen hatten wir einen sauberen Unfall hingelegt.

Nachbarskinder, praktisch gleich alt. Die Väter und auch die Mütter mochten sich. Vielleicht ist das Wort Sandkastenliebe für uns erfunden worden. Wenn ich zurück denke, waren wir immer in Arnos Sandkasten. Auch im Winter??? Kann man sich überhaupt zurückerinnern oder fallen einem im Grunde nur die alten Fotos ein? Unsere Familie hatte großes Vergnügen daran , dass wir uns so ungeniert für Fotos auf den Mund küssten, wir vielleicht auch. Ich glaube, Arno war ein wirklich netter Junge, vielleicht zu nett? Jedenfalls hab ich mir einmal eine Decke über den Kopf gezogen um ihn zu erschrecken und er hat sich gegen das Gespenst mit einer kleinen Metallschaufel verteidigt. Meine Kopfverletzung blutete stark, daran erinnere ich mich wirklich, und Arno ist mir dann immer irgendwie aus dem Weg gegangen.

Obwohl Nachbarn, sahen wir uns selten, wir gingen in der Grundschule in Parallelklassen und mit 10 kam er auf ein Jungengymnasium und ich auf eins für Mädchen. Als ich 11 wurde, raste ich schon wieder mit Volldampf auf die nächste Kreuzung zu; aber wer konnte das wissen? Wegen Haltungsmängeln sollte ich Sport treiben und auch er war bei den Leichtathleten. Arno war im Verein schon ein kleiner Star. Sein schlanker Körper raste wie der Wind um die Aschenbahn, er mochte auch die anderen Disziplinen und immer wenn ich auf den Sportplatz kam, sah ich ihn irgendetwas trainieren.
Mein Interesse für Jungen war gerade dabei zu erwachen und er war unschuldig wie mit 4, als er das Gespenst besiegt hatte. Ich fühlte mich von ihm missachtet. Was dachte er, warum ich immer wieder zum Platz kam und stundenlang neben der Aschenbahn hockte? Wie konnte er so freundlich zu mir sein und mich immer wieder abblitzen lassen? Sein blödes Gerenne und Gehopse war ihm mehr wert sich mal neben mich zu setzen. Ich fühlte mich verletzt. Ich habe dann einmal einfach seine Sachen versteckt, als er unter der Dusche war und Arno hatte keine Wahl als nackt über den halben Platz zu seiner Sporttasche zu laufen. Er hatte mit 11 noch einen winzigen unbehaarten Kinderpimmel, alle sahen das, alle lachten und machten ihre Witze und Arno, der das nicht ertragen konnte, wechselte zu den Schwimmern.

Die dritte und vorerst letzte Kreuzung fanden wir mit 15. Im Konfirmandenunterricht waren wir in unterschiedlichen Gruppen gewesen, doch bei einer Konfirmandenfreizeit hatte es zwischen uns Funken geschlagen, wie es nur in dem Alter passieren kann. Die beiden vorherigen Unfälle waren schnell aufgearbeitet: „Weißt Du, dass es mir schrecklich leid getan hat, mit Deinen Sachen?“ –„Ach, dafür hab ich Dir fast den Schädel eingeschlagen. Ich glaube, wir sind quitt.“ Wir hatten keine Zeit für so was, wir wollten gemeinsam zu neuen Unfern. Wie blöd, dass das alles erst am letzten Tag der Freizeit passierte. Zuhause war dann wieder der Gartenzaun zwischen uns, der mit den Jahren immer undurchdringlicher geworden war.

Nach jedem unserer Unfälle war das Verhältnis unserer Eltern weiter abgekühlt und ich konnte Arno nicht einfach mit nach hause bringen. Doch dann wurden wir konfirmiert und fuhren beide als Teamer in ein Ferienlager der Kirche. Wir klebten aneinander. Gut, wir waren Gruppenleiter; aber es blieb viel Zeit für Umarmungen Küsse und unsere neue große Entdeckung: Petting. Arno war wirklich damals schon sehr zärtlich und er wusste, wo er mich streicheln musste.

Wir taten nichts Verbotenes und genossen uns auf ganz unschuldige Art. So sahen wir das jedenfalls. Der Pfarrer sah das anders, Arno musste zu ihm kommen. Etwas verstört kam er aus dem Zimmer und sagte nur, ich muss nach hause. So sah also das Mittel des Pfarrers gegen ungewollte Schwangerschaften aus. Ich hörte nichts von Arno und konnte das Ende des Lagers nicht abwarten. Ich hatte jetzt einen echten Freund. Gut, der Pfarrer war jetzt leicht reserviert, ich schob es darauf, dass er es mir in die Schuhe schob, dass er sich um Arnos Gruppe kümmern musste.

Endlich, das Lager war zuende, hatte Arno meine Karten bekommen? Wie würde es jetzt sein, würde er vor dem Schultor auf mich warten. Doch alles war anders. Arno war nicht da. Nach und nach erfuhr ich es: es hatte ein Gerücht gegeben, Arno hätte versucht, mich zu vergewaltigen oder ganz nach Temperament des Erzählers, er hätte es getan. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass meine Mutter in ihrem Bemühen, die öffentliche Unschuld ihrer Tochter zu retten, daran nicht unbeteiligt war. Arno und seine Eltern waren angegiftet worden. Nach außen so ein netter Junge, und dann so was. Die Entscheidung, dass Arno auf ein Internat gehen sollte, war schnell getroffen worden, auch von ihm, da meine Mutter wohl durchblicken lassen hatte, sie hätte auch mit mir gesprochen.

Arno war weg. Das Internat, in den Ferien besuchte er Sportcamps oder verreiste mit seinen Eltern. Wir grüßten uns, wenn es nicht zu vermeiden war. Das war alles.

Ich hatte gehört, er wäre jetzt Arzt in einer Nachbarstadt und ich lebte auch nicht mehr in unserem Vorort, ich war in die City gezogen. Unsere Eltern wurden weiser und milder und sie redeten auch wieder miteinander; aber bei meinen seltenen Besuchen dort traf ich nie auf Arno. Manchmal erzählte meine Mutter von Ihm.

„Hallo, wovon träumst Du?“ Es war Martha, meine tolle Nichte. Sie liebte es, ihre etwas verrückte Tante in der Stadt zu besuchen und hatte praktisch mein Gästezimmer zu ihrem Hoheitsbereich erklärt. Ich erschrak etwas, schüttelte leicht den Kopf und sagte: „Ach, nichts.“ Sie kam etwas näher: „Du hast Ben einen richtigen Schrecken eingejagt mit Deinem Arno. Was hast Du überhaupt damit gemeint? Ben ist ganz verwirrt, sein Vater heißt nämlich so.“ Jetzt wurde ich neugierig: „Und Ben, heißt der etwa Ben Schütte?“ „Ja, aber woher weißt Du das schon wieder?“ „Ach Martha,“ lachte ich nur „ich kenne ihn von ein paar Unfällen.“ Sie schüttelte den Kopf und ging. Ben verabschiedete sich später etwas zurückhaltend von mir, die Augen voller Fragezeichen, sein Vater hatte ihm offensichtlich nie von mir erzählt.
Er war ihm so ähnlich.

Zwei Wochen später, die Ferien meiner Nichte gingen auf ihr Ende zu, und ich hatte mich an den netten Ben gewöhnt, klingelte das Telefon. „Hallo Helen.“ „Moment Ben, ich hole eben Martha.“ Auf der anderen Seite des Hörers war ein Lachen zu hören. „Klingen wir so ähnlich? Ich bin nicht Ben, ich bin Arno.“ „Arno? Mein Arno?“ Entfuhr es mir. Wieder hatte das Gehirn das Wettrennen mit dem

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Kommentare

Anonym schrieb am 2010-11-09 19:44:36:
Ich liebe Deine Geschichte, meiner Meinung nach, ist es ein Teil aus einem Buch, dass Du hättest schreiben können. Wie wäre es damit?
Ich möchte unbedingt wissen, wie es weiter geht.
Vor allem, dass Du auf alles so detailliert eingegangen bist. Für die Notgeilen, war es vielleicht ein bisschen zu wenig Erotik, aber hier ist das Thema die Liebe.
Ich mag die Charaktere, die Du ausgewählt hast.
Wahrscheinlich solltest Du Deine Geschichte öfters lesen, um unnötige Rechtschreibfehler zu vermeiden. Mit deinem Ausdruck bin ich relativ zufrieden.
Weiter so!

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