Boot im Sonnenuntergang
von
Sandra1211
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Boot im Sonnenuntergang
Die Sonne am Horizont entzieht sich langsam der Erde. Die noch übrig gebliebenen Strahlen ihrer Schönheit erleuchten zum letzten Mal an diesem Tag das Meer. Tiefe Spiegelungen auf der Wasseroberfläche bringen, kaum sichtbar, nur den Verdacht der Erscheinung eines kleinen Bootes nahe, dass sinnlich und zu gleich geheimnisvoll über das Meer gleitet. Fast fließend sind die Wellen, die dieses Stück geformtes Holz hinterlässt, Wellen, die sich bis zu den nahe gelegenen Felsen erstrecken und den Beobachter dieses täglichen Schauspiel das Gefühl der ruhenden Einsamkeit geben. Während die Sonne immer mehr ihren vorbestimmten Weg nimmt, das Meer sich auf die Nacht vorbereitet und die letzten Menschen den Strand verlassen, sitze ich noch immer stumm auf meinem Felsen, weit unten am Meer, warte, warte auf etwas Unerwartetes, etwas, dass mich den Sinn meiner Reise erkennen lässt. Warum hatte ich beim letzten Sonnenaufgang meine Sachen so spontan gepackt, auf ein Abenteuer wartend, und mich nach Stunden der Fahrt genau hier , am Füße der See, niedergelassen? War es das Verlangen nach Einsamkeit, Stille, oder der Wunsch einer Beobachtung, wie ich sie im selben Moment erleben sollte. Zum ersten Mal seit mehr nun eines halbe Tages tut sich etwas. Zwei Menschen erschienen im Schatten des Bootes, das eben noch so unberührt vor mir lang. Es schien, als würden sie sich kennen, mit einander streiten, sich mit der Zukunft auseinander setzen, die Vergangenheit auf zu wühlen. Langweilig, ich verstand bis zur diesem Moment nicht, warum sich Menschen streiten müssen, geschweige denn, verletzen. So schweift mein Blick immer wieder nach rechts und links, bis dieser plötzlich vom Anblick des nun halb verlassenen Bootes gefangen wird. Ein Mann zeichnet sich ab, rudernd, verlassen vom Leben der zweiten Person. In meinem Kopf spielen in diesem Moment die Vielzahl der Gedanken so verrückt, dass ich heute zum ersten Mal nicht weiß, was ich zu tun oder zu lassen habe. Während der einsame Mann immer weiter zum Strand rudert, sitze ich einfach nur da, nachdenkend, hoffend, auf das Richtige, fragend, wo die zweite Person geblieben ist, sekundenlang. Der Mann ist schon weit verschwunden. Ich schaue noch ein letztes Mal über die See, hoffnungsvoll suchend, vergebens findend. ...
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