Auf den Straßen
von
Sarafina Lübkemann
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ich den Stein an. Lorelayn Yardsen Geboren. Gestorben. Aber immer noch bei uns. Wir lieben dich zu sehr um dich gehen zu lassen. Ich lese es dreimal. Wie immer. Ein Ritual, was ich mir angewöhnt habe. Ich weiß dass sie sich freut, wenn ich hier bin. Vorsichtig stelle ich die Blumen in die silberne Vase, die ich von meinem Taschengeld gekauft habe und nehme dafür die alten raus. Sie sind verwelkt. „Ich hoffe sie gefallen dir?“, sage ich freundlich. „Hell sagt du bist heute traurig. Was ist los?“ Ich weiß, dass sie nie wieder eine Antwort geben wird, aber ich rede trotzdem weiter. „Wir vermissen dich auch, Lorry. Sehr.“ Der Grabstein bleibt stumm, aber der Baum, direkt dahinter bewegt sich ein kleines bisschen. Hell vermutete, Lorry sei nun in dem Baum, aber ich glaube nicht daran. „Kümmert sich Hell auch gut um dich? Weißt du, er hatte dich sehr gerne. Wie alle Menschen, die dich kannten.“ Da kommen sie. Die Tränen. Aber ich halte sie zurück. Ich habe seid sie tot ist nicht geweint. Ich werde es auch jetzt nicht tun. Ich weiß, dass sie es nicht leiden kann, wenn Menschen weinen. Ich versuche standhaft zu sein. „Vielleicht ist es besser wenn ich jetzt gehe. Lorry. Aber ich verspreche dir, ich komme schon bald wieder. In drei Tagen. Und ich bringe dir neue Blumen mit. Versprochen.“ Ich erhebe mich, küsse meine Handfläche und lege sie anschließend auf den Grabstein. „Bis dann, Lorry. Wir sehen uns. Und grüß alle, die gerade bei dir sind, ja?“
Ich drehe mich um und gehe mit den Händen in die Hosentaschen den gleichen Weg zurück. Aber jetzt bin ich schon fast zu schnell. Ich will am liebsten laufen, nicht weil ich weg von ihr will, sondern weil ich diesen Druck nicht aushalte. Er ist einfach zu stark.
Hell erwartet mich schon. Er grinst, wie immer. „Aufgemuntert?“
Ich nicke. „Ja. Sie war wohl wirklich etwas geknickt.“ Ich drehe mich noch kurz um, dann sehe ich hell wieder an. Dankend. „Wir sehen uns in drei Tagen, okay Hell?“
„Alles klar, Meister.“ Er will zurück ins Haus gehen, aber ich halte ihn noch kurz auf. „Kannst du ihr vielleicht ne Kerze kaufen? Eine von den weißen mit dem silbernen Rand.“
Er nickt. Er weiß, es sind ihre Lieblingskerzen gewesen.
Ich gehe zurück zu meiner Maschine. Auf dem kurzen Weg dorthin habe ich entschieden doch zum Rennen zu gehen. Vielleicht eine Willkommene Abelunkung und anschließend gehe ich zu Selina. So ist es gut.
Mabel.
Mein Handy klingelt. Es ist der Ton einer SMS, ich weiß es. Und ich weiß von wem sie ist. Mason natürlich. Ich nehme das Handy und setzte mich auf den Schreibtischstuhl. Obwohl Mason und ich schon einige zeit zusammen sind, habe ich immer noch weiche Knie wenn ich mit ihm telefoniere oder mit eine SMS schreibt. Meine Finger huschen über die Knöpfe, sie zittern vor Vorfreude, genau wie der Rest meines Körpers.
Er hat geschrieben: Vermisse dich Prinzessin. Sehen wir uns gleich noch? Große Herzen.
Ich lächle, weil ich genau weiß, was große Herzen bedeutet. Die großen Steinherzen, am Ufer des ‚Goldenen Sees’ ein wunderschöner Ort für Paar und ich bin sehr gerne dort. Mason weiß das. Er weiß alles über mich, so zumindest fühlt es sich an. Ich kann es nicht mehr abwarten und schreibe, während ich nach unten laufe: Klar. Bin in einer viertel Stunde da. Ich freu mich.
Ich steckte das Handy ein und überspringe die letzte Stufe, bevor ich unten angekommen bin. Meine Mutter kommt aus dem Wohnzimmer. Als sie sieht wie ich zur Garderobe haste, sieht sie mich fragend an. „Wo willst du hin?“ Die grasgrünen Augen, die so liebevoll gucken könne, schauen jetzt misstrauisch. Ich weiß, sie mag es nicht wenn ich noch weggehe. Sie sieht es nicht gern.
Ich lüge. „Abbey braucht noch ein wenig Hilfe in Philosophie. Ich gehe schnell zu ihr und helfe.“
Sie glaubt mir meine Lüge, wie immer, und jetzt sind ihre Augen wieder liebevoll. Liebevoll küsst sie mich auf die Stirn. „Du bist ein herzensguter Mensch, Mabel. Aber bitte komm nicht so spät wieder. Dein Vater und ich wollen heute Abend auf eine wichtige Veranstaltung und ich möchte wissen wann Hazel wieder zu Hause von ihrer Party.“ Sie sieht einen Moment besorgt zur Treppe, als würde meine Schwester da stehen, dann sieht sie wieder mich an und lächelt.
Ich nicke, mit meinem schönsten Engelslächeln. „Natürlich Mama.“ Und dann nehme ich die Schlüssel meiner Vespa und gehe raus. Die Haustür ist zu und ich stecke mir meine Kopfhörer rein, obwohl meine Eltern es nicht gern haben, wenn ich mit ihnen höre. Sie sagen, meine Ohren werden davon schlechter.
Draußen steige ich auf die beige Vespa fahre vorsichtig los. Ich achte auf alle Schilder, und halte mich an alle Verkehrregeln. Ich bin mir der Gefahr einer Vespa im Klaren. Man muss vorsichtig sein. Es sind schon Menschen bei solchen Unfällen ums Leben gekommen und ich möchte keine von ihnen sein. Aber sie haben auch ein wenig selber Schuld, sie hätten vorsichtiger fahren können und sollen.
Nachdem ich abgestiegen bin, hole ich mein Handy raus und rufe Abbey an. Ich muss sie informieren, dass ich angeblich bei ihr bin. Falls meine Mutter anruft.
„Hast du es dir überleg?“, werde ich begrüßt, aber ich muss sie enttäuschen.
„Nein.“, sage ich ernst. „Ich habe nur eine Bitte an dich.“
Am anderen Ende ist es still. Sie wartet.
„Wenn meine Mutter anruft bin ich gerade bei dir im bad oder so, okay?“
Ich höre sie durchatmen und dann kichern. „Wow, ich bin beeindruckt. Du tust ja etwas richtig böses.“, sie klingt eindeutig ironisch aber ich ignoriere es gekonnt. Sie soll mir nur den Gefallen tun. „Na gut. Ich mach es.“
„Danke.“, jubele ich in den Hörer, dann entdecke ich Mason und Abbey ist schon fast wieder vergessen. „Okay, ich ruf dich später an, Abbey. Küsschen.“
„Küsschen.“, antwortete sie und klick ist sie weg.
Mein Handy verschwindet rasch in meiner Tasche und ich lege einen Zahn zu um Mason nicht warten zu lassen. Er sieht so niedlich aus, wie er da steht und wartet. Mein Ipod folgt meinem Handy und ich kann mich ganz auf meinen Freund konzentrieren, der mich schließlich auch entdeckt hat.
Er grinst zufrieden, als ich ihn einen Kuss auf die Wange drücke. „So schüchtern liebe ich dich.“ Er küsst mich auf den Mund, wie Freund und Freundin es eigentlich machen.
Ich mag es, aber in der Öffentlichkeit gehört es sich nicht, so zumindest hat meine Mutter es mir erklärt.
Mason legt den Arm um meine Taille und lächelt selig. „Ich hab den ganzen Tag gewartet, dass du dich meldest und ich dich wieder sehen kann. Bist ja ziemlich schnell verschwunden.“ Er will mich tadelnd angucken, aber nachdem ich mich unauffällig umgesehen habe, verschl9ieße ich seinen Mund gekonnt mit meinen Lippen. Ich schmecke was erschmeckt, ich schmecke wie er schmeckt. Er hat Erdbeeren gegessen. Mit Vanillesoße. Mh. Er schmeckt herrlich. Einfach zum anbeißen.
Er löst sich von mir, weil sein Handy klingelt. Mit einem entschuldigenden Lächeln geht er ran. „Ja? ...Ich bin gerade unterwegs…wann? ...In einer halben Stunde?...Wieso denn? Und vor allem
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Kommentare
caro schrieb am 2010-03-13 09:24:00:
GROßARTIG!!!!! weiter schreiben!!!
Bringt super Spaß zu lesen!!!
Supi Fini!!!! :)
Nelly schrieb am 2010-03-11 08:26:58:
WOW. Deine geschichte ist der Wahnsinn :)
Schreib bitte so schnell es geht weiter :)
Ich freu mich auf die Fortsetzung und bin total gespannt wie es weiter geht :)
Lieben Gruß, Nelly.
Moon Dancer schrieb am 2010-03-09 16:12:55:
echt hamma!! schnell eine fortsetzung=)
lg
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