Ball der Träume
von
malli
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Keuchend rannte ich die Treppe hoch und riss seine Zimmertür auf. „Caleb!“, rief ich. Suchend sah ich mich um, niemand schien hier zu sein. Ich riss die Klotür auf, seine Mutter stand mit großen Augen und einem Wäschekorb in der Hand vor mir. Fragend sah sie mich an. „Ist Caleb zu hause?“, fragte ich ganz außer Atem. Sie schüttelte den Kopf und starrte mir hinterher, als ich die Treppe runter polterte. Die Tränen flossen mir über das Gesicht. Ratlos blieb ich vor der Haustür stehen. „Der Bahnhof!“, rief ich und die Leute auf der Straße sahen mich verwundert an. Ich schwang mich auf ein Fahrrad, das am Straßenrand unangeschlossen an einer Laterne stand und fuhr in Richtung Bahnhof. Mein Puls raste, als ich am Bahnhof ankam. Ich schmiss das Fahrrad auf den Boden und rannte zum nächsten Schalter, die Frau kaute langsam auf ihrem Kaugummi und beachtete mich nicht. „ Hallo?! Ist der Zug nach Neustadt schon weg?“ Sie kaute weiter und kramte nach einer Zeitung unter ihrem Tischchen: „Welcher denn Schätzchen?“ Sie blätterte die ersten Seiten auf. „Der, der als letztes fuhr natürlich! Der letzte!“ Ihre Ruhe machte mich rasend. „Jepp. Der ist wech. Aber Süße, schon lange!“ Sie spuckte das Kaugummi in einen Mülleimer und sah mich an. Ich biss mir auf die Lippen. „Wann fährt denn der nächste?“ Sie rülpste einmal laut und blätterte dann weiter. „Wann? Es ist dringend!“ Sie sah mich an. „Wohin wollen Sie denn?“ Ich schlug mit der Faust auf die Wand und hastete weiter zum nächsten Schalter. „ Eine Fahrkarte nach Neustadt bitte!“ Die junge Frau sah mich an. Sie zog ein Ticket. „Das wären dann 5 Euro und 60 Cent.“ Ich kramte in meiner Hosentasche, ich fand einen 5 Euro-Schein und suchte in der andren weiter nach einem Euro. Klirrend legte ich das Geld auf das Schiebebrett. Die Frau schob die Karte durch. „Behalten sie das Wechselgeld!“, rief ich und eilte zu Gleis 4. Ich blickte auf meine Fahrkarten, durch den Tränenschleier las ich, dass ich nur noch 2 Minuten Zeit hatte. Fast rannte ich eine alte Dame um, als ich auf den Zug zusteuerte. Schimpfend drohte sie mir mit ihrem Gehstock. Ich betrat das erste Abteil und atmete langsam aus, als ich mich setzte. Ich starrte hinaus in den Regen, der langsam anfing zu tröpfeln. Unruhig kramte ich in meiner Hosentasche und zog eine zerknitterte Eintrittskarte hervor. „Ball der Träume“ stand darauf, ich war zwar nur mit Jeans und T-Shirt bekleidet, aber ich musste zu Caleb. Es zählte jetzt nichts anderes mehr. Mit einem Blick auf das Zugticket stellte ich unruhig fest, dass die Fahrt eine halbe Stunde dauerte. Ich legte meine Füße auf den Platz mir gegenüber und wischte mir mit einem zerknüllten Taschentuch die Tränen und die verlaufene Schminke aus dem Gesicht. Was alles passiert war in dieser kurzen Zeit. Nie war etwas in meinem Leben passiert und nun strömten tausend Ereignisse auf mich ein. Caleb. Er war es mit dem alles begonnen hatte. Rüttelnd fuhr der Zug los. Hoffentlich war Caleb auf diesem Ball. Wenn nicht, war alles umsonst. Traurig sah ich auf die vorbeiziehende Landschaft. Es wurde Abend. Langsam versteckte sich die Sonne hinter den Bäumen und verschwand schließlich ganz, vom Horizont verschluckt. Ich machte die Augen zu. „Fräulein? Ihr Ticket bitte, sie sind doch neu dazu gestiegen, richtig?“ Ich sah den Schaffner an und gab ihm die Karte. Er knipste sie ab und schob sich dann weiter den Gang entlang. Plötzlich drehte er sich um und sah mich scharf an: „Ach ja! Und bitte nehmen sie die Füße von den Sitzen! Oder machen sie das zu hause auch?“ Seufzend nahm ich meine Füße runter und blickte weiter traurig aus dem Fenster. Die Abendröte wurde immer blasser. Als ich mich wieder grade hinsetzte kam mir eine Idee. Vielleicht war Caleb auch mit diesem Zug gefahren und saß schon drinnen, als ich kam. Vielleicht hatte ich ihn bloß nicht gesehen. Ich stand auf und eilte durch den Zug. Ich blickte in alle Richtungen, sah viele Gesichter, doch am Ende musste ich niedergeschlagen zugeben, dass Caleb eindeutig nicht diesen Zug bestiegen hatte. Bedrückt setzte ich mich wieder ganz nach vorne, damit ich an der Haltestelle in Neustadt sofort aussteigen konnte. Ich hielt immer noch die Eintrittskarte in den Händen und drehte sie hin und her. „ Ball der Träume – oder auch: Tanz der lebenden Toten“ und „ Eine Maske ist mitzubringen. Einlass um 19.00 Uhr. Ende voraussichtlich um Mitternacht.“ Ich zog den Schal enger, wieso hatte ich in der Eile bloß nicht an meine Jacke gedacht. Der Mann mit den heißen Getränken ging durch den Gang. Ich schüttelte den Kopf, als er mich fragend ansah. Ja, Caleb und ich hatten vor zu dem Ball zu gehen, doch als sie anfingen uns zu verfolgen, schien es uns zu gefährlich in der Öffentlichkeit zu erscheinen. Caleb war sogar einige Zeit nicht zur Schule gekommen. Jetzt, nachdem wir uns gestritten hatten, und er glaubte, dass die Gefahr vorüber sei, war er aus Trotz doch zu diesem Ball gefahren. Hoffte ich zumindest. Oder auch nicht. Ich erschrak, als ich einen Schatten vor dem Fenster sah, wir fuhren gerade auf einer Brücke, als etwas Schwarzes neben dem Zug herlief. Wachsam sah ich mich um, nun wussten sie wo ich war. Ich schloss meine Augen. „Scheiße.“, sagte ich zu mir und stand auf. Ich sah auf die Uhr, noch 10 Minuten, dann war ich in Neustadt. Ich lief auf und ab, dann entdeckte ich die Toilette. Wehleidig betrachtete ich mich im Spiegel und strich mir das dunkle Haar aus dem Gesicht. Mit Klopapier versuchte ich den Dreck und die Schminke aus meinem Gesicht zu entfernen. Als ich spürte, dass der Zug langsamer wurde, verließ ich das Klo und wurde energisch von einem dicken Mann zur Seite geschubst: „Mensch, ich dachte schon du wärst ins Klo gefallen.“, murrte er und verschwand in der Toilette. Hastig ging ich zur Tür und öffnete sie, sobald der Zug stand. Schnell rannte ich aus dem Bahnhof heraus. Die Plakate und Schilder weißten mir den Weg in die Grand Chaussee. Hastig überflog ich die Hausnummern und erreichte schließlich die Nummer 13. Eine alte Villa, groß und stolz ragte vor mir auf. Sie war sicher uralt und das sah man auch. Unbeholfen kletterte ich über den Zaun und lief an einem schlafenden Hund vorbei. Nach Atem holend band ich mir den Schal vor Mund und Nase und klopfte an die schwere Holztür. Sofort öffnete ein Butler, der sicher so alt wie das Haus war und mich pikiert ansah. „Ihr wünscht?“ Ich stutzte, zog dann aber meine Eintrittskarte hervor. Er nickte mit herunter gezogenen Mundwinkeln und bat mich dann herein. „…auch wenn man ihren Schal nicht als Verkleidung ansehen dürfte.“ Er musterte mich zum wiederholten Male und schritt dann voraus. „Der große Saal.“, der Butler öffnete eine große Tür und vor mir tat sich ein riesiger Saal auf. Langsam betrat ich ihn und betrachtete die vielen Menschen hier. Die Frauen hatten alle mächtige Kleider an, die ganz altertümlich schienen, während die Männer edle Anzüge trugen. Jedes Paar war gekennzeichnet durch eine Farbe. Wir hätten das schwarze Paar werden
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Kommentare
jenny schrieb am 2010-01-02 22:39:33:
schnell weiter!! die ist gut=)
lg
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