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Kategorien > Liebe > Gefühle

Auf den Straßen

von Sarafina Lübkemann

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unähnlich wir uns sind. Ihr braunes Haar, was glatt herunter hängt ist neben meinem etwas lockigen schwarzen Haar fast langweilig aus. Würde sie es nicht so gut pflegen, wäre es sicher langweilig. Sie hat auch nicht die grasgrünen Augen unserer Mutter. Ihre sind eher tümpelfarbende. Aber mein Vater hat blaue. Außerdem sind ihre Lippen ganz anders geschwungen, ihre Augen ziemlich groß und ihr Gesicht viel Pausbackender. Hässlich ist sie nicht. Nur wenn sie neben mir steht verblasst ihre Schönheit sofort. Ich weiß nicht wieso.
Ich habe ein wenig Mitleid mit ihr. Ich weiß dass sie heute zu dieser Party will. Ich gebe ihr das Kleid, halte es vor ihr und lächele. „Sieht doch gut aus. Ich hab mich geirrt.“
Ich sehe ein siegerisches Lächeln auf ihrem Gesicht. Sie drückt mir einen Kuss auf die Wange und verschwindet wieder in ihr Zimmer. Ich höre wie sie am Telefon kichert. Bestimmt ist ihre Freundin Cathy dran.
Ich lege mich wieder auf mein Bett. Vielleicht sollte ich auch Abby anrufen. Aber das Telefon liegt auf dem Schreibtisch. Ich will nicht aufstehen. Ich will lieber hier liegen und von Masons Lippen träumen seinen weichen Lippen. Doch das Telefon klingelt doch. Es stört mich, also stehe ich auf und gehe ran.
„Ja?“, frage ich freundlich. Ich habe vergessen auf die Rufnummernanzeige zu gucken.
„Na du Trulla. Was machst du?“ Abby.
Ich seufzte laut, damit sie es auch ja hört. „Ich habe versucht mich zu entspannen. Bist du angerufen hast.“
Sie lacht. Sie lacht immer wenn ich böse mit ihr bin. Ich denke es ist ihre Art damit umzugehen. „Tut mir Leid, Prinzessin.“ Bei ihr klingt es scharf, nicht so wie bei Mason, weich und liebevoll. „Ich wollte dich wirklich nicht stören. Aber egal. Was machst du heute Abend?“
Ich brauche nicht viel Zeit zum nachdenken. „Lernen.“ Sage ich kurz und knapp.
„Heute Abend? Mach’s doch morgen.“, versucht sie mich zu drängen, aber ich schüttelte den Kopf. „Nein.“
„Ich geb dir auch meinen neuen Lipgloss. Den rosanen, den du so toll fandest. Heute ist so ein Rennen im Park. Soll total aufregend sein. Liz hat davon erzählt.“
Ich seufze innerlich. Die gute draufgängerische Liz. „Nein.“, wiederhole ich gelangweilt. „Ich muss wirklich lernen. Ich will dieses Jahr auf 1.0 kommen.“ Es ist wirklich ein Ziel.
Am anderen Ende wird laut geseufzt. „Na gut. Dann werde ich alleine hingehen müssen.“ Sie lässt es wie eine Frage klingen. Ein letzter Versuch mich umzustimmen. Aber ich bleibe dabei.
„Hör mal, Abby.“, sage ich energisch. „Ich finde du solltest dich auch heute Abend hinsetzten und lernen. Es würde deinen Notendruchschnitt echt gut tun.“ Es klingt gemein, aber es ist so. Aber ich weiß, dass sie es mir nicht böse nimmt. Sie übergeht es wie einen Scherz.
Am anderen Ende von Telefon wird laut geseufzt, so wie ich am Anfang des Telefonats. „Du klingst wie meine Mama.“, behauptet Abby, was in mir ein böses Funkeln hervorruft. „Ich lerne morgen, versprochen. Komm doch bitte mit. Nur einmal.“ Sie fleht mich an.
Aber ich muss hart bleiben. Ich habe ersten gar keine Lust zu einem rennen zu gehen. Und zweitens wollte ich Mason noch heute Abend sehen. Wir müssen ein wenig Zeit nachholen. Ich sehe auf die Uhr. Schon zu lange sind wir getrennt, aber dass würde Abby nicht verstehen. Sie hat noch nie jemanden so sehr geliebt.
„Mael? Bist du noch dran?“ Erst jetzt fällt mir auf, dass ich nur gedacht habe. „Nein.“, sage ich noch einmal und nicke mit dem Kopf, was Abby nicht sehen kann. Aber sie scheint es zu akzeptieren. Auch wenn nur ungern.
„Na gut du alte Langweilerin. Wir sehen uns morgen. Küsschen.“ Sie legt auf bevor ich etwas erwidern kann. Und ich lege mich in meine Kissen zurück und nehme mir vor mindestens eine halbe Stunde zu lernen. Mason und ich müssen uns dann eben ein wenig später sehen.

Luc.
Ich halte vor Tizians Haus. „Runter, Hohlkopf.“ Rufe ich und Tizian springt ab. Er grinst mich wissend an, als wenn er wüsste was ich jetzt vorhabe. Er würde niemals darauf kommen. Obwohl ich manchmal das Gefühl hab er weis es. Aber ich hoffe nicht.
„Ey überleg’s dir einfach ja? Alle sind da, dass kannst du mir glauben.“ Sagt er mit kennenden Blick und vermutlich hat er Recht. Mickey, Chark, Nook und die anderen sind immer da. Oft geht es auch um eine große Stange Geld, dass die alle ziemlich gut gebrauchen können.
Ich zucke mit den Schultern, fahre mir durch das Haar und düse ab. In Richtung eines Ortes, den nur ich betrete. Weit weg von hier. Und nur zwei Mal die Woche.
Ich fahre über viele Straßen, gebe so viel Gas wie ich kann. Ich kenne den Weg im Schlaf. Auch wenn sie nicht mehr hinfahren. Ich tue es. Und ich will dabei alleine sein. Niemand der mich komisch ansieht. Sie würden es nicht verstehen. Niemand versteht es.
Ich halte und steige ab. Der Motor verklingt und ich schließe ab. Langsam und bedächtig, nicht wie sonst, gehe ich auf das schwarze Tor zu und öffne es. Es quietscht immer noch. Hell hat es nicht geölt. Ich werde ihn darauf ansprechen, wenn ich die Blumen hole. Langsam, denn ich habe Zeit, gehe ich den kurzen Weg bis zu dem alten weißen Gebäude. Auch dass könnte Hell mal wieder erneuern, vielleicht helfe ich ihm.
„Hell?“, rufe ich und klopfe an die alte Tür. Sie ist offen, also trete ich ein. „Hell, bist du da?“
Der alte Mann, mit der grünen Mütze und der schmutzigen Latzhose, kommt aus einem der Zimmer. Er hat seine Pfeife im Mund und grinst schief. „Luca, pünktlich auf die Minute. Nach dir kann man die Zeit stellen.“ Er klopft ihm auf die muskulöse Schulter.
Hell. Hell war schon immer ein Freund gewesen. So lange ich denken kann. Obwohl er nicht mehr ist als der Aufpasser dieses Ortes, aber für mich ist er mehr. Der einzige Verbündete außer Tizian.
Er humpelt zum Fenster um die Blumen zu holen. Einen Moment bleibt er stehen. Wahrscheinlich betrachtet er meine Maschine, denn er ist selber oft gefahren, bis zu seinem Unfall, weswegen er jetzt humpelt. Er sieht sehnsüchtig aus, aber ich denke ihn gefällt es so auch. Ich weiß, dass er seinen Job liebt. Plötzlich dreht er sich wieder um. In seiner hand die weißen Lilien. Er lächelt. „Hier, sei nett zu ihr, ich glaube sie ist heute traurig.“
Ich nicke. „Ja. Keine Angst, ich bin immer nett zu ihr.“, versichere ich, nicke ihm zu und gehe wieder raus. Mein Weg ist nicht lang, aber ich lass mir mehr Zeit, als ich müsste. Ich brauche diese Zeit für mich. Die Trauer wegdenken und die Freude auf mein Gesicht lassen. Sie mag es nicht, wenn ich traurig bin.
Da ist es. Der Stein ist poliert, Hell gibt sich stets viel Mühe. Ich lege nun doch einen Zahn zu, bevor ich die Kontrolle wieder verliere. Vor dem großen Stein bleibe ich stehen und betrachte ihn nachdenklich. „Hey.“, sage ich leise. „Ich bin wieder da. Ich hab ein bisschen Zeit mitgebracht.“ Ich halte die Blumen hoch. „Und deine Lieblingsblumen. Sie sind ganz frisch. Hell hat sie gekauft.“
Ich knie mich runter, so dass meine Hose fast den Boden berührt. Mit einer Hand fahre ich durch die Erde, mit der anderen fasse

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Kommentare

caro schrieb am 2010-03-13 09:24:00:
GROßARTIG!!!!! weiter schreiben!!!
Bringt super Spaß zu lesen!!!
Supi Fini!!!! :)
Nelly schrieb am 2010-03-11 08:26:58:
WOW. Deine geschichte ist der Wahnsinn :)
Schreib bitte so schnell es geht weiter :)
Ich freu mich auf die Fortsetzung und bin total gespannt wie es weiter geht :)
Lieben Gruß, Nelly.
Moon Dancer schrieb am 2010-03-09 16:12:55:
echt hamma!! schnell eine fortsetzung=)
lg

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