Blutroter Engel 4
von
Lilly
1
Ein Lächeln huschte über ihren zarten Mund und sie wandte sich wieder den anderen zu.
„Was wissen wir?“
Fragte sie auf einmal total ernst und der älteste antwortete ihr verlegen:“ Nichts.“
„Wie bitte?“
Sie konnte nicht glauben was sie da hörte und musste noch einmal nach fragen:“Verstehe ich das Richtig, ihr ruft uns und dann habt ihr keinerlei Informationen?“
Stumm nickte er und Katharina wurde wütend:“ Ich weiß das euch die Zeit egal ist, doch unsere ist nicht Endlos, sie ist für den Umfang unserer Aufgaben viel zu begrenzt und sie läuft uns langsam davon.“
Sie gab ihren Schwestern ein Zeichen, das es nun an der Zeit war zu gehen.
„Er hat eine Arrowar getötet.“
Auf einmal hielt Katharina inne und blickte hinter sich. Diese Worte versetzten ihr einen Stich, der schmerzlicher nicht hätte sein können.
„Gestern Nacht“, sprach der Alte weiter:“ Er hat ihr den Kopf abgetrennt, das ist unsere einzige Spur. Deshalb baten wir um Hilfe“, langsam kam er auf Katharina zu:“ Und wir bitten normalerweise niemals um Hilfe, doch allen Anschein nach, will er uns alle auslöschen um seine neue Rasse empor steigen zu lassen.“
Katharina kniff ihre Augen zusammen und fragte skeptisch:“ Eine neue Rasse?“
„Ja, bösartige Wesen, mit verzehrten Fratzen, Augen so dunkel wie die Nacht und einem unstillbaren Hunger.“
Sie erinnerte sich an diese Gesichter, die Träume ihrer Vergangenheit. Kurz schloss sie einmal ihre Augen um sich etwas zu beruhigen und fragte sachlich:“ Wo ist ihr Leichnam, ich muss eine Zeremonie abhalten.“
Der alte nickte und sagte:“ Sie ist in einer unserer Hallen, Joshua bringt dich dort hin.“
„Gut“, Josh hörte die unterdrückte Traurigkeit in ihrer Stimme:“ Ich werde mir Gedanken machen wie wir weiter verfahren und werde euch meinen Weg so schnell wie möglich berichten.“
„Dann bleibt ihr also?“
Sie empfand diese Frage als überflüssig und nickte deshalb schlicht und wandte sich nun Josh zu, der bereits die Tür geöffnet hatte. Noch einmal blickte sie über ihre Schulter und sagte:“ Veranlasst bitte, das meine Schwestern versorgt werden.“
„Natürlich“, meinte er und da war sie auch schon mit ihm in einem der unzähligen Gänge verschwunden.
Schweigend folgte sie ihm, es war dunkel und kühl. Sein breiter Rücken bewegte sich geschmeidig vor ihr und am Kragen seines Mantels blitzten die Griffe zweier Schwerter hervor, die er darunter trug.
Ihr Duft flog ihm zu und er sog ihn tief in sich hinein, sie roch so unbeschreiblich gut. War dies der Himmel? Roch sie wie etwas, das ihm verwehrt bleiben würde? Wie gerne wäre er stehen geblieben, hätte sich zu ihr herab gebeugt und nur einmal mit seiner Zunge von ihrer zarten Haut gekostet. Doch er verbat sich diesen Wunsch und versuchte all das, was von ihr ausging, zu ignorieren. Sie war eine Arrowar. Seit dem man ihm erschaffen hatte, erzählte man ihm Geschichten über diese Boten und das er sich vor ihnen in Acht nehmen müsse. Sie seien von Gott gesandt, um die Seelenlosen zu töten, oder in den Augen dieser Blutroten Engel, sie von dem bösen zu befreien. Noch nie hatte er eine gesehen, noch nie war dies eine Gefahr für ihn, doch nun lief eine von ihnen, dicht hinter ihm, sein Rücken war ungeschützt. Aber er hatte keine Angst, sie war nur eine Frau, wenn man sie auch Arrowar nannte, war sie doch nur eine Frau. Nicht unsterblich, nicht unverletzbar, aber unbeschreiblich reizvoll und unbegreiflich gut riechend.
1
Kommentare
hany schrieb am 2008-06-25 20:12:17:
oh bitte bitte bitte (!!!) setzt gaaanz schnell (!!!) das nächste kapitel rein!! habe gerade alle bisherigen hintereinander weg gelesen und finde sie unlaublich gut!!!!
Kommentar hinzufügen