Beginn der Reise durch L'Orkana
von
Homunculus
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Wenn Ihr Muse habt, den Geschichten eines alten Mannes zu lauschen, dann setzt Euch zu Mir und höret, was sich einst auf diesem Kontinent zutrug und was heute die Gemüter der Menschen beschäftigt:
Wir schreiben das Jahr 537 nach Magdobhar, auf dem Kontinent L'Orkana. Seit Urzeiten von Menschen besiedelt, kann dieser Kontinent auf eine bewegte Geschichte zurückblicken: Spuren von Krieg und Zerstörung, aber auch die Zeugnisse vergangener und gegenwärtiger Hochkulturen prägen die verschiedenen Regionen L'Orkanas. Es heißt, es gebe andere Rassen, die eigene Kontinente bewohnten, aber kaum jemand hat bisher einen Elf, Zwerg oder Ork gesehen – vielleicht ist es besser so.
Von den Zeiten der Altvorderen ist, abgesehen von den Magierkriegen, die Jahrhunderte vor dem Beginn der kaiserlichen Zeitrechnung stattfanden, so gut wie nichts bekannt. Nach dem Untergang der großen magischen Orden während der Magierkriege entstand in weiten Teilen L'Orkanas eine Kultur, die auf den Säulen der Landwirtschaft, einer bescheidenen Technisierung und eines weitestgehend monarchistischen Herrschaftssystem fußt. Magie spielt lediglich in den vereinzelt übrig geblieben, lokalen Klosterorden noch eine Rolle und die dort anzutreffenden Mönche sind auf L'Orkana vorrangig als Geistliche tätig. Von ihrer einstigen Macht ist nicht mehr viel geblieben Diese feudale Kulturlandschaft ist vor allem durch den Einfluss des vor 537 Jahren im Süden durch Kaiser Magdobhar gegründeten Kaiserreichs entstanden, das viele Jahrhunderte Schutzmacht und ein Garant der Ruhe und Ordnung für alle Menschen auf L'Orkana war.
Doch das alte Kaiserreich ist über die Jahrhunderte durch Korruption, Intrigen und die Dekadenz der Fürsten zerfallen. Nur noch die südlichen und östlichen Teile des Kontinents L’Orkana stehen unter der Kontrolle des schwachen Kaisers Ickdobhar III. Außerhalb dieser scheinbaren Sicherheit herrschen machthungrige Fürsten, freie Handelsstädte, Nomadenstämme und blutgierige Barbarenhorden. Der Einfluss und die Macht des Kaisers von L’Orkana schwinden seit langem und nur eine Reihe starker Festungen entlang der Grenzen verhindert noch den völligen Zerfall des Reichs.
Selbst innerhalb des Kaiserreichs ist die Macht des Kaisers nicht unangefochten: Die Handelsgilde, die den Großteil der kaiserlichen Flotten kontrolliert und durch ihr Handelsmonopol über das wirtschaftliche Gedeih und Verderb des Kaiserreichs entscheidet, lässt dem Regenten nur einen bescheidenen Handlungsspielraum. Tatsächlich sind die Funktionäre der Handelsgilde an jeder militärischen, politischen und vor allem wirtschaftlichen Entscheidung beteiligt. Die Weisen sagen, das Kaiserreich sei dem Untergang geweiht, nachdem im traurigen Jahr 479 n.M. die letzten direkten Nachfahren Magdobhars in einem blutigen Staatsstreich ermordet wurden. Die Handelsgilde konnte daraus viele Vorteile ziehen.
Während diesem schrittweisen Zerfall des Kaiserreichs und den zunehmenden Kriegswirren im Norden L'Orkanas formieren sich die zerstreuten Magierorden neu: Unter der Führung eines unbekannten Großmeisters streben die, zum „Elementaren Bann“ vereinigten, Orden der Erde, des Feuers und des Wassers nach ihrer alten Macht. Sie haben sich auf die Inseln im Osten zurückgezogen und dort das einstige Domizil der Wassermagier neu errichtet und erweitert. Theoretisch unterstehen sie dem Kaiser, aber tatsächlich haben der Kaiser und auch die Handelsgilde kein großes Interesse daran, sich in irgendeiner Form mit den Magiern zu befassen. Ein gutes Geschäft ist mit ihnen selten zu machen und wenn man ihnen zu sehr auf die Füße tritt, werden sie schnell zur Bedrohung.
Aus dem Nordosten bedrängt der machthungrige Kriegsfürst Eckart II. von Morvalon die freien Städte L’Orkanas und belagert mit seiner Armee Windfall, die Erzstadt. Windfall beherrscht aufgrund seiner strategisch günstigen Lage und der magischen Eigenschaften des dortigen Erzes den gesamten Erzhandel des nördlichen Monsumbriagebirges. Seit nunmehr fast einem Monat wird Windfall belagert und ein Ende ist nicht abzusehen, da die Stadt, einst eine gewaltige Festung, seit jeher schweren Angriffen ausgesetzt war und als uneinnehmbar gilt.
Gelingt es Eckart II. aber, Windfall zu nehmen, so ist es nur eine Frage der Zeit bis er die Vorherrschaft über die Gebiete zwischen dem Monsumbriagebirge und den Grenzen des alten Kaiserreichs erringt. Eckart sieht in sich den legitimen Nachfolger Magdobhars – vielleicht strebt er also die Ausrufung eines nördlichen Kaiserreichs an.
Der erstarkende „Elementare Bann“ zeigt bislang keine Ambitionen sich in die Geschehnisse auf dem Kontinent einzumischen und in den verseuchten, seit den Magierkriegen unbewohnbaren Pestländern beginnt sich eine dunkle Macht zu regen.
Das Geschick L'Orkanas ist also höchst ungewiss, aber der erste Schritt auf dem Weg in sein Schicksal wird auf und vor den Mauern Windfalls entschieden werden. Durch Abenteurer wie Euch. Doch nun wärmt Euch erst einmal am Feuer und stärkt Euch für die lange Reise, die noch vor Euch liegen mag, leistet einem alten Mann ein wenig Gesellschaft, bevor Ihr Euch auf Euren ungewissen Weg macht. Vielleicht habe ich auch noch die ein oder andere Geschichte für Euch.
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