Bergidyll
von
BlackRaven
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So sehr er auch versuchte dagegen anzukämpfen, konnte Luca doch nicht verhindern, dass ihm immer wieder Tränen in die Augen schossen. Bei dem Gedanken, dass seine Alina hier draußen war, allein und womöglich sogar verletzt, verlor er fast den Verstand.
“Alina! Wo bist du?” Luca schrie unablässig ihren Namen, in der Hoffnung, sie würde ihn hören und antworten.
Alina schreckte auf. Sie versuchte, sich zu bewegen, doch all ihre Glieder schmerzten. Es war unmöglich zu sagen, wie viele Stunden sie schon hier war. Aber was viel wichtiger war: Hatte sie nur geträumt oder hatte wirklich jemand ihren Namen gerufen? Sie betete, nicht geträumt zu haben und rief Lucas Namen in die Nacht hinein.
“Luca! Luca, ich bin hier. Komm doch!”, wimmerte sie immer wieder, ohne auf ihre tränenerstickte Stimme zu achten. Sie wollte wieder schreien, als ganz in ihrer Nähe das Laub raschelte. Alina nahm ihre ganze restliche Kraft zusammen und schrie so laut sie konnte nach Luca.
“Luca!”
Luca spürte, wie sich sein Herzschlag beschleunigte, als er Alinas markerschütternden Schrei hörte. Er rannte in die Richtung aus der der Schrei gekommen war. Der Gedanken, Alina gleich bei sich zu haben, schien seine Schritte fast zu beflügeln.
Und dann sah er sie. Wie sie an einen Baumstamm gelehnt dasaß, in durchnässten Kleidern und mit tränenverschmierten Gesicht. Er sah auch die blutigen Kratzer in ihrem Gesicht. Was war mit ihr geschehen?
Ohne groß nachzudenken ging er auf sie zu, zog sie hoch und riss sie in seine Arme.
Als Alina so in seiner Umarmung hing und ihre Arme um seinen Hals gelegt hatte, um sich an ihm festzuhalten und seine Umarmung zu erwidern, glaubte sie, sich noch nie so geborgen und beschützt gefühlt zu haben. Er war hier! Er hatte sie tatsächlich gefunden!
Luca hätte Alina am liebsten ewig so gehalten, doch er spürte, dass etwas mit ihr nicht stimmte. Sie hing fast an ihm und als er sich schließlich nach einiger Zeit von ihr löste, bemerkte er, was nicht stimmte. Sie stand nur auf einem Bein, das andere hatte sie angezogen. Er ging in die Hocke und stützte sie dabei ab. Alina setzte sich und Luca schob ihr Hosenbein nach oben. Als er ihren verletzten Knöchel berührte, sog Alina hart die Luft ein. Doch bevor Luca weiter ihr Bein untersuchte, zog er die Decke aus dem Rucksack und legte sie Alina um die zitternden Schultern. Er kniete sich vor Alina auf den Boden und nahm sie erneut in die Arme, wobei er sein Gesicht an ihren Hals schmiegte. Er spürte ihren stark unterkühlten Körper und den schwachen Pulsschlag. Er musste sie sofort hier weg bringen.
“Tu mir das nie wieder an, hörst du?”, nuschelte er an ihrem Hals. “Alina, ich liebe dich. Mehr als alles und jeden auf der Welt und mehr als mein Leben. Nur leider war ich blöd genug, dir das nicht jeden Tag zu sagen und zu zeigen. Oh Gott, ich hatte solche Angst um dich!” Er schloss seine Arme noch enger um sie und bemerkte, wie Alina ihre Arme um seine Hals legte und sich an ihn klammerte. Luca konnte nicht erklären warum, aber er verspürte immer mehr den Drang, Alina zum glücklichsten Menschen auf der Welt zu machen. Er wollte sie beschützen, vor allem und jedem. Er konnte es einfach nicht ertragen, sie unglücklich oder leidend zu sehen.
Kurzentschlossen schob er einen Arm unter ihre Beine, den anderen legte er um ihren Rücken. Als Alina bemerkte, was Luca vorhatte, hielt sie sich an ihm fest und er hob sie hoch und machte sich auf den Rückweg.
In der Hütte angekommen, legte Luca Alina auf das Sofa und zog ihr die nasse Kleidung aus. Als sie in Unterwäsche vor ihm lag, stand er auf und holte aus ihrem Rucksack trockene Sachen, die er ihr wortlos reichte. Während sie sich umzog, klappte Luca das Sofa aus. Alina stand vor ihm und der drückte sie zurück auf die ausgebreitete Decke. Aus der Kommode holte er noch mehr, die er über ihr ausbreitete. Danach ging er in die Küche und stellte einen Topf mit Milch auf den Herd. “Es schmeckt zwar nicht besonders gut, aber du musst jetzt lauwarme Milch trinken. Wenn sie zu heiß ist besteht auf Grund der Temperaturunterschiede Verbrennungsgefahr.” Luca ging von der Küche wieder zurück ins Wohnzimmer, in dem das Sofa stand und machte sich am Kamin zu schaffen. Nach einiger Zeit brannte dort ein kleines Feuer, dass eine angenehme Wärme in dem kleinen Raum verbreitete. Luca ging wieder in die Küche und goss die Milch in eine Tasse, die er Alina brachte. Sie leerte sie in wenigen Zügen, fror aber immer noch erbärmlich. Luca wusste sich nicht mehr zu helfen. Er setzte sich zu Alina auf das Sofa und fuhr sich mit den Händen übers Gesicht. Wenn sich ihre Körpertemperatur nicht bald erhöhen würde... er wollte gar nicht darüber nachdenken, was dann geschehen würde. “Ich weiß einfach nicht, was ich noch tun soll”, hörte Alina ihn nuscheln. Sie setzte sich aufrecht hin und sah ihn an. “Na ja, da gäbe es schon noch eine Möglichkeit...” begann sie zögernd. Luca wandte sich ihr zu und sah ihr in die Augen. Sie konnte Verzweiflung darin erkennen. “Was für eine?”
Alina lief allein schon bei dem Gedanken daran rot an und nun sollte sie ihrem Freund davon erzählen?
“Ähm... K....rp...me aus.......en....”, nuschelte sie. Die Wahrscheinlichkeit, dass er das verstanden hatte, lag bei null.
“Wie bitte? Ich habe dich nicht verstanden.”
Kö...erwä...e aust....schen.”
“Alina, ich versteh dich nicht. Du musst lauter sprechen.”
Alina sah Luca nun direkt in die Augen und sprach klar und deutlich aus, woran sie dachte.
“Körperwärme austauschen.”
Luca sah sie an und im nächsten Moment lag er neben ihr auf dem Sofa und zog sie so dicht es ging an sich heran. “Das musst du mir nicht zwei mal sagen”, flüsterte er in ihre Haare. Sie lagen seitlich auf dem Sofa. Alinas Kopf ruhte auf Lucas ausgestrecktem Arm. Er hatte seine andere Hand auf ihren Rücken gelegt und lies sie sanft darüber gleiten. Er achtete so jedoch auch darauf, dass sie so nah wie möglich bei ihm lag. Sie hatten ihre Beine ineinander verknotet und ließen sich für den Rest der Nacht nicht mehr los.
Am nächsten Tag ging es Alina wieder gut, ihre Unterkühlung war verschwunden. Als sie aufstehen wollte, hielt Luca sie jedoch zurück. “Luca. Es geht mir gut. Du musst mich nicht mehr festhalten.” “Du hast diese Hütte doch gemietet, damit wir uns wieder näher kommen, oder nicht?” Alina nickte. “Gut, dann werden wir das auch tun.” Er zog Alina zurück auf das Sofa und in seine Arme, was diese nicht nur überraschte sondern auch freute. Glücklich schmiegte sie sich in Lucas Arme und schlief wieder ein.
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Kommentare
Cane schrieb am 2007-10-27 13:53:21:
ich schließe mich der meinung von ti an,
süüüüüüüüß, ein bisschen kitschig für meinen geschmack, aber das liebe ich ja auch ab und zu! *lach
lg
cane
Tiramisu schrieb am 2007-08-11 19:44:37:
Wie süüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüß!!!! Ein paar Verbesserungsvorschläge hätte ich ´zwar, aber an der Geschichte an sich hab ich nix auzusetzen und kann nur sagen: Das ist die beste Kurzgeschichtenromanze mit extrem hohen Romantikfaktor, die ich von dir gelesen hab.
Nur eine kleine Bitte: MEHR!!!! <3
Lg, Ti. ^^
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