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Kategorien > Fantasy > andere Welt

Aurora - Seit anbeginn der Zeit

von Mara Louisa

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Hier jetzt der erste Teil von Aurora - Seit anbeginn der Zeit


Noch nie war sie so wütend gewesen. Carn versuchte sie zu beruhigen, doch sie stieß ihn weg. Sie sah wie die Flammen am Haus hoch züngelten Mit einem lauten Krachen stürzte das Dach ein. Ängstlich schrie sie nach ihrer Mutter, ihrem Vater. Doch sie bekam keine Antwort. Stunden später, als die Flammen erloschen waren, ließ Carn sie endlich ins Haus rennen, es stank bestialisch, als wären Harre verbrannt. Sie grub sich durch die Trümmer, auf der Suche nach ihrer Familie. Allerdings konnte sie niemanden finden. Carn war ihr gefolgt und nahm sie nun tröstend in den Arm. Er war zwar ihr bester Freund, aber in diesem Moment konnte sie ihn nicht ertragen. Wären sie beide nicht so lange weggeblieben, sondern früh genug zurückgekommen, wie sie es ihrer Mutter versprochen hatte, vielleicht hätte sie es noch verhindern können. Doch Carn hatte unbedingt die königliche Garde sehen wollen. Vermutlich hätten sie erst gar nicht zum Palast gehen sollen. Sie war sich sicher, dass Männer des Königs, das Haus angezündet hatten, als Bestrafung, weil ihr Vater nie die Steuern bezahlt hatte. Eins wusste sie bestimmt, nie wieder würde jemand so etwas erleiden müssen. Sie würde den König bereuen lassen. Er sollte am eigenen Leid erfahren, was es hieß jemanden zu verlieren.
Es war spät in der Nacht. Der Himmel war sternenklar und kein Geräusch, außer dem prasselnden Lagerfeuer war zu hören. Sie saß mit ihren Freunden aus dem Dorf auf einem großen Baumstamm, ihnen gegenüber standen ein Dutzend fremde Jungen. Sie waren alle ungefähr fünfzehn Jahre, noch lange nicht erwachsen, und doch sollten sie in die Armee des Königs eingezogen werden. In einen Krieg ziehen der seit Jahrhunderten tobte und doch nie enden würde. Ein Kampf gegen einen Gegner, der nicht zu besiegen war. Es war der Kampf gegen den Tod den der König seit Generationen zu gewinnen versuchte.
Jeder im Königreich wusste, das dies unmöglich war. Trotz allen magischen Tricks würde der König irgendwann sterben und dann würde hoffentlich wieder Frieden herrschen. Ein Frieden den die Menschen nicht selbst herstellen konnten. Nahrung und Waffen waren knapp. Sauberes Wasser fast eine Unmöglichkeit. Alle hungerten und viele waren aufgrund des schmutzigen Wassers krank. Die Menschen waren zu schwach um sich zu wehren.
Der König hatte sich seine Untertanen gefügig gemacht, indem er der einzige Weg für sie war ihre Grundbedürfnisse zu stillen. Niemand durfte Essen anbauen, wer erwischt wurde, erhielt die Todesstrafe. Fast jeden Tag gab es eine Hinrichtung. Der König ließ sämtliche Wege aus dem Königreich bewachen und die aus anderen Städten mussten von Wachen geleitet ihre Waren beim Schloss abgeben, sie wurden bezahlt, weshalb es sie nicht störte.
Einmal in der Woche wurde an alle Häuser Essen verteilt. Es war nicht genug um satt zu werden, doch genug um zu überleben. Plötzlich hörten sie Hufgetrappel, erschrocken blickte sie sich um, hinter ihr erschien aus dem dunkeln des Waldes ein Reiter auf einem prächtigen, schwarzen Rappen. Er trug das Königliche Wappen auf seinem Brustpanzer. „Seid ihr Aurora, Tochter des Schmiedes? Der König bietet euch ein Geschäft an. Begleitet mich ins Schloss. Ihr dürft eure kleinen Freunde gerne mitnehmen,“ sagte er in einem herablassendem Tonfall. Es fühlte sich an als ob sich eine kalte Hand um ihr Herz schließen würde. Sie hatte immer gedacht, dass Hass heiß brannte, wie eine Flamme, doch er fühlte sich eiskalt an, als würde er das Herz langsam in einen Eisklumpen verwandeln. Sie wusste, was der König mit Rebellen machte.
Doch sie wollte vor dem Boten keine Angst zeigen, so stand sie auf und blickte dem Reiter in die Augen. „Da ihr meinen Namen offensichtlich kennt, würde ich nun auch gern euren erfahren.“, sagte sie mit einer Autorität in der Stimme, die selbst ihre Freunde verwunderte. Überrumpelt deutete der Mann, der Etikette wegen, eine leichte Verbeugung an. „Ich bin Sir Gewin. Königlicher Bote.“, knurrte er. „Es ist mir eine Freude eure Bekanntschaft zu machen, Sir. Wenn sie uns jetzt bitte ins Schloss bringen würden“, antwortete sie mit ruhig.
Sie wollte sich von diesem Widerling nicht einschüchtern lassen. Mit wütendem Blick wendete er sein Pferd, Aurora wies ihre Freunde an ihr zu folgen.
Der Weg zum Schloss war kurz und so standen sie schon bald vor der prunkvollen Burg. Der König hatte einen Hang zur Extravaganz, weshalb das ganze Schloss von Wasserspeiern, Skulpturen und anderem unnützen, aber wertvollem Krempel vollgestellt war. Sie schnaubte wütend, als sie das Tor zum Kronsaal sah, die Menschen mussten Hunger leiden und der König ließ sich die Tür vergolden. Zwei Diener stießen das riesige Portal auf, als sie sie kommen sahen. Und sie traten in den riesigen, eindrucksvollen Raum ein. Am Ende des Saales saß der König auf einem übergroßen goldenen Thron. Er war alt, sein Gesicht voller Falten, sein Körper klapprig. Er schien in seinem Thron zu versinken. Doch als sie ihm ins Gesicht sah, wurde sein alter von einem Lächeln verdrängt, das so hinterhältig und falsch war, wie es nur ging. Aurora sah in seine kalten, grauen Augen. Er winkte sie zu sich, erhobenen Hauptes schritt sie durch den Raum und wandte den Blick nicht von dem altem, hasserfüllten Mann ab, der wie eine Schlange dort saß, nur um darauf zu warten anzugreifen, wenn sie nicht achtsam wäre. Nachdem sie vor seinem Thron niedergekniet hatte, ohne ihn dabei aus den Augen zu lassen, erhob er seine Stimme. „Ihr seid also die junge Aurora, ich habe von der Tragödie gehört, die eure Familie heimgesucht hat, ich habe für eure Taten in der letzten Zeit Verständnis und würde euch gerne meine Hilfe anbieten. Wollen wir und nicht an einen ruhigeren Ort zurückziehen?“, seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen hatte sie keine Wahl, sodass sie ihm folgte. Er führte sie durch eine Tür und dann durch einige lange Gänge, bis sie endlich in ein großes Arbeitszimmer gelangten. Während sie auf den Tee warteten, den der König einer Dienerin gebot zu holen dachte Aurora an die letzte Woche.

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