Bittersweet Angel Tears
von
Mercidy
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Bittersweet Angel Tears
Schwacher Wind lässt die Vorhänge an meinem Fenster tanzen. Die Äste und Blätter rauschen durch die stille Nacht und ich liege in meinem Bett und kann mal wieder nicht einschlafen. Zu viele Gedanken kreisen um mich herum und kann sie nicht ordnen. Viele Fragen sind noch offen, viele Dinge ungeklärt, viele für immer unlösbar.
Ich beschloss aufzustehen um mir ein Glas Milch zu holen, irgendwo hab ich mal gehört dass es helfen sollte beim einzuschlafen. Ich öffnete die Tür, knarrende Scharniere störten die Ruhe. Barfuss durchs Wohnzimmer weiter über kalte Fliesen in die Küche. Als ich eben dabei war ein Glas aus dem Schrank zu holen fiel die Tür zum Schlafzimmer laut zu. Ich erschrak weil ich damit nicht rechnete. „Zum Glück gibt es ja keine Gespenster sodass ich Angst haben müsste“ sagte ich zu mir und schmunzelte und suchte ein weiteres offenes Fenster das als Ursache in Frage käme. Und da, das zweite Fenster der Küche stand sperrangelweit offen. Warum hatte ich es aufgelassen fragte ich mich. Mit der Milch in der Hand setzte ich mich auf den Sims und starrte in die Nacht. Tief durchatmend fiel mein Blick auf die Bäume vor dem Haus. Der Wind schien stärker zu werden. Was mich wunderte war das trotz Wind keine Wolken am Himmel waren. Merkwürdig aber bestimmt erklärlich.
Ich musste dran denken wie es war als ich früher allein zu Hause war. Ängstlich war ich, jedes Geräusch als Angriff bezeichnet und jetzt wo ich älter bin hab ich das Gefühl für Ruhe und solche Geräusche wohl verloren. Ab und an fährt ein Auto auf der Straße vorbei oder ein Lastwagen knallt über die Kreuzung. An all das hab ich mich viel zu sehr gewöhnt. Ich schloss das Fenster und ging zurück ins Bett. Es war ja mitten in der Nacht und ich musste früh wieder raus. Als ich im Bett lag, die Decke wie früher übern Kopf gezogen, versuchte ich leise Geräusche zu hören. Ein knarren nahm ich wahr das ich aber gleich dem Kühlschrank zu ordnen konnte. Sanft und leise schlief ich ein.
Mehrmals drehte ich mich um, denn ich schlief sehr unruhig. Doch bei einem Umdrehen wäre ich der Meinung gewesen mit meinen müden halboffenen Augen jemand gesehen zu haben. An der Grenze der Träume zur Realität spielen sie da mir oft einen Streich sodass ich mich nicht gleich darum gekümmert habe. In Ruhe ließ mich der Moment nicht und drehte mich auf den Rücken, noch mit verschlossenen Augen. Mit zweifelndem Mut öffnete ich einen kleinen Augenspalt. Ich wurde starr und konnte nichts mehr sagen. Etwas oder jemand sitz da auf der Bettkante. Mir wurde kalt und mein Herz raste. Wer ist das? Was will derjenige. Die Person saß da, mit dem Kopf auf mich gerichtet, doch das Gesicht war durch die Dunkelheit nicht zu erkennen. Stumm und regungslos saß sie da mit schmächtiger Gestalt.
Wer bist du, fragte ich die Person. Sie antwortete nicht. Ich traute mich nur langsam mich aufrecht hinzusetzen. Ihr Kopf zielte immer auf mein Gesicht, was ich durch hin und her bewegen bemerkte. Ich erkannte, es müsse sich anhand der Statur um ein Mädel handeln. Und beim genauen krampfhaften Hinsehen schien es als hätte sie lange lockige Haare. Bei dem Blick auf den Wecker merkte ich dass er aus war und ich nicht wusste wie spät es war. Ich schaute aus dem Fenster. Draußen ist es auch stockduster und keine Laterne leuchtete. Ich nahm an es handele sich um eine Stromsperre. Meine Blicke schwenkten rüber zu ihr, immer noch stumm und ohne Regung saß sie da. Ich beschloss eine Kerze anzuzünden. Ich nahm eine vom Nachttischschrank und suchte mach Zündhölzern. Nach ewigen kramen fand ich welche. Doch immer wenn ich es zünden wollte kam ein kalter Hauch aus ihrer Richtung als wolle sie nicht dass die Kerze brennt. Plötzlich erhob sie ihre Hand. Klein und zart war sie. Langsam bewegte sich die Hand auf mich zu, ich rührte mich nicht, war wie gelähmt und wartete ab was passiert. Sie berührte meine linke Brustkorbseite, genau da wo mein Herz raste und nahm die Hand zurück und entfachte damit die Kerze. Ich staunte und dachte ich träume noch. Die Kerze nahm ich in die rechte Hand und führte sie ganz langsam in ihre Richtung. Als erstes fielen mir ihre langen schwarzen lockigen Haare auf was meine Mundwinkel zum Lächeln brachte. Der Schatten zog sich zitternd zurück sodass ich ihr Gesicht deuten konnte. Ich schrie laut auf, sprang aus dem Bett und rannte raus auf die Straße bis ich zusammenbrach. „Sie kann es nicht gewesen sein! Nein! Sie kann es nicht gewesen sein.“ Immer und immer wieder schrie ich diese Worte. „Sie ist doch tot!“ Nach einer Ewigkeit stand ich auf, durchgenässt wegen dem starken Regen. Ich lief langsam zurück, doch es ist ein ganzes Stück. Ich musste eine ganze Weile ohne Kontrolle gelaufen sein. Plötzlich, wie getroffen fiel ich auf die Knie und schrie: „Marieeeeee“ und sackte erneut zusammen. Niemand war da, kein Auto fuhr, nur der Wind in den Bäumen, der Regen und ich.
Zu Hause angekommen, stand die Tür noch offen. Die Wohnung dunkel und kalt. Klitsch-nass und barfuss war mein erster Weg ins Schlafzimmer. Es war leer, das Fenster weit offen und die Gardinen wedelten im Wind. Ich nahm mir andere Sachen aus dem Schrank und ging ins Bad. Immer mit Bedacht, sie könne noch hier sein. Ich setzte mich auf den Badewannenrand und fing an zu weinen. Meine Gedanken füllten sich mich Bilder und Erinnerungen. Ich ging duschen und zog mir neue Klamotten an. Im Wohnzimmer ging ich zielstrebig an den Schrank wo sich eine schwarze Geldkassette befand. Ich hab sie seit dem Tod von Marie nicht wieder geöffnet. Ich nahm sie an mich und überlegte ob es klug wäre sie zu öffnen. Vielleicht war es ein Zeichen. Ich öffnete die Kassette, als das Küchenfenster aufsprang. Aus Schreck fiel mir alles aus den Händen und landete auf den Boden. Ich nahm den Kerzenleuchter, denn der Strom war immer noch nicht wieder da und schloss alle Fenster ganz fest. Als meine Blicke den auf der Erde verstreuten Inhalt der Kassette sahen, blieb ich starr stehen. Auf einmal schellte das Telefon, ich erschrak und mir wurde eiskalt. Wer will was um diese Zeit? War sie es vielleicht? Nein! Unmöglich. Marie ist seit 8 Jahren tot. Irgendwas oder wer spielt mir einen Streich. Ich ging ans Telefon mit zitternder Hand, nahm ab und meldete mich nicht. Am anderen Ende rief einer ob ich selbst dran wäre? Beruhigt hörte ich das es mein Arbeitskollege Alex war der mir sagen wollte er könne nicht zur Arbeit kommen. Er klang sehr aufgeregt und schnell atmend. Ich fragte ihn nach dem Grund warum er nicht zur Arbeit kommen könne als die Leitung getrennt wurde. Ich machte mir Sorgen und beschloss vor der Arbeit bei ihm vorbei zufahren. Ich wandte mich der Kassette zu. Ich sah einen Brief, eine Kassette, mehrere Fotos und einen Ring. Die Kassette legt ich in die Musikanlage ein. Ich wusste was drauf war, unser Lied: Gary Barlow – Forever Love. Verträumt und ohne Regung lauschte ich den Klängen. Doch plötzlich schwenkte mein Kopf nach links und rechts. Alles dunkel, auf der Straße
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