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Kategorien > Fantasy > Abenteuer

Blutzwerg

von Kenshin Himura

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Blutkampf

Die Menge schrie. Sie tobte wie ein hungriges Ungeheuer, trampelte mit den Füßen und grölte, als ob es hier einen Engel zu sehen gäbe. Man konnte die Schar von ihrer Lautstärke ohne weiteres auf 200 Mann schätzen, umso erschreckender, dass sich in der alten Lagerhalle nur etwas 60 Lebewesen aufhielten. Hauptsächlich waren es Menschen, Menschen aus der Unterwelt. Man erblickte nur einige andere Geschöpfe: Drei Goblins schrieen trotz ihrer geringen Körpergröße mit am lautesten und ein breitschultriger Halbork saß am Rande und machte ein verdrießliches Gesicht. Das gehobene Volk bekam einen Ort wie diese Lagerhalle nicht zu Gesicht. Nur die Menschen, die sowieso dunklen Beschäftigungen nachgingen, kamen hier her um etwas zu erleben was sie von ihrem schnöden Alltag erlöste. In der Halle wurde früher Holz gelagert, aber seit einiger Zeit wurde die Halle offiziell nicht mehr benutzt. Die Menschen bildeten einen Kreis in dem ein kleiner Gnom, der kaum einen Meter groß war, wie ein Wahnsinniger herumhüpfte und mit zischender Stimme über das Geschrei der Menge hinweg brüllte:
„ Heute ist das Glück auf eurer Seite! Wettet! Das 3fache, wenn ihr richtig tippt. Los! Keine falsche Zurückhaltung!“ Während er schrie hüpfte ein schräger Strohhut auf seinem Kopf auf und ab und es sah so aus als ob er der kleinen Gestalt jeden Moment vom Kopf fallen müsste, was dieser aber immer wieder mit einem schnellen Handgriff verhindern konnte. Irgendwann, als jeder in der Lagehalle, den man zu einer Wette animieren konnte, gewettet haben musste, schrie der Gnom:
„ Okay, Abschaum der Straßen“ - dieser Äußerung folgte ein grobes Gelächter aus den Reihen der Zuschauer - „ wenn ihr nun endlich eure letzte Münze gesetzt habt, dann hole ich jetzt die Kämpfer!“ Diese Aussage wurde von einem weiteren Ansturm begleitet und der Gnom musste lange auf und ab hüpfen bis er sich wieder Gehör verschafft hatte.
„ und hiermit präsentiere ich ihnen... den zerstörenden, blutdürstenden, starken, beim Publikum beliebten, mächtigen und bösen Bambork!“ kreischte der Gnom und während die Menge weiterschrie und die Goblins sich aufeinander stellten, damit wenigstens einer einen guten Blick hatte, kam Bambork durch das Lagerhallentor. Er war ein Tier von einem Mann. Über 2 Meter groß, kurzgeschorene Haare, ein mit Narben übersäter Oberkörper, mit muskelbepackten Armen und einem wahnsinnigen Grinsen auf dem Gesicht. Er marschierte in die Mitte des Rings und fing an, sich wie ein Affe auf die Brust zu trommeln. Die Menge tobte, wenn das noch möglich war, noch doller und fing an im Rhythmus, mit dem sich Bambork auf die Brust trommelte, mit den Füßen auf den Boden zu stampfen. Der Gnom gewährte Bambork einige Minuten bevor er die Arme hob um sich wieder Gehör zu verschaffen. Fluchend sprang er auf und ab und langsam beruhigte sich die Menge wieder, auch wenn es nicht wieder ganz leise wurde. Die Menge hatte wie ein wildes Tier Blut gerochen.
„ Und hier haben wir den unglaublichen, den unbezwingbaren...“ fing der Gnom wieder mit seinem Lobgesang an als er von einer Stimme unterbrochen, die wie ein Blitzschlag in der Lagerhalle wiederhallte:
„Urig! Einfach nur Urig.“
Alle Augen in der Halle richteten sich wieder auf die Tür und es war, abgesehen von den drei Goblins, die sich nicht entscheiden konnten, wer nun oben stehen durfte, schlagartig ruhig in der Lagerhalle.
In der Tür der Halle stand ein Zwerg. Er war mehrer Köpfe kleiner als Bambork, gerade mal 1,60 Meter groß. Er hatte kurze braune Haare, die wild von seinem Kopf abstanden. Sein Gesicht war von Narben übersät und er trug eine Augenklappe, die sein rechtes Auge bedeckte. Sein nackter Oberkörper war genau wie der seines Gegner muskulös und wirkte aber trotzdem, vielleicht durch die Proportionen zu seinem kleineren Körper, noch massiger. Neben ihm stand ein Mensch, der schon in einem normalen Bild nicht als stämmig durchgegangen wäre. Neben dem Zwerg sah er einfach nur mager und dünn aus. Er trug das blonde Haar schulterlang und hatte eine einfache Hose und ein dazu passendes Hemd an. Sein Gesicht sah längst nicht so furchterregend wie das des Zwerges aus, ein gewöhnliches Gesicht, eines das man, kaum hatte man es gesehen, wieder vergaß, weil so viele Menschen ein ähnliches Gesicht hatten.
Die Menge fing wieder an zu toben, zu schreien und zu stampfen. Auch der kleine Gnom schrie wieder aus voller Kehle:
„ Also dann hier im Ring: Urig!“ zumindest würde man diese Worte herausbekommen wenn man Lippenlesen konnte, denn verstehen konnte man den kleinen Kerl bei all dem Lärm beim besten Willen nicht mehr.

Balus stand direkt neben Urig und blickte mit einem besorgten Gesichtsausdruck auf die vor ihm tobende Menge. Sie sahen sich hier anscheinend einem besonders wilden Publikum gegenüber, was - wenn man nicht der Publikumsliebling war - nicht unbedingt ungefährlich war. Doch Balus machte sich keine Sorgen um das Publikum, er beobachtete viel mehr den Hünen, der in der Mitte des Kreises auf Urig wartete. Balus beugte sich zu Urig herunter und sagte mit gehobener Stimme, was bei der Lautstärke heißen müsste das nur der Zwerg ihn verstehen konnte:
„ Der Kerl ist fast drei Köpfe größer als du.“
„ Sehe ich.“ erwiderte Urig einsilbig und mit einer weit entfernten Stimme, so als ob er am Tagträumen sei und längst an einem anderen Ort wäre.
„Und er scheint wild wie ein Stier darauf zu sein dich auseinander zu nehmen“, merkte Balus an, während die beiden sich langsam durch eine Gasse von kreischenden Gestalten auf den Ring zubewegten.
„ Das sind fast alle meine Gegner“, antwortete Urig kurz angebunden. Dann sah es so aus, als ob er noch mal über seine Antwort nachdachte und er verbessert sich:
„ Das sind alle meine Gegner.“
Balus hatte genug von diesen einsilbigen Antworten gehört.
„ Verdammte Scheiße! Der Kerl sieht so aus, als ob er dich auseinander nimmt und wenn ich mein Erspartes wetten würde, dann bestimmt nicht auf deinen zu klein geratenen Arsch! Also willst du das hier wirklich durchziehen?“ quoll es nun aus Balus heraus. Doch Urig zuckte nur die Schultern.
Dann hatten die beiden den Ring erreicht und Balus blieb am Anfang einen halben Meter vor den letzten Zuschauern stehen, während Urig in die Mitte des Rings trabte und sich breitbeinig zwei Meter vor seinem Kontrahenten aufstellte. Balus betrachtete die beiden Gegner, er hatte Angst um seinen kleinen... na ja, sie waren keine richtigen Freunde, oder doch: Er hatte Angst um seinen Freund. Es war in der Lagerhalle fast wieder still geworden, was bedeutete, wenn der kleine Gnom aus vollem Halse schrie, was er auch tat, dann hörte ihn sogar die erste Reihe von Zuschauern.
„ Also dann! Keine Waffen, keine Hilfe und nun will ich Blut sehen!“ mit diesen Worten sprang er zurück zu dem rettenden Kreis der Zuschauer und das Spektakel begann.

Der Hüne brüllte laut und trat mit aller Kraft nach seinem kleinen Gegner. Urig riss beide Fäuste vors Gesicht und fing den Tritt somit ab, doch der

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