Auf der Suche nach ein bisschen Glück
von
Sonnendieb
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Auf der Suche nach ein bisschen Glück
Langsam neigte sich der Tag dem Ende entgegen, die Sonne schickte ihre letzten Strahlen zur Erde und bald wäre der Himmel in ein herrliches Rot getaucht. Fido schaute nachdenklich seinen Geschwistern beim Spielen zu und manchmal wünschte er sich, auch noch so unbefangen über die Wiesen tollen zu können, aber er lag lieber im Schatten seines Lieblingsbaumes oder unternahm kleine Spaziergänge und dabei träumte er von der Welt jenseits der Wälder.
Fido lebte zusammen mit seiner Mutter und seinen Geschwistern auf einen Bauernhof, weit weg von jeglicher Zivilisation. So weit das Auge reichte, konnte man nur riesige Felder und Wiesen sehen und wenn man seine Augen etwas anstrengte, konnte man in weiter Ferne die Anfänge des großen Waldes erblicken. Er hatte sich schon oft gefragt, was wohl hinter dem Wald lag, bestimmt gab es dort für einen jungen Hund viel zu entdecken.
Fido erlebte bereits den zweiten Sommer seinens Lebens und den ersten fand er auch noch sehr spannend: es gab soviel zu bestaunen und gemeinsam mit seinen Brüdern jagte er so manchen Hasen über die Felder, sie hegten immer wieder neue Streiche aus, die sie ihren Schwestern spielen konnten, und wenn es dunkel wurde, lauschten sie den Geschichten ihrer Mutter, bis sie zufrieden einschliefen.
Im Gegensatz zu seinen Geschwistern gab es für Fido nun nichts mehr zu entdecken; es waren alle Hasen gejagt, alle Blumen beschnüffelt und die Geschichten seiner Mutter konnten ihn auch nicht mehr faszinieren; seine Welt war im einfach zu klein geworden. Er wollte nicht den Rest seines Lebens auf den Bauernhof verbringen, er wollte raus und die Welt bestaunen, die Wunder des Lebens, die er ja nur aus den Geschichten seiner Mutter kannte, wollte er nun selbst erleben. In seinen Träumen erlebte er spannende Abenteuer und meisterte große Gefahren, doch seine Träume reichten ihn schon lange nicht mehr, um sei Leben auszufüllen oder um seine Sehnsucht, von der er ständig getrieben wurde, zu stillen; es juckte ihn einfach in den Pfoten; er war halt kein Hund, der sich damit zufrieden, gab seinem eigenen Schwanz nachzujagen oder ewig lange vor einem blöden Hasenbau aus zuharren, nur um dann festzustellen, dass die Hasen einen eh nur an der Nase herumführten, indem sie sich einfach nicht blicken ließen.
Während nun also langsam die Sonne unterging, um der Nacht zu weichen, beschloss Fido, sich auf den Weg zu machen; gleich am nächsten Morgen sollte es losgehen. Noch einmal wollte er sich an seine Mutter kuscheln und bei dem wohligen Klang ihrer Stimme einschlafen. Er würde ausziehen in die große Welt und wenn er eines Tages zurückkehrte, würden sie alle seinen Abenteuern lauschen, von denen er sicherlich einen Menge erlebt hätte. Voller Vorfreude schlief er ein und wachte erst wieder auf, als seine Mutter ihn zärtlich mit der Nase an stupste. Noch etwas schlaftrunken stand er auf und ging zu der Wasserschale, die man ihnen hingestellt hatte, danach ging er vor die Scheunentür und begrüßte den Morgen mit einem herzlichen Gähnen. Die Sonne schien hell und freundlich vom Himmel; es war ein schöner Tag, um auf Reisen zu gehen, fand Fido. Nachdem er sich also mit etwas Wasser gestärkt und die Müdigkeit abgeschüttelt hatte, machte er sich auf den Weg, denn er wollte noch vor Einbruch der Dämmerung den Wald erreichen, um dort im Schutz der Nacht einen Schlafplatz zu finden. Trotz aller Aufbruchstimmung war er auch ein bisschen traurig, weil er nicht den Mut gefunden hatte, seiner Mutter und seinen Geschwistern Lebewohl zu sagen. Seine Mutter hätte ihn wahrscheinlich verboten, genau das zu tun, was er jetzt tat, da er ihr aber nichts gesagt hatte, konnte sie es ja auch nicht verbieten und dieser Gedanke beruhigte sein Gewissen ungemein.
Als die Sonne auf ihren Höhepunkt angekommen war, beschloss er, eine kleine Pause einzulegen, und zufrieden stellte er fest, dass er seine Augen nicht mehr anzustrengen brauchte, um den Wald zu sehen. Um das gerade aufkeimende Hungergefühl etwas zu besänftigen, aß er ein bisschen Klee, was zwar nicht zu seinem Lieblingsessen gehörte und auch nicht besonders schmackhaft war, aber für den Moment reichte es. Er tröstete sich damit, das er, sobald er im Wald war, sicherlich ein paar leckere Beeren finden würde. Schließlich setzte er seinen Weg fort vorbei an großen Kornfeldern und vereinzelt konnte er kleinere Scheunen sehen, aber er widerstand der Versuchung, es sich dort bequem zu machen. Er hatte sich ein Ziel gesetzt und das wollte er auch erreichen; in so weiter Ferne war der Wald ja nicht mehr. Er hatte ihn noch nie von so Nahem gesehen und er kam ihm richtig majestätisch vor.
Als es dann langsam dunkel wurde und ihm seine kleinen Pfoten auch schon weh taten, lag der Wald direkt vor ihm. Etwas unsicher schaute er nach oben, neben den riesigen Bäumen kam er sich richtig klein vor und erste Zweifel an seinem Vorhaben machten sich in ihm breit. Nichtsdestotrotz suchte er sich einen Platz, wo er sich hinlegen konnte, und fand Schutz unter einem umgestürzten Baum; bald darauf fiel Fido in einen tiefen Schlaf.
Plötzlich wurde er von einem lauten Kreischen aufgeschreckt, verwirrt blickte er sich um, konnte aber nirgends den Grund für das Kreischen entdecken, um ihn herum herrschte nur Dunkelheit. Er wusste, dass er nicht weit vom Waldrand weg war, sehen konnte er ihn allerdings nicht. Nach und nach hörte er immer mehr Geräusche, die er nicht kannte, und immer wieder war dieses schrille Kreischen zu hören. Woher hätte Fido auch wissen sollen, dass dies einfach nur die Nachtvögel waren, die im Wald ihre Beute jagten? Er wusste es nicht und eine Heidenangst packte ihn; zitternd kauerte er sich unter den Baum, bis ihn schließlich die Müdigkeit übermannte und er wieder einschlief.
Diesmal wurde er von einem freundlichen Zwitschern und einer warmen Sonne geweckt. Fido beschloss, schnell weiterzugehen, um nicht noch eine Nacht in diesem finsteren Wald verbringen zu müssen. Natürlich hatte er überhaupt keine Ahnung, wie groß der Wald eigentlich war, aber er wagte zu hoffen, dass er das Ende noch heute erreichen würde. Nach einer Weile bemerkte er, dass er Hunger hatte, konnte aber nirgends etwas Essbares finden. Er dachte an seine Geschwister, die wohl gerade beim Frühstück wären, und für einen Moment spielte er mit den Gedanken um zukehren, aber was hätte er schon erzählen können, noch hatte er keine großen Abenteuer bestanden und die Tatsache, dass er sich nachts wie ein kleiner Welpe wimmernd unter einem Baum versteckt hatte, war auch nicht gerade geeignet, um seine Geschwister zu beeindrucken. Seine Mutter wäre bestimmt sehr böse mit ihm und wahrscheinlich dürfte er den Sommer in der Scheune verbringen, um darüber nachzudenken, was er falsch gemacht hat. Der Gedanke, dass seine Mutter erleichtert über seine Rückkehr wäre, kam ihm nicht in den Sinn. Er wollte erst wieder zurückkehren, wenn er ein großer Abenteurer war, weil große Abenteurer nicht in die Scheune
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