Autoren morden anders
von
Luna
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Es juckte mir in den Fingern, einmal in meinem Leben einen guten Krimi zu schreiben. Aber wie ich so da saß und über die Handlung nachdachte, fiel mir ein, dass ich keinen blassen Schimmer hatte, wie ein Mörder sein Verbrechen plante, wie er dachte und fühlte. Kinder-, Fantasie und Liebesromane hatte ich schon etliche geschrieben. Aber einen Krimi? Mein Freundin Erika hatte ein Händchen für Krimis. Aber ich war zu zart besaitet. Sie rieb sie mir ständig unter die Nase, meine gefühlvollen Seiten. Und so ich sah mich genötigt, ihr zu beweisen, dass auch ich dazu fähig war. Aber wie sollte ich das anstellen? Einen Rückzieher wollte ich nicht machen. Mein Stolz verbot mir derlei Unsinn.
Also rief ich meinen Verleger an und verkündete ihm die frohe Botschaft. Ganz schnell erfand ich einen Buchtitel „Ich, die Mörderin“ und war entsetzt über seine Reaktion. Er seufzte erleichtert und sagte mir, dass ich ihm viel Mühe erspart hätte. Denn meine altbackenen Bücher fänden keinen Anklang mehr. Und dass er mir hiermit eine neue Chance geben würde. Ein Jahr gab mir dieser fiese Kerl. Ein Jahr, in dem ich lernen musste, zu denken wie ein Mörder und dieses auch zu Papier bringen. Da ich von meiner Schreiberei lebte, blieb mir nichts anderes übrig.
Verzweifelt setzte ich mich vor meinen Kamin und überlegte. Dachte über den Inhalt nach, über die Personen, den Ort der Handlung und so weiter. Aber alles, was ich mir ausdachte, machte keinen Sinn. Als ich schon gefährlich nah an einem Selbstmordversuch war, lachte mich eine Flasche Whisky an. Erika hatte sie mir geschenkt, obwohl sie wusste, das ich kaum Alkohol trank. Erst recht keinen Whisky. Aber nun griff ich nach ihm. Angewidert nippte ich an dem Glas und verzog mein Gesicht. Sein ekelhafter Geruch erzeugte einen Würgeanfall.
Also holte ich tief Luft, hielt den Atem an und spülte ihn herunter. Nach dem dritten Glas nahm ich den Geruch nicht mehr wahr und geriet in eine Art Ekstase. Ich wollte den absoluten Krimi schreiben. Er sollte ein Bestseller werden und den Machern Hollywoods als Filmmaterial dienen. Meine Morde würden so simpel sein, dass sie als diese gar nicht zu erkennen waren. In Gedanken schritt ich schon über den roten Teppich und nahm meinen Oskar entgegen. Blitzlichtgewitter hüllte mich ein und ich winkte den glücklichen Fotografen zu, denen es eine Ehre war, mich ablichten zu dürfen.
Benommen schüttelte ich meinen Kopf und dachte nach. Wenn ich dieses Ziel erreichen wollte, musste ich Opfer bringen. Opfer umbringen, selbstverständlich auch. Aber ich brauchte Zeit, denn in mir reifte ein Plan.
Dreiundzwanzig Uhr. Ich hob den Hörer und wählte die Nummer meines Verlegers. Verschlafen meldete er sich und ich bemühte mich, meiner Stimme einen festen Klang zu geben. Nur nicht lallen. Beschwörend bat ich ihn um eine Fristverlängerung. Erzählte von Recherchen, die ich noch betreiben wollte. Log, dass ich mit einem anderen Verleger über den Inhalt des Buches geredet hätte. Und dass dieser mich für sich gewinnen wollte, aber dass unsere jahrelange Zusammenarbeit mir am Herzen lag. Redete Unsinn. Lachte verlegen und wartete auf seine Antwort. Nur über den Inhalt, da redete ich nicht. Wie auch, ich hatte ja noch keinen. Ich tat geheimnisvoll und stachelte ihn damit an. Aber ich bekam ein halbes Jahr Verlängerung. Wenn das mal kein guter Anfang war. Ich prostete mir noch einmal zu und kippte zur Seite. An diesem Abend wurde ich zur Mörderin.
Der andere Tag war hammerhart. Mein Kopf hämmerte und mir war schlecht. Ich schleppte mich in die Küche und setzte einen Kaffee auf. Mein Gott, was war nur letzte Nacht gewesen? Als ich den zweiten Schluck Kaffee nahm, wusste ich es und schämte mich in Grund und Boden. Aber gleichzeitig war mir klar, dass es kein Zurück gab.
Nach einer heißen Dusche ging es mir besser und ich tüftelte an einem teuflischen Plan.
In unserer Straße gab es einen Spanner, der mit seinem Nachtglas in alle Fenster spähte und sich dabei einen, na ja... Er landete als Erster auf meiner Liste. Dann die blonde Susi. Sie arbeitete als Bedienung in Pauls Pub und hatte mir vor zwei Jahren einen Freund ausgespannt. Der Pfarrer, der mir mit anzüglichen Bemerkungen den Tag versaut hatte, landete auf Platz drei. Der Vierte im Bunde war mein ehemaliger Lehrer. Ein fieser Kerl, der mir eine glatte Fünf verpasst hatte für einen Aufsatz, der eine Eins verdient hätte. Und nur weil er mich nicht leiden konnte. Das heißt, meinen Vater. Ich badete es nur aus. Das Thema des Aufsatzes waren Pilze. Gute und schlechte. Ich hatte mir damals so viel Mühe gegeben. Hatte gelernt und war mit einem Buch bewaffnet in den Wald marschiert. Er nahm Platz Vier auf meiner Liste ein. Platz Fünf übernahm Erika. Ich war mir sicher, nach Beendigung meines Buches konnte es nur Eine geben. Und die war ich.
Im Internet suchte ich nach einem kleinen, abgelegenen Hotel und wurde auch schnell fündig. Es lag zweihundert Kilometer von hier entfernt, im schönen Norden. Ich rief dort an und stellte mich als Managerin eines großen amerikanischen Filmunternehmens vor, dessen Bestreben es war, neue Talente zu finden. Natürlich hatte ich mir den Namen des Filmunternehmens ausgedacht.
Kentucky – Pictures. Und selbstverständlich redete ich Englisch. Verschwörerisch bat ich den Herrn am anderen Ende der Leitung, die Zielpersonen über unser Vorhaben im unklaren zu lassen. Da so eine bessere Auswahl stattfinden konnte. Außerdem könnte das Konkurrenzdenken der Personen, wenn sie wussten, dass nur zwei von ihnen für eine Rolle in Frage kamen, viel Streit herauf beschwören. Die Rechnung unserer Gäste würde ein Mr. Happentito begleichen. Dieser sollte am letzten Tag eintreffen und die zwei Rollenangebote vergeben. Natürlich würde sich auch ein verdeckter Ermittler von Kentucky – Pictures immer in der Nähe befinden. Seinen Namen könnte ich aus bestimmten Gründen nicht preis geben. Der nun sehr aufgeregte Herr versprach alles zu unserer Zufriedenheit zu regeln. Glücklich legte ich auf. Ließ mir in einem Shop fünf Einladungskarten drucken. Kentucky – Pictures, blablabla und so weiter und so fort. Anschließend buchte ich einen Flug nach Kentucky und warf sie dort in einen Briefkasten.
Zwei Tage später rief Erika mich an. Aufgeregt erzählte sie mir von ihrer Einladung. Sie glaubte allen Ernstes, dass die Auswahl auf sie gefallen war, wegen ihrer hervorragenden Krimis. Ich ließ sie in dem Glauben. Hatte ich doch andere Sorgen. Eine unauffällige Verkleidung musste her.
Ich besorgte mir eine graue Männerperücke, einen schwarzen Anzug, ein weißes Hemd, einen riesengroßen Schnurrbart und gewaltige Augenbrauen. So würde mich bestimmt niemand erkennen.
Vorsichtshalber checkte ich zwei Stunden früher als meine Opfer in dem Hotel ein. So konnte ich noch einige Vorbereitungen treffen und mich auf die Situation einstellen. Meldete mich an der Rezeption und schenkte dem dem netten Herrn ein Monilächeln. Schmunzelnd gab er gab mir zu verstehen,
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Kommentare
das_alva@yahoo.de schrieb am 2011-03-17 12:25:42:
Hallo KatieCat, ich lasse das Schreiben allerdings nicht. Diese Geschichte ist einfach nur unter einer faschen Sparte gelandet. Leider. Aber nicht jedem muss sie gefallen.
KatieCat schrieb am 2011-01-19 14:37:33:
Allerdings....der letzte satz spricht mir geradezu aus der seele. ich hab an dich geglaubt und deshalb bis zum schluss gelesen. habe gehofft du würdest deine schnellen und außerdem unlogischen ereigisse für sich lassen und statt dessen ein bisschen ausformulierter schreiben. vergebkiche mühe, ich würde sagen, lass das mit dem schreiben.
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