Auf den Straßen
von
Sarafina Lübkemann
1
2
3
4
5
6
7
gehen.“, ruft Tizian und ist schon abgesprungen. Er wartet ein paar Sekunden bis ich alles verriegelt habe und geht mir voraus ins Cafe. „Hey!“, ruft er dabei laut aus.
Die Mädchen, auch Selina drehen sich um. Sie lächelt mich an, macht einen ihrer berühmten Augenaufschläge und kommt sich dabei unnahbar vor. Ist sie aber nicht wie ich weiß. Zumindest war sie abends in meinem Bett nicht. Ich gehe auf sie zu, selbstbewusst wie immer und lächle sie an. Sie lächelt zurück.
„Hey Luc.“, begrüßt sie mich und küsst mich leicht auf die linke und rechte Wange.
Ich erwidere den Kuss. „Selina.“, sage ich lächelnd. „Schön dich wieder zu sehen.“
Wir tauschen intensive Blicke aus und ich weiß dass dieser Tag mit ihr und mir in ihrem Bett enden wird. Und ich denke ich bin nicht der einzige der dies ahnt. Und der sich darauf freut.
„Wie geht es dir?“, fragt sie mit ihrer ruhigen Stimme.
Ich lächle, weil ich sehe wie ihr Blick besorgt auf meine Stirn fällt. „Gut, wie soll es mir sonst sehen?“
„Du Angeber.“, sagt sie und lacht. Dann fahren ihre Fingerspitzen, die ganz weich sind vorsichtig über mein Pflaster. Ich tue als würde sie mir wehtun und sie zuckt erschrocken zurück.
Lachend lege ich meine Arme um ihre Hüfte und küsse sie auf den Mund. Kein besonders leidenschaftlicher Kuss, dass kann ich auf jedenfall besser.
Ich höre aus den Lautsprechern leise Musik. „…dies wird der Sommer unseres Lebens.“ Am liebsten hätte ich verächtlich gelacht, aber mein Mund ist mit ihren Lippen beschäftigt. Als ob es ein besondere Sommer werden würde. Es wird genauso ein Sommer wie letztes Jahr und davor das Jahr und davor. Aber dagegen hab ich nichts.
Mabel.
Der erste Schultag ist vorbei. Er war nichts besonderes, aber das brauchte er auch nicht. Der Rest des Sommers würde besonders werden.
Abby geht neben mir her. Sie hat sich schon wieder eine neue Zigarette angezündet. Die sechste heute, wie ich mitgezählt habe. Und ich werfe ihr einen besorgten Blick zu.
Sie sieht ihn und verdreht die Augen, bevor sie die heiße Asche auf die Steinplatten unter uns fallen lässt. „Komm schon, Mael. Es ist nur eine Zigarette.“
„Nur eine?“, frage ich mit hochgezogener Braue. „Wenn es nur eine wäre, wäre ja alles okay. Aber es ist deine achte.“ Ich übertreibe extra ein bisschen, damit sie einen Schock bekommt, aber sie zuckt bloß den Achseln und raucht beruhigt weiter.
Als ich meinen Blick von ihr abwende, sehe ich das Auto meines Vaters. Er wartet geduldig auf mich und Hazel, aber Hazel kann ich nirgendwo entdecken, Wahrscheinlich hat sie sich verquatscht, wie so oft. Und Papa wird wütend sein, weil wir wieder warten müssen und er lieber schnell nach Hause will, wo Mutter mit dem Essen wartet. Damit er nicht schon wegen mir schlechte Laune bekommt, drücke ich Abby schnell einen Kuss auf die Wange und verabschiede mich. „Bis Morgen.“ Ich lege einen Zahn zu.
Ich höre noch wie sie mir etwas nachruft. „Ich ruf dich an.“, oder so. Ich bin mir nicht sicher, aber ich gehe weiter, schon wieder etwas schneller. Aus den Augenwinkeln sehe ich wie Mason auf mich zukommt. Er lächelt und winkt. Und ich tue dasselbe und forme stumm: „Muss mich beeilen, wir telefonieren.“ Dann habe ich schon das Auto erreicht und öffne die Tür des schwarzen BMWs und lasse mich auf den sonnengewärmten Sitz nieder.
„Hallo Papa.“, sage ich und küsse ihn wieder auf die Wange.
Mein Vater scheint bester Laune zu sein, er lächelt mich an, wobei warme Lachfätlchen entstehen. „Hallo Mabel, wie war dein Schultag?“ Er betrachtet mich kurz, dann sieht er vorbei an mir aus dem Fenster. „Wo ist denn deine Schwester? Ihr habt doch gleich Schulschluss, oder?“
Ich nicke. Langsam müsste er es sich merken könne, er fährt uns schließlich schon Jahre zu dieser Schule und wir haben immer gleich Schulschluss. Trotzdem lächle ich. „Mein Tag war schön. Ich denke dieses Schuljahr wird nicht all zu schwer.“ Eine gefährliche Aussage aber mein Vater scheint es nicht mal gehört zu haben.
Immer noch schaut er konzentriert an mir vorbei und hält nach meiner Schwester Ausschau, aber sie ist nicht zu sehen. Ich sehe förmlich wie seine gute Laune sinkt. „Kann sie sich nicht einmal beeilen?“
Nein, denke ich im Stillen. Dazu ist meine zwei Jahre jüngere Schwester nicht fähig.
Genau in dem Moment wird die Tür neben mir aufgerissen und eine schwer atmende Hazel steigt ein. „Tut mir Leid, Papa. Die Musso hat wieder überzogen.“
Ich sehe im Rückspiegel wie sich ihr Atem augenblicklich wieder stabilisiert und bin mir sicher, dass sie nur markiert hat. Aber ich werde sie nicht verraten, soll sie mit ihrem Spiel durch kommen.
„Die Frau heißt Mrs. Musso, Hazel.“, korrigiert mein Vater sie und gibt endlich Gas damit wir nach Hause fahren.
Die Straßen sind dicht befahren, viele fahren für die Mittagspause nach Hause, oder irgendwo Essen, oder können so glücklich sein und schon nach Hause fahren, wie wir.
Ich lehne mich in meinem Sitz zurück und schaue hinaus in den Himmel. Ein wenig ärgere ich mich immer noch über Abby, dass sie meine Begeisterung überhaupt nicht teilen konnte. Zwar waren wir beide grundverschieden, aber eigentlich verstand sie mich immer.
Mein Blick fällt auf den Seitenspiegel, wo ich zwei Jungen entdecken kann, die mit lautem Gejohle durch die engen Autoreihen fahren und dabei fast auf jedem Auto ihre schmutzigen Fingerabdrücke hinterlassen. Ich rümpfe die Nase und wünsche mir, dass sie nicht unseren BMW anfassen würden. Doch leider kamen sie direkt neben unserem Auto zu stehen. Der eine, der hinten saß schaute meine Schwester interessiert an, die ihr bestes Lächeln aufsetzte und ihm zuzwinkerte. Der andere musterte mich. Eine Sekunde lang sah ich ihn ebenfalls an und entdeckte dabei eine frisch genähte Narbe an seiner Stirn, dann sehe ich wieder stur nach vorne.
„Hey.“, sagt er und beugt sich ein wenig runter. Ich bereue das Fenster geöffnet zu haben. „Wie heißt du?“
„Das geht dich nichts an.“, behaupte ich kühl.
Er nickt kurz. „Ich weiß.“, sagt er dann. „Aber ich würde trotzdem gerne wissen ob so eine Schönheit auch einen Namen hat. Verrätst du es mir?“
Ich schaue ihn fast angewidert an. „Ich weiß nicht warum ich dir meinen Namen sagen soll. Außerdem habe ich einen Freund.“ Ich sehe wie mein Vater völlig in Gedanken bei dem Wort ‚Freund’ plötzlich aufmerksam wird. Mist, ich hatte ihm von Mason noch nichts Genaueres gesagt.
Der Typ lächelt weiter und kommt noch ein Stück weiter runter. Er flüstert, so dass nur ich ihn hören kann. „Aber anscheint bringt er es im Bett nicht allzu sehr, sonst wärst du sicher nicht so zickig.“
Mit einem empörten Aufschrei drücke ich auf den Knopf so dass das Fenster hochfährt, während er sich fast gleichzeitig aufrichtet. Es wird Grün und er zwinkert, dann fahren die beiden mit lautem Gejohle davon.
Wütend verschränke ich die Arme vor der Brust. Was denkt sich dieser abscheuliche Typ bloß?
„Du hast einen Freund, Mabel?“, fragt mein Vater und sieht mich kurz fragend an.
Auch dass noch. Ich nicke artig, im
1
2
3
4
5
6
7
Kommentare
caro schrieb am 2010-03-13 09:24:00:
GROßARTIG!!!!! weiter schreiben!!!
Bringt super Spaß zu lesen!!!
Supi Fini!!!! :)
Nelly schrieb am 2010-03-11 08:26:58:
WOW. Deine geschichte ist der Wahnsinn :)
Schreib bitte so schnell es geht weiter :)
Ich freu mich auf die Fortsetzung und bin total gespannt wie es weiter geht :)
Lieben Gruß, Nelly.
Moon Dancer schrieb am 2010-03-09 16:12:55:
echt hamma!! schnell eine fortsetzung=)
lg
Kommentar hinzufügen