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Kategorien > Fantasy > Aus der früheren Zeit

Blutmond

von Lhoki

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Sachiels Schlag traf mich mit voller Wucht. Ich konnte gerade noch meinen Kopf zur Seite bewegen. Der gewaltige Hammer des Schattenwächters streifte meine linke Schulter und kugelte sie aus. Ich konnte förmlich spüren wie die Kugel des Oberarmknochens aus ihrer Fassung gedrückt wurde. Der Schmerz betäubte meine Sinne. Ich fiel benommen zu Boden mit dem Gesicht in den Dreck direkt neben einer Pfütze dunkelroten Blutes. Dieses kam von Tamriel, Sachiels Bruder.
„Sachiel, wieso habe ich seinen Schlag nicht kommen sehen, ich Idiot!“ Als ich seinem Bruder den Rest gab war er noch am anderen Ende der Arena und heizte die Menge an. Die Schattenwächter der Arena gieren förmlich nach Anfeuerung und weiden sich am Blutdurst der johlenden Menge. Sachiel war also tatsächlich so schnell wie die Arenawachen immer erzählten. „Und jetzt liege ich hier, und habe Dreck im Mund. Verdammt! Wieso bleibe ich nicht einfach liegen um als Held zu sterben?“ Kein Mensch hatte jemals einen der Schattenwächter im Kampf besiegt geschweige denn getötet. Ich war der Erste. Nur um zwei Sekunden später vom Kriegshammer des zweiten Wächters beinahe zerschmettert zu werden. „Warum tue ich mir das noch an? Warum darf ich nicht einfach sterben. Nein Idiot. Steh auf, du Arschloch. Noch ist nicht die Zeit der letzten Ruhe. Bring es zu Ende.“ Ich komme wieder zu mir.
In den Bruchteilen von Sekunden in denen ich bewusstlos war hob Sachiel erneut seinen Hammer, um mir den Rest zu geben. In seinem Gesicht ein abscheuliches Grinsen. Er sah mich schon als rote Blutpfütze auf dem Boden. Er beeilte sich nicht. Ich musste nur warten, warten…bis ich die Gelegenheit hatte ihm den Rest zu geben. In meinem Kopf bewegte er sich wie in Zeitlupe.
Jetzt! Ich drehe mich blitzschnell zur Seite nur um zu sehen wie ein riesiger Hammer dort ein Loch in den Boden schlug wo eben noch mein Kopf gelegen hatte. Ich reagierte schnell und präzise, wie ich es von mir verlangte. Ich fixierte die linke Seite des Kolosses an, dort wo bei einem Menschen die Niere sein müsste. Bei Schattenwächtern wohl auch, jedenfalls habe ich nie etwas Gegenteiliges gehört. Bevor Sachiel überhaupt reagieren konnte, trat ich ihm mit voller wucht meinen mit Eisendornen bewehrten Stiefel in eben jene Seite. Ich hörte einen dumpfen Schmerzenslaut aus der Kehle meines Gegners, der völlig überrascht war.
Blitzschnell war ich wieder auf den Beinen, das Schwert erhoben, das Schild schlaff nach unten hängend, wegen dem kaputten Arm, aber immer noch in der hand. Sachiel drehte sich zu mir doch es war zu spät für ihn. In dem Moment sah er dem Tot ins Gesicht. Ich drehte mich mit Schwung um die eigene Achse, das Schwert ausgestreckt. Es durchrennte mit der Spitze die Lebensfäden des Kolosses. Die Pulsadern die heraustraten, spritzen dunkelrotes blut in die Luft und benetzten meinen ohnehin schon blutüberströmten Körper.
„Blut, wie ich es hasse. Stinkendes rotes blut.“ Ich wendete mich ab von meinem Gegner. Ich sah gerade noch wie der Leichnam zur Seite sackte und neben seinem Bruder landete. Ich bin wie in Trance. Ich hörte nicht einmal den Arenasprecher wie er mich als Helden preiste, nicht die johlende blutgierige Menschenmenge.
„Sie alle können mich mal. Ich hasse sie alle. Sie sind alle ein Teil dieses abscheulichen Systems das grauenhafte Morde und Meuchelkämpfe als ein gesellschaftliches Ereignis ansieht. Sollen sie doch herunter in die Arena kommen, ich werde ihnen allen das Leben austreiben. Oh Gott, wie ich sie hasse. Gott, hörst du mich Gott? Du Hirngespinst in den Köpfen der wahnsinnig gewordenen Menschheit. Blut ist der Gott der Menschen. Sie beten es an. Sie verehren es, und sie verehren den, der es vergießt. Und sie vergöttern den der es in Massen vergießt. So wie ich. Sie vergöttern mich. Und ihr Gott hasst sie.“
Genau wie der Imperator, der eine Rede auf mich hält während ich zum Arenaausgang gehe und mit Blumen, Kleidungsstücken und allem möglichem beworfen und von den Zuschauern bejubelt werde. „Diese Idioten, ich hasse sie, doch noch mehr hasse ich den Imperator und sein ganzes System. Dafür habe ich es gemacht. Dafür habe ich all das Blut vergossen. Darum starben all die unschuldigen Menschen durch mein Schwert. An meinen Händen klebt Blut. Es ist Blutmond. Ich hasse den Blutmond, und ich liebe ihn. Er zeigt mir dass ich zum Ziel komme. Ich bin schon so weit gekommen.“
Mein Körper bestand nur noch aus Schmerzen. Mein linker Arm war fast taub. „Egal, dort wo ich jetzt hingehe brauche ich keinen Arm mehr. Es geht zu Ende, das Ziel ist nahe.“ Ich passierte das Tor ins Innere der Arena. Ich sah keinem Menschen in die Augen. Weder den anderen Kämpfern noch den Arenawachen. Sie alle wichen ehrfürchtig zurück, sie wussten was los war.
Einer der jüngeren Wächter packte mich am Arm. Er wusste offensichtlich nicht was los war. „Geh wieder raus in die Arena“, gaffte er „der Imperator spricht gerade zu dir“. Kaum hatte er das gesagt verzerrte er vor Schmerzen sein Gesicht. Ich hatte ihm den Arm gebrochen, an drei verschiedenen Stellen. Hinter dem Handgelenk schauten die Knochen aus seinem Fleisch. Er ging wimmernd zu Boden. Die anderen Wachen taten nichts. Jetzt wussten sie dass es wahr ist: Wer in der Blutmond Nacht kämpft und gewinnt, ist unsterblich solange der Blutmond auf ihn scheint.
Viele liefen aus dem Gewölbe. Ich beachtete sie nicht. Ohne meine Schritte zu unterbrechen ließ ich meinen Schild fallen und setzte meinen Helm ab. Ich beschleunigte meinen Gang direkt zu der Treppe die nach oben führte. „Bald ist es so weit, das ende ist nahe.“
Ich kam am Wachzimmer vorbei. Ein Duzend hünenhafte Wachen standen links und rechts von mir, keiner wagte mich aufzuhalten. Ich ging noch eine Treppe nach oben, am Haupteingang vorbei, durch einen Gang und noch eine weitere breite Treppe hinauf. Ich rannte bereits, ich kannte diese Gänge wie meine Westentasche.
Ich kämpfte gegen die drohende Ohnmacht an, die schweren Anstrengungen im Kampf und der hohe Blutverlust wollten ihren Tribut, der Tot rannte mir nach. Doch ich lief ihm davon, mein Wille war stärker als der Tot. „Gleich ist es vorbei. Gleich bin ich am ziel, alles was ich bis jetzt in meinem Leben getan habe läuft nun hier zusammen. Mein Ziel, meine Bestimmung.“
Ich kam zur letzten Treppe. Davor standen zwei Leibwächter des Imperators. Sie sahen mich erst kommen als sie mein Schwert schon in ihrem hals spürten. Ich ging die Treppe nach oben ins freie, direkt auf den Balkon des Imperators. Dort war es, das Ziel. Es stand da und sprach vor der Menge. Der Imperator selber. Ich dachte nicht nach sondern preschte nach vorn. Die Leibwächter versuchten mich aufzuhalten. Ich erledigte drei von ihnen bevor mich ein vierter mit seiner Lanze erwischte, ein tiefer blutiger Schnitt zog sich quer über meine Brust. „Verdammt, wenn ich doch nur meinen linken Arm hätte.“
Ich sah aus den Augenwinkeln wie die Bogenschützen nach ihren Bögen griffen. „Ein guter Bogenschütze braucht nicht einmal fünf Sekunden um zu

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Kommentare

Kravnos schrieb am 2007-11-01 15:54:05:
Hallo
Eine nette Geschichte. Schön beschrieben und gut vorzustellen. Auch wenn die Geschichte nicht neu ist ;-)
Mia Pia schrieb am 2007-07-05 18:25:40:
Wow, das ist ja mal eine blutige Geschichte. Aber toll. Mach weiter so
Asom schrieb am 2007-07-03 21:58:25:
Wirklich klasse Geschichte

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