Blaue Augen
von
Kalliope
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Sie ging hinein ins Haus, sie sprach mit den Anderen, sie tat ganz normale Dinge wie Haare
kämmen und Zähne putzen. Sie ließ sich nichts anmerken, während in ihrem Innern ein Kampf
tobte, als sie ins Bett ging.
Ich war doch so tapfer. Ich hab geredet, gescherzt, gelacht. Es war witzig. Es war beinahe
vollkommen. Wenn ich getanzt hätte. Ich hätte gerne getanzt. Wenn jeder im Raum getanzt hätte,
hätte ich es auch getan. Warum hat er mich nicht aufgefordert? Warum hat er nur da gesessen und mich angesehen? Angeschrien hätte ich ihn am Liebsten.
Sieh her! Siehst du nicht, wie ich mich bemühe? Hörst du es nicht? Wie ich mich demütige?
Oder hab ich mir etwa nur eingebildet, dass er mich angesehen hat? Wahrscheinlich bilde ich mir in meiner verzweifelten Gier einfach zu viel ein. Ohne es zu merken zerstöre ich dieses Flair, das nur ich spüren konnte. Und ich wußte doch von Anfang an, dass es darauf hinauslaufen würde. Dass ich mir am Ende alles kaputt machen würde, wenn ich Erwartungen an den Abend hatte. Enttäuscht, enttäuscht, enttäuscht. Die Worte hämmern in meinem Schädel, ich sehe sie vor mir vorbeiziehen, sehe, wie sie mich auslachen und verspotten.
Muss es immer Alkohol sein, um die Mauer aus Eis zwischen einem Jungen und einem Mädchen niederzureißen? Nichts lässt sich so schwer aushalten wie die Gier nach Zuwendung,
Aufmerksamkeit, Gefühlen. Es ist ein kaltes, brennendes Gefühl der Verzweiflung, denn im
Hinterkopf lacht man sich aus über diese Verzweiflungstat mit der man sich selbst erniedrigt.
Denn man liebt einen Anderen. Einen Menschen kann man nicht ersetzen, niemals. Aber ist es denn falsch, wenn man nur das sucht, was alle anderen auch haben, wo man doch weiß, das man nicht haben kann, was man sich eigentlich wünscht? Begeht man Verrat an grünen Augen, wenn man ständig die Blauen sieht? Oder sollte man lieber für immer allein bleiben? Allein?
Sie schüttelte den Kopf, als könne sie die Gedanken verscheuchen wie eine lästige Fliege. Es war Unsinn, denn der Junge mit den blauen Augen hatte sie ohnehin nicht beachtet. Und doch gingen sie ihr nicht aus dem Kopf, als sie sich auf die andere Seite drehte, um endlich Schlaf zu finden.
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Kommentare
Flo schrieb am 2008-04-05 01:04:27:
find ich sehr gelungen warscheinlich auch zum teil weil ich mich damit identifizieren kann...
freya schrieb am 2006-12-24 01:35:19:
schön.. cih finde das hast du mal sehrsehr schön ausgedrückt^^
Kalliope schrieb am 2006-07-13 14:20:14:
Häh? Was soll das denn heißen, zu persönlich um es niemandem mitzuteilen?! Niemandem?!
Hallo! schrieb am 2006-07-03 17:10:26:
Viel zu persönlich um es mit niemanden zu teilen!
lg
angelika schrieb am 2006-05-18 15:01:00:
Verstehe ich voll Kalli, ich hab auch sachen bei mir reingestellt die persönlich sind und ich einfach teilen musste!!!
Mach weiter so! lg von dem sternenkind
Kalliope schrieb am 2006-05-11 07:18:25:
Ja klar braucht man um sich in die Gedanken des anderen hineinzufinden, wenn derjenige nicht alles aufschreibt ;) Aber ich find's toll, dass ihr meinen kleinen Gedankengang kommentiert habt. Ich dachte nämlich schon, persönliche Dinge werden immer überlesen oder so. Und auch klar, dass alles so gut beschrieben ist, ich brauchte mich ja nicht erst hineinzuversetzen, wenn ihr versteht...
@ lina: Es ging mir gar nicht um die Qualität der Story. Ich musste das einfach aufschreiben.
lina schrieb am 2006-05-08 13:55:52:
also die story ist naja
angelika schrieb am 2006-05-08 11:32:24:
berührend, wobei ich anfangs gebraut hab um mich zu orientieren!! Aber du hast ihre Gefühle und ihre Verwirrung sehr gut beschrieben! Deswegen finde ich es gelungen!
lg
sternenkind
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