Basis 211- Unternehmen Arctos (Leseprobe)
von
Keno tom Brooks
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Prolog
<br>Berchtesgaden/Obersalzberg, 09.Oktober 1920, 16:15 Uhr
<br>Gasthaus " Platterhof"
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<br>Es war ein verhangener und regnerischer Tag. Gewitterfronten rollten heran und grollten wie hungrige Bären in ihren Höhlen nach einem langen Winterschlaf. Grau-dunkle Wolken umflossen den Obersalzberg wie dickflüssiger Schlamm um aufgetürmten Steine floß und kündigten vom nahen Unwetter, von Regen, Sturm, Windböen und Fallwinden. Ein Kolkrabenpaar segelte schwarz und schwer im letzten Aufwind des Nachmittages um den Untersberg, rief "grog" und "kark", daneben ein metallisches "klong" und vollführte akrobatische Flugspiele. Einige kleine Risse in der Wolkendecke ließen das Licht des vergangenen Sommers erahnen bevor sie sich endgültig schlossen und dem schwerem heraufziehenden Samtdunkel nachgaben.
<br>Dr. Hofmann und sein Begleiter Wolf saßen nach einem ihrer ausgedehnten Spaziergänge auf der Terrasse des Gasthaus "Platterhof" und blickten gegen den Untersberg und das Lattengebirge, deren Grate messerscharfe Linien in das anrückende Unwetter schnitten.
<br>Der Platterhof war ein weithin berühmter und bekannter Gasthof. Neben den Wanderern und den Einheimischen aus dem Markt Berchtesgaden waren viele Angehörige des Bürgertums zur Erholung hierher. Künstler aus ganz Deutschland kamen und malten die Berchtesgadener Landschaft oder zogen sich in der Natur zum Schreiben und Dichten zurück. Wissenschaftler, mit oder ohne ihre Familien, Mitglieder des höheren Adels aus den Königshäusern Bayerns, Preußens und des benachbarten Österreiches verbrachten hier ihre Ferienzeit. Die Obersalzberger Natur und die einfache und gediegene Gastlichkeit zog Menschen mit den verschiedensten Hintergründen aus allen sozialen Stellungen in diese Landschaft zur Erholung und zum Ausspannen. Auf der Aussichtsterrasse des Platterhofes standen weisse Holzstühle je vier und vier auf dem rustikalen Dielenboden um kleine runde Tische, alle mit den gleichen rot-weiß-karierten Tischdecken versehen. Auf jedem Tisch stand eine hohe, dunkle Vase mit frischen Feldblumen. Alles machte den Eindruck gepflegter Gastlichkeit und die Terrasse war trotz oder gerade wegen des heraufziehenden Unwetters von Wanderern und Kaffeegästen voll besetzt.
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<br>Dr. Hofmann und Wolf saßen an der vordersten Ecke der Terrasse. Sie hatten Glück gehabt und den Tisch an der Ballustrade von einigen gerade aufstehenden Gästen übernommen. Wolf schob einen der Blumenkästen auf der halbhohen Balustrade etwas zur Seite und legte seinen Arm bequem auf das helle Holz. Dr. Hofmann hängte seine Filzjacke über die Rückenlehne und setzte sich neben Wolf um die Aussicht auf das Naturschauspiel, das sich ihnen bot, genießen zu können.
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<br>»Unter diesem Dach werden wir das aufziehende Gewitter wohl überstehen,« sagte Dr. Wolf, nahm die auf dem Tisch liegende Speisekarte zur Hand und studierte die angebotenen Getränke und Speisen. »Wie wäre es mit einem Kaffee und Kuchen?« Wolf schaute nachdenklich und versunken hinüber zum Untersberg.
<br>»Kennst Du,« sagte er, ohne auf Dr. Hofmanns Frage einzugehen, »eigentlich die Sage des Untersberges?«
<br>Dr. Hofmann schüttelte fragend den Kopf und schaute in Richtung des massigen Felsmassives, das wie der Scherenschnitt eines Gesichtes das nahende Unwetter zu schauen schien.
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<br>»Der Sage nach sitzt Kaiser Barbarossa an einem Tisch schlafend im Inneren des Berges. Alle hundert Jahre wacht er auf und fragt einen Diener »Fliegen die Raben noch um den Berg?« Ist die Antwort ja, fällt er in einen weiteren hundertjährigen Schlaf. Wenn aber einmal die Raben nicht mehr um den Untersberg kreisen, wird Barbarossa aus dem Berg heraustreten und das tausendjährige Reich beginnt!« Wolf schwieg wieder und starrte versonnen auf das Bergmassiv und die immer noch mit ihren akrobatischen Flugkunststücke beschäftigten Raben dazu zwingen, ihre Tätigkeit einzustellen, um die Prophezeiung wahr werden zu lassen.
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<br>»Nun ja,« sagte Dr. Hofmann »wir werden das wohl nicht erleben, oder?«
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<br>Wolf sah ihn wieder mit diesem unergründlichen Blick aus seinen tiefblauen Augen an. Er war ein schmächtiger, unbedeutender Mann Anfang Dreißig, der eine alte, abgetragene Windjacke, Bundhosen, Kniestrümpfe, grobe Wanderschuhe und einen Velourshut trug.
<br>Ein kleiner, senkrecht geschnittener Bart versuchte, seine zu breite Nase zu kaschieren. Diese Bartfliege bestimmte das sonst so durchschnittliche Gesicht. Seine tiefblauen Augen unter den leicht schläfrig geschwungenen Liedern standen in einem merkwürdigen Kontrast zu diesen durchschnittlichen Gesichtszügen. Jeder, der mit dem oft leidenschaftlich redenden Wolf in Kontakt kam, war gefangen von Wolfs Worten und der Suggestionskraft dieser Augen. Sein glattes Haar hing ihm in diesen Momenten von dem ordentlich rechts gezogenen Seitenscheitel strähnig ins Gesicht und seine Gesichtszüge begleiteten die Worte wie pantomimische Bilder zu einer mitreißenden Musik. Seine Nüchternheit im Denken, seine Logik, seine Skepsis und seine ausschweifenden Phantasien, diese Mischung zog seine Zuhörer in seinen Bann, die exakten Ausführungen seiner Gedanken unter Verwendung seines angelesenen Wissens irritierte und faszinierte Laien wie Fachleute. Diese Ambivalenz irritierte seine Umwelt und sie nahm in vornehmlich als Exzentriker und Sonderling war, der, unter ärmlichen Umständen lebend, nur seinen Gedanken und Ideen nachzuhängen schien.
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<br>Dr. Hofmann war bedeutend älter als sein Begleiter, bereits jenseits der fünfzig, mit einem rechteckigen Schädel, den manche als "Charakterkopf" bezeichneten. Die wenigen verbliebenen Haare waren millimeterkurz gestutzt und auch er trug einen kleinen Bart auf der Oberlippe, der allerdings im Gegensatz zu Wolfs bis in die Ecken der Mundwinkel reichte. Seine Kleidung war die des Bohemien der Münchner Gesellschaft. Dr. Hofmann war ein echter Bayer, liebte Bier, Essen und Reden. Selbst in betrunkenem Zustand konnte er sich noch klar, logisch und verständlich ausdrücken. Im Gegensatz zu dem arbeitslosen Wolf hatte sich Dr. Hofmann als Journalist, Dichter, Dramatiker und Übersetzer des " Peer Gynt" einen Namen gemacht, seine Stücke wurden an zahlreichen deutschen Bühnen aufgeführt und machten ihn so zu einem finanziell unabhängigen Mann.
<br>»Nun, Kaffee und Kuchen? Oder lieber etwas Handfestes? Vielleicht eine Brettljausen?«, fragte Dr. Wolf seinen immer noch schweigsam übers Tal schauenden Begleiter. Wolf starrte immer noch versonnen hinaus auf das Lattengebirge. Er streckte eine Hand über die Ballustrade und fühlte einen leichten warmen Wind an den Fingerspitzen, den er nachdenklich zu fassen schien, um ihn zwischen den Kuppen zu zerreiben. Durch die Herbstsonne des Tages erwärmt strömten die Luftmassen die Hänge empor und ein angenehm milder Luftzug wehte aus dem Tal herauf, strich über Gräser und Blumen, neigte sie leicht hangaufwärts, umspielte Bäume und Gebäude, fing sich unter dem Terrassendach und löste sich dort in kleine, auf der Haut spürbare Wärmewirbel auf.
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Kommentare
Felix Ferro schrieb am 2009-01-16 15:33:30:
Absolut ohne Grundlagen eine Träumerei eines Verlorenen
fritz schrieb am 2008-11-06 13:04:56:
"auf lsd am nordpol" scheint mir dir lösung dieses buchs zu sein ;D
miroengl@aol.com schrieb am 2008-10-22 17:49:44:
Guten Tag. Ich kann auch nur sagen absolut Spannend geschrieben!!!!! Habe großes Interresse an diesem Buch,
würde mich sehr freuen dieses Buch erwerben zukönnen. Mfg
Vampir 212@web.de schrieb am 2008-04-10 15:37:15:
Klasse!!!!!!Will sofort das Buch!!Spannend ohne Ende Ich glaube das es die Basis 211 wirklich gibt!!wer meine
Ansicht teilt kann sich gerne bei mir an der oben angegebenen e mail adresse weden!!Danke
wanrod18@aol.com schrieb am 2007-07-28 18:12:25:
Wirklich spannend und gut geschrieben.Ich würde mir das Buch glatt kaufen oder ist es möglich ein Manuskript zu erhalten?Ja Argarthi ein interessanter Mythos,genau wie Shamballah und Basis 211.
n.ludwig@shog-whitewear.de schrieb am 2007-03-06 20:12:10:
sau spannend
würde das buch auch sofort kaufen
daumen hoch!
eastendpower@aol.com schrieb am 2006-04-03 16:12:50:
Spannend, liesst sich gut. Gibt es dazu ein Buch?
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