Aufzeichnung eines Verrückten
von
Elias Zimmermann
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Ich stand mit meinem Kollegen oben im goldenen Turm und wir sahen nach unten, die unzähligen Geschosse hinunter, die die endlosen grünen Vierecke einer Treppe säumten, welche in ein tiefes, kleines Dunkel mündeten. Dort unten - das wusste man - lebten Killer, die jene Leute töteten, die manchmal dort hinunterfielen (es giebt keine Geländer). Das hat natürlich nie jemand gesehen, denn die Tiefe ist so dicht und finster, das man bis ganz hinunter gehen müsste, um etwas zu sehen; das kann man aber niemandem empfehlen, der noch etwas anderes vor hat im Leben oder seine Stellung im Turm nicht verlieren möchte, denn das Hinuntersteigen würde Jahre dauern, und wenn man es geschafft hätte, würde man ohnehin dort unten bei den Sadisten sein Leben lassen. Die zieh’n ein’ in den Tod und dann sprudelt man aus…
Unser Arbeitsplatz war der 122. Stock*, aber jetzt hatten wir frei und wollten Nr. 120 besichtigen. Wir gingen die Treppe ein wenig hinunter, dann blieben wir stehen. Eine Tür, die wir noch nie bemerkt hatten, war in die Wand eingelassen: braun, goldumrahmt, und glänzend im Licht. “Komm” sagte der Kollege “lass’ uns hindurchgehen”. Er griff nach dem Knauf und das Holz öffnete sich knarzend. Er sah zu mir und bemerkte dabei nicht, was ich bemerkte: hinter der Tür öffnete sich der Himmel, weit und klar und rein. Ewige Luft - Fallhöhe. Im Hindurchgehen, während er noch umblickte, stürzte mein Kollege in den Abgrund…
*Den Leser mag es verwundern, dass man im Turm die Stockwerke zählen kann, obwohl man in die untersten Stockwerke nie gekommen ist. Um diese Seltsamkeit zu erklären, habe ich mich entschlossen, gleichwohl ich damit ein großes Risiko eingehe, ein Geheimnis preiszugeben, dass man mir unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit anvertraut hat: im Büro der Verwaltung befinden sich, im Gegensatz zu allen anderen Wänden des Turmes, Fenster: die Stockwerke werden von dort aus in mühseliger Arbeit gezählt.
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Kommentare
Holly schrieb am 2008-01-17 23:12:11:
Diese Geschichte find ich jetzt nicht so gut, weil da einfach die Logik fehlt. Surrealistische Erzählungen sind eigentlich nur dann gelungen, wenn doch irgentwie eine gewisse Form der Rationnalität besteht. Ausserdem fehlt hier der rote Faden; wenn man hier fertig ist, kann man einfach nur den Kopf schütteln und sich fragen: Was war das denn jetzt?!
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