Auf Zauberstrümpfen zum Kinderhaus
von
Luna
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Auf Zauberstrümpfen zum Kinderhaus Teil 1
Bernie kann nicht schlafen und blickt sich in seinem Zimmer um. Ein kleines Licht, neben ihm auf dem Nachttisch, verbreitet einen warmen Schein. Dass ist mein Reich, denkt er.
Wenn ich nicht hier liege, dann liege ich unten im Wohnzimmer oder auf der Liege im Garten und schaue in den Himmel.
Bernie hatte einmal gehört, wie Oma und Mama über ihn sprachen.
„ Es ist alles so schlimm“, hatte Oma gesagt. „ Du musst jetzt deine ganze Kraft, Bernie geben. Der Junge braucht dich Eva“.
Mama weinte, als sie ihr antwortete. „ Erst Peter und nun Bernie. Das halte ich nicht aus“.
„ Mein Leben hat dann keinen Sinn mehr. Kannst du mir sagen, wie ich meinem Kind beibringen soll, dass es nie Fußball spielen wird. Nie zur Schule gehen kann. Oder dass es ihm nie vergönnt sein wird eine Familie zu gründen, weil seine Zeit dafür nicht reicht“.
„ Und wie soll ich dann weiterleben? Dass kann niemand schaffen“.
Ja, dass hatte er gehört. Aber er wusste es schon lange. Die Krankheit kam ganz langsam und besuchte ihn. Ständig war er müde und bekam Zuckungen. Und sein Körper war immer so schlapp.
Der Arzt im Krankenhaus, hatte zu Mama gesagt, dass Bernie eine Progressive Muskeldystrophie hätte. Genauso wie sein Bruder Peter, der schon mit 5 Jahren gestorben war. War sterben denn so schlimm? Bernie glaubte es nicht. Aber ein Leben ohne Mama, dass war schlimm.
Nein, zur Schule konnte er nicht gehen. Aber jeden Tag kam Herr Dunkler und lernte mit ihm. Bernie war ein guter Schüler, der alles sofort verstand, was Herr Dunkler ihm bei brachte.
Wissbegierig, sog Bernie alles in sich auf. So würde er nicht dumm sterben, dachte er oft.
Bernies Vater hatte sie verlassen, als er von der niederschmetternden Diagnose hörte.
„ Noch einmal, Eva“, hatte er gesagt. „ Stehe ich dass nicht durch“.
Das war nun schon 2 Jahre her und Bernie, hatte seinen Vater seit dem nie wiedergesehen.
Die Trauer darüber, hatte der Sehnsucht Platz gemacht. Denn Bernie hoffte jeden Tag, dass sein Vater ihn besuchte. Dass ihm einfiel, dass es ihn noch gab und natürlich Mama.
Jeden Abend betete er zu Gott, er möge ihm seinen Wunsch zu erfüllen.
„ Bitte lieber Gott, ich bin erst 7 Jahre und möchte nicht sterben, ohne meinen Papa noch einmal gesehen zu haben“.
Aber es geschah nicht so, wie er es sich wünschte. Doch sein Glaube daran, war unerschütterlich. Und noch eine Sehnsucht trug er in seinem Herzen. Die nach Peter, seinem Zwillingsbruder. Obwohl er schon 2 Jahre nicht mehr bei ihm war, spürte er oft seine Gegenwart hier im Zimmer. Peters Bett stand noch an seinem alten Platz, dass hatte Bernie sich von Mama gewünscht. „ Mach ihn nicht ganz weg“, hatte er sie gebeten.
Unter Tränen und mit schweren Herzen, hatte Mama ihm seinen Wunsch erfüllt.
Manchmal, stand sie vor Peters Bett und streichelte über die Bettdecke. Dann legte sie seinen Lieblingsteddy auf das Kopfkissen und verließ schnell das Zimmer.
Bernie liebte sein Zimmer. Die Wände sind rot- orange und gelb gestrichen. Dass waren auch Peters Lieblingsfarben gewesen. Die weißen Möbel, hatte Mama ausgesucht. Weil der Kontrast so schön ist, hatte sie gesagt. Damals, hatten sie noch viel Spaß zusammen gehabt.
Es war immer lustig bei ihnen gewesen, obwohl Peter da schon krank war. An den Wochenenden, besuchten sie oft einen Zoo oder fuhren zum schwimmen.
„Da waren wir noch alle zusammen“, seufzt Bernie schwer.
Gelangweilt, guckt er in den Spiegel, der als Tür an seinem Kleiderschrank ist. Eigentlich, waren alle Türen des Schrankes Spiegel. Bernie zog oft Grimassen, wenn er Langeweile hatte und lachte dann über sich selber. So wie jetzt. Erst streckt er sich die Zunge heraus und zieht anschließend an seinen Ohren.
Ein leises Lachen, beendet sein Spiel. Hatte Mama sich in seinem Zimmer versteckt?
„ Hallo Mama“, ruft er leise. „ Hast du dich versteckt?“
Wieder hört er dass leise Lachen. „ Nö, nicht Mama“, ruft eine Stimme ihm zu.
Bernie setzt sich in seinem Bett auf und guckt in jede Ecke seines Zimmers.
„ Wer denn?“ flüstert er leise. „ Ich sehe niemanden. Wer bist du denn?“
„ Guck doch mal in den Spiegel, Bernie“, antwortet ihm die Mädchenstimme.
Bernie, beugt sich etwas weiter vor und blickt gespannt in den Spiegel. Ein Mädchen mit blonden Haaren und Zöpfen, winkt ihm zu.
„ Na endlich“, sagt sie lachend. „ Ich dachte schon, du siehst mich nie“.
Bernie, kann erst mal gar nichts sagen. So etwas, erlebte man doch nur in Träumen.
Darum blinzelt er kurz mit seinen Augen. Doch das blonde Mädchen, blickt ihn immer noch an.
„ Du träumst nicht“, sagt sie belustigt. „ Du kannst noch so viel mit deinen Augen blinzeln“.
„ Ich bleibe wo ich bin. Außerdem, mein Name ist Jenny. Deinen kenne ich ja schon“.
„ Und was willst du?“ stottert Bernie aufgeregt. „ Bist du schon immer da?“
Jenny nickt. „Schon ziemlich lange“, antwortet sie ihm. „ Ich bin hier, seit Peters Krankheit“.
„ Und nun, bin ich hier wegen deiner Krankheit. Ich kann dir etwas geben, mit dem du laufen kannst“.
Bernie starrt Jenny immer nur an. So unglaublich ist dass, was sie ihm erzählt.
„ Und was?“ fragt er sie. „ Mir helfen keine Krücken mehr. Es gibt nichts, was mich wieder laufen lässt“.
„ Doch“, antwortet Jenny wieder. „ Es gibt etwas und dass schmeiße ich dir nun zu. Fang aber auch“.
Das blonde Mädchen hebt ihren Arm und schmeißt etwas in seine Richtung.
Zwei bunte Teile, fliegen aus dem Spiegel auf ihn zu und landen auf seinem Bett.
Neugierig geworden, nimmt Bernie sie in die Hand und betrachtet sie von allen Seiten.
„ Willst du mich veräppeln!“ ruft er ihr zu. „ Socken? Und dann auch noch kaputte“.
Jenny schüttelt ihren Kopf. „ Das kann doch wohl nicht wahr sein“, meckert sie los.
„ Es ist ja nicht gerade alltäglich, dass ein Mädchen mit dir spricht, was in einem Spiegel ist“.
„ Und darum werden die Socken, auch nicht nur normale Socken sein. Dass sie Löcher haben, liegt daran, dass sie schon von vielen Kindern getragen wurden. Also los, zieh sie an. Dann weißt du was ich meine“.
Kraftlos und nur mit Mühe, kann Bernie die bunten durchlöcherten Strümpfe über seine Füße ziehen. Aber er schafft es und ist unheimlich stolz auf sich.
„ Und nun?“ fragt er Jenny.“ Was soll ich jetzt machen? Sag schon“.
„ Aufstehen und zu uns kommen“, antwortet Jenny ihm. „ Das ist ganz leicht und einfach“.
Bernie, schaut noch einmal in den Spiegel und sieht zu seinem Erstaunen noch mehr Kinder.
Größere, kleinere und ganz kleine, die ihn gespannt angucken.
„ Bernie“, redet Jenny weiter. „ Du musst jetzt keine Angst haben. Steige einfach aus deinem Bett und komm zu uns“.
Bernie bekommt Angst. Was, wenn er es nicht schaffte? Dann würde er Mama wecken und dass wollte er auf keinen Fall.
„ Oh Mann, Bernie“, stöhnt Jenny. „ Jetzt bewege dich endlich. Dir wird nichts passieren“.
„ Peter, war nicht so ein Angsthase. Er war mutiger und ist sofort zu uns gekommen“.
Hatte sie Peter gesagt? Bernie, schaut noch einmal die Socken an und
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