Auf den Straßen (2)
von
Sarafina Lübkemann
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Luc.
Meine Maschine hält leise wie immer auf dem riesigen Parkplatz. Ich habe Selina versprochen sie abzuholen. Sie will mitkommen, auch wenn ich davon nicht viel halte. Wir sind kein Paar, wir müssen nicht alles zusammen machen. Ich will nicht, dass die anderen denken, ich würde mich fest binden.
Doch meine schlechte Laune, weil sie mitkommt vergeht augenblicklich wieder, als ich sie sehe. In ihren sehr kurzen Rock und dem weit ausgeschnittenem Oberteil sieht sie wirklich rattenscharf aus. Ich kann nicht anders, ich muss sie anstarren als sei sie ein Alien. Nur viel heißer.
„Hey Luc.“, begrüßt sie mich, küsst mich wieder auf die rechte und linke Wange, dabei beugt sie sich vor, damit ich genau in ihren Ausschnitt gucken kann. „Danke dass du mich mitnimmst.“
Ich grinse. „Kein Problem, Süße.“ Ich hebe den Blick um sie anzusehen.
Ich warte bis sie hinten aufgestiegen ist und ihre Arme meine Muskeln umklammern, dann gebe ich Gas.
Selina hat nie Angst, dass ist das gute an ihr. Ich kann Gas geben und durch die Straßen rauschen, sie schreit nicht, sie klammert sich nicht noch fester an mich, sie bleibt gelassen.
Nicht lange, dann stehen wir endlich zwischen vielen anderen Motorrädern. Sie stehen alle auf dem grünen Rasen, über den Tagsüber kleiner Kinder spazieren. Die Rasenflächen grenzen an einer Straße, die nicht mehr befahren wird. Dort fahren wir unsere rennen und scheffeln so viel Kohle wie möglich ist.
Ich halte, damit Selina absteigen kann. Dann sehe ich mich flüchtig um. Tizian hatte recht, sie sind alle da. Ich bin froh hier zu sein. Vielleicht kann ich heute noch etwas Geld dazu verdienen, wer weiß das schon.
Tizian kommt auf mich zu. Er klatscht ab. „Man, Alter ich wusste dass du kommst.“
„Klar.“, sage ich cool. „Kein Mädchen steht zwischen mir und dem Willen meines Babys.“, ich streichele sanft über mein Motorrad und freue mich gleich dieses Adrenalin zu spüren.
Neben Tizian stellt sich ein blondes Mädchen. Sie kommt mir bekannt vor. Ich sehe sie mir genauer an. Klar, Rose, Tizian hat immer mal wieder was mit ihr, aber er bestreitet, dass es etwas Festes ist.
Sie lächelt mich an. Ich muss sagen, sie ist wirklich hübsch. „Hey Luc, schön dich mal wieder zu sehen.“
„Rose. Seid wann bist du denn wieder hier?“, ich lächele um es nicht zu hart klingen zu lassen, aber ich wundere mich schon. Drei Monate war sie praktisch verschwunden. Außerdem, wenn sie hier ist, kann Naty nicht weit sein. Die beiden gibt es meistens nur im Doppelpack.
Rose wirft ihr blondes Haar zurück und zuckt mit den Schultern. „Viel zu tun. Ich muss an meinem braven Image arbeitet.“, Sie küsst Tizian am Hals und es hat überhaupt nichts von dem bravem Mädchen.
Nickend steige ich ebenfalls ab und sehe mich unauffällig um. Sie muss hier sein.
„Naty ist bei Romeo. Dort hinten.“, Rose, die meinen Blick trotzdem bemerkt hat nickt zu einer Gruppe Jungen und Mädchen, alle etwa in meinem Alter.
Ich erkenne Naty sofort. Sie sieht mir so ähnlich, es ist als würde ich in einem Spiegel gucken. Nur dass sie lange Haare hat, und viel weiblicher aussieht. Ich runzele wütend die Stirn und will auf die Gruppe zu gehen, aber Tizian hält mich am Arm zurück. „Lass, Alter. Sie wird eh nicht hören.“
„Stimmt.“, mischt sich jetzt auch Rose ein. „Sie hat diese Kontrolle satt, Luc, was glaubst du warum sie abgehauen ist.“ Sie weiß dass die Worte mich treffen.
Gerade als ich beschließe, dass sie Recht haben, dreht Naty sich zu uns um. Sie sieht mich und ihre Augen werden gleichgültig. Ich weiß dass sie versucht ihre Gefühle zu verbergen. Ihr Freund Romeo wendet sich ebenfalls zu mir, als er sieht dass seine Freundin abgelenkt ist. Er starrt mich wütend an, ich weiß, dass er mich nicht leiden kann, aber es ist mir egal. Bei mir brennen alle Sicherungen durch. Ich breche die Sperre von Tizian und stürme auf Naty zu, kurt vor ihr baut sich Romeo auf.
„Verpiss dich, Luc. Du hast hier nichts zu suchen.“ Er sieht mich herausfordernd an.
Aber es interessiert mich nicht. Ich schubse ihn beiseite, damit ich Naty ansehen kann. „Naty, was machst du hier? Lernst du nicht daraus? Kapierst du nicht was hier los ist?“
Da steht sie, mit ihren geröteten Augen. Ihre Lippen sind rissig und sie hat tiefe Augenringe. Sie ist müde. „Luc, lass mich einfach in Ruhe.“, sagte sie müde und fährt sich durch das strähnige Haar. „Ich habe keine Lust mehr mit dir zu reden Luc. Verpiss dich einfach aus meinem Leben.“
Ich nicke, aber ich kann es nicht akzeptieren. Als ich einen Schritt auf sie zu mache ist Romeo da und schlägt mit seiner Faust in meinem Magen. Schmerz, aber ich kann ihn ignorieren. Ich schlage einfach wie blind zurück und eine wilde Schlägerei ist entfacht.
Mabel.
Wütend stampfte ich hinter Abby her. Ich bereue es jetzt so trotzig gewesen zu sein. Was war nur los, dass ich so unüberlegt handele? Ich brauchte etwas Ruhe, stattdessen stehe ich jetzt hier auf diesen Spektakel.
Abby vor mir bleibt stehen, direkt vor einem großen Typen. Sie lächelt ihn an. „Chark.“, ruft sie aus, als seien sie schon jahrtausende Freunde. „Alles klar bei dir?“
Der Junge, der wohl Chark heißt nickt und küsst Abby auf die Wange. Er ist groß, ziemlich muskulös und hat fettiges schwarzes Haar. Die eine Seite hängt über seinem Auge, aber als er jetzt den Kopf hebt und mich ansieht wird sein zweites Auge entblößt, und lässt mich erschrecken. Seine Augenfarbe ist ein unnatürliches Gelb, was ich noch nie gesehen habe und eine große dunkle Nabe zieht sich längst über sein Auge. Gruselig.
„Chark, dass ist Mael. Meine beste Freundin.“, stellt Abby mich vor, mit einer abwertenden Bewegung als sei ich nichts wert. Dass bin ich nicht gewohnt.
Ich sehe mich um und muss zu meinem Leidwesen erkenne, dass alle Menschen hier so gruselig aussehen. Und sie alle lehnen an Motorrädern, rauchen, kiffen und nehmen andere Drogen. Der ganze Ort scheint ein Haufen Schande und Ziellosigkeit zu sein.
Abby scheint mein Unbehagen zu merken, denn sie seufzt. Genervt zeiht sie mich ein Stück zur Seite. „Ey, Mael. Stell dich nicht so an. Du siehst als müsstest du Angst haben, dass dich alle umbringen wollen.“
Ein Blick in meine Umgebung sagt mir, dass meine Angst begründet ist. „Wollen wir nicht einfach wieder gehen?“, fragte ich Abby fast flehend.
Doch sie schüttelt den Kopf, nimmt meine Hand und zieht mich weiter. Vorbei an rauchenden Männern, an knapp bekleideten Mädchen und eine Menge Maschinen. Bis zu einer Gruppe Jungen und Mädchen die da stehen und rauchen. Eine erkenne ich sofort. Liz. Sie geht auf meine Schule, in meine Parallelklasse. Bekannt für ihre Partys, ihrer Schminke und ihrer…Offenheit.
Abby begrüßt sie als seien sie die dicksten Freundinnen. „Liz, cool dich zu sehen.“
„Ja.“, antwortet Liz und wirft mir einen misstrauischen Blick zu. „Was macht ihr hier?“
Abby grinst, bietet ihr eine Zigarette an und zieht selber an ihrer. „Na, was wohl. Wir wollen bei den Rennen als Beifahrerin teilnehmen.“, sie pustet den Rauch wieder aus.
Liz
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Kommentare
!!! schrieb am 2010-07-15 19:10:47:
Hey,
ich warte sehnlichst auf eine Fortsetzung!!!
also schreib schnell weiter!!!
LG
Nella schrieb am 2010-04-06 11:10:15:
Deine Geschichte ist der Wahnsinn :D
Ich bin schon total auf den nächsten Teil gespannt und hoffe das die Fortsetzung nicht lange auf sich warten lässt ;D
Ich bin süchtig nach deiner Geschichte :D
Lieben Gruß, Nella :)
http//:www.top3-suche.de schrieb am 2010-04-06 00:00:37:
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