Begegnungen
von
Kalliope
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Prolog
“Geh doch hin!” Meine Mum lehnte sich mit den Ellbogen auf die Couch. Sie stand hinter mir, so
dass ich meinen Kopf in Richtung Decke drehen musste, um mit ihr zu reden. Ich machte den Ton des Fernsehers aus (ich sah mir gerade eine Komödie auf Video an) und fragte:
“Aber warum denn? Ich steh echt nicht auf diese Partys. Da kommen Leute, die ich nicht kenn’,
betrinken sich und wissen nachher nicht mehr, was sie getan haben. Ich habe keine Lust, den Leuten dann die ganze Zeit den Verlauf der Party zu schildern.”
“Aber ich denk, da spielt ne coole Band?!” Ich musste lachen.
“Jaa, Sarah hat das so beschrieben, oder?! Irgendeiner ihrer zwanzig Cousins spielt in einer
Garagenband. Aber ich weiß nicht.” Meine Mum ließ sich neben mich fallen.
“Hey, Süße. Du und ich kennen Sarah schon seit du im Kindergarten warst. Sie ist deine beste
Freundin, und so, wie sie klang, war es ihr Ernst, dass du kommst. Und ich mein...du hängst ständig nur rum und liest. Wenn ich du wär’, würde ich mal raus gehen um neue Leute kennen zu lernen. Ich will ja nicht so klingen wie diese Oma, aber sie hatte Recht., oder?!”
“Mhm...”, brummte ich. Ich dachte an die alte Frau neulich, die Mum und ich fertig gemacht haben.
Ich ließ mich wie immer breit schlagen. “Naa gut. Ich gehe hin.”
Ich saß im Schneidersitz auf der Couch und las, während die Lieder der Band immer grausiger
wurden und die Partygäste immer lauter. Sarah war bereits in der Küche verschwunden. Der Junge saß immer noch da. Ich sah zu ihm herüber, und er lächelte mir zu. Ich erinnerte mich an Sarahs Rede, klappte mein Buch zu und beschloss, zu ihm hinüber zu gehen, da er nicht wie die anderen Betrunken durchs Haus tobte.
“Hey!” Er nahm die Kopfhörer ab.
“Hey du!” - er wußte wohl auch nicht, was er sagen sollte.
“Was hörst du?”
“Smashing Pumpkins.”
“Ahh.”, machte ich.
“Magst du sie nicht?”
“Doch, ich hör sie ganz gern.” Ich zögerte. “Eigentlich sind sie sogar meine Lieblingsband. Ich hab mich nur gewundert, wie du bei dem Lärm noch was anderes hören kannst.”, schrie ich, damit er mich verstand. Jetzt war er aber wieder dran.
“Sei mal ehrlich, diese Band ist grauenhaft, oder? Setz dich doch.”, setzte er hinzu. Ich ließ mich
neben ihn fallen und sagte:
“Da hast du wohl Recht, aber lass das bloß nicht ihre Fans hören.” Ich deutete grinsend in Richtung der Pogenden. “Sarah ist vor Verzweiflung schon in der Küche verschwunden.”
Er lächelte und sagte: Gibt es noch was schlimmeres als diese Band?” Ich nickte und sagte:
“Ja, diese Currywürstchen. Ich hab gesehen, du hast einen Bogen um die gemacht. Ich ernähr’ mich schon die ganze Zeit von Käse und Weintrauben.” Wir lachten beide.
“Wie heißt du eigentlich?” fragte er.
“Alexis. Und du?”
“Milo.”
“Und auf wessen Flehen bist du hier?” fragte wir einander gleichzeitig.
“Sarah.” Auch die Antwort kam gleichzeitig. Ich war begeistert.
“Übrigens, Alexis, ich hab mich gewundert, wie du bei dem Lärm lesen kannst.” Er deutete auf das Buch und sah mich fragend an. Ich blickte genauso fragend zurück, und begriff dann.
“Ach so, ja, das ist die Schatzinsel.” Ich hielt ihm das Cover hin.
“Das hab ich auch mal gelesen, hab’s aber irgendwann aufgegeben.”, sagte er. Ich blickte
nachdenklich auf den vergilbten Umschlag.
“Mhm, ich glaube, es ist nicht die richtige Lektüre für eine Party.” Ich legte das Buch bei Seite.
“Und trotzdem liest du es?” Es klang skeptisch, aber auch interessiert.
“Na ja...ich habe mir vorgenommen, alle Bücher der Welt zu lesen. Natürlich nur die Guten.”, fügte
ich hinzu.
“Wow.”, sagte Milo. “Das ist nicht gerade ein kleines Vorhaben.” Ich zuckte mit den Schultern.
Wäre nicht der Lärm der anderen gewesen, wäre es jetzt still. Der Junge war der allererste Mensch, der nicht lauthals darüber gelacht hatte, als ich ihm meinen verrückten Traum erzählt hatte. Er hatte mich auch nicht damit genervt, dass ich “hier ganz allein rum sitzen würde, und dass ich mal auf die Leute zugehen sollte.”, denn Milo saß selbst allein da und machte etwas anderes. Er ist wahrscheinlich auch keiner dieser Menschen, die einen ständig dazu zwingen, zu lachen oder zu lächeln, wenn es nichts zu belächeln gab, dachte ich.
“Ähm...kommst du mit ein Stück spazieren?”, fragte er mich plötzlich. ”Dabei kannst du mir
erzählen, welche Bücher du schon gelesen hast, damit ich erfahre, was mir bisher entgangen ist.”
Milo lächelte schon wieder, und ich willigte ein. (Mittlerweile verbreitete sich ein übler Geruch aus
dem Nachbarzimmer, sodass wir froh waren, an die frische Luft zu kommen.)
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Kommentare
Kalliope schrieb am 2006-09-28 20:25:03:
Ja, du hast's erfasst! Die Namen sind von denen, und zwar mit Absicht! Leider sind sie ja nicht mehr zusammen. Verstehst du?
Übrigens würde das auch auf mich passen.
Lg Kalli
Hailey schrieb am 2006-09-18 17:29:10:
Erinnert mich irgendwie ziemlich an Gilmore Girls! Sogar sehr, vor allem auch die Namen. Alexis und Milo? Alexis Bledel und Milo Ventimglia (Rory und Jess). Und dann liest Alexis auch immer, das klingt sehr nach Rory.
Aber ansonsten ganz nett
Kalliope schrieb am 2006-04-11 18:35:24:
Mhm, die sollte eigentlich nicht weiter gehen...aber falls ihr ne Idee haben solltet, dann her damit!
Orange girl schrieb am 2006-04-08 14:51:13:
Hi
ich finde deine Geschichte auch sehr gut, mal kucken wie es weiter geht.,.....
Tanja Turbanisch schrieb am 2006-04-06 12:05:57:
Ich finde die Geschichte Voll süß und spanend
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