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Kategorien > Mysterie > Begegnungen

Botschaft aus dem Jenseits

von winterle

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Botschaft aus dem Jenseits

Es war schon spät am Abend, als Nadine ihre Sachen zusammen suchte, um ihren Arbeitstag zu beenden. Sie war es gewohnt, erst um 22:00 Uhr aus ihrem Antiquitätenladen rauszukommen, da sie immer noch die letzten Abrechnungen machte. Die junge Frau löschte das Licht und schloss die Tür. Sie ging zu ihrem Wagen und fuhr los.
Sie freute sich schon auf ein schönes, warmes Bad und danach auf ein angenehm weiches Bett. „Endlich hab’ ich den Tag hinter mir..“, dachte sie sich und holte einmal tief Luft. Sie war müde und ihre Augenlieder wurden schwerer.. und schwerer... . Sie schreckte auf. Sie befand sich noch auf der wenig befahrenen Landstraße, aber irgendwie wusste sie nicht mehr so genau wo. „Hab’ ich meine Ausfahrt verpasst?“, fragte sie sich. Auf diesem Öden fleckchen Land war sie noch nie gewesen.
Aber da passierte es. Wie der Zufall es so wollte wurde ihr rechter Hinterreifen immer platter und platter.. sie hatte einen Igel erwischt, der sich auf der Straße zusammen gerollt hatte. Die junge Frau fuhr an den Straßenrand um sich den Schaden anzusehen, konnte ihn aber alleine nicht beheben. Da hielt neben ihr ein anderes Auto. Ein junger Mann, vielleicht Mitte 20 stieg aus. „Hallo, mein Name ist Marcel. Kann ich ihnen irgendwie zur Hand gehen?“. Nadine fand ihn recht nett und lies ihn an ihr Auto, doch der konnte es auch nicht wieder in Ordnung bringen. Also fragte er sie kurzer Hand ob sie nicht bei ihm mitfahren und den Wagen nicht morgen bei Licht abholen wolle. Sie stimmte zu. Immerhin schien Marcel ganz nett zu sein und sie glaubte nicht, dass er etwas böses im Sinn haben könnte. Nadine stieg mit in sein Auto und sie fuhren los. Als sie keine paar Meilen gefahren waren, sah Nadine ein Schild und wusste gleich wieder, wo sie war. „Fahr bitte links rein, ab da sind es nur noch ein paar Meter.“ Doch Marcel fuhr weiter und blickte stumm auf die Straße. Sie sah ihn ängstlich an und bat ihn umzukehren, doch er zuckte noch nicht einmal mit der Wimper, als ob er sie nicht wahr nahm. Angst stieg in Nadines Körper hoch. Sie wusste nicht, was sie tun sollte; raus kam sie nicht. Sie schaute den eben noch so netten Marcel sprachlos an. In seinen Augen stieß eine Leere hervor, die sie eben noch nicht wahr genommen hatte. Er blickte auf die Straße, als ob er etwas sehen wollte, was gar nicht da war. Die Straße schien endlos.
„Willst du sterben?“ sagte er ruhig. Nadines Angst verstärkte sich, sie wusste nicht, wie ihr geschah und er fragte noch einmal „Willst du sterben?“.
Nadine war mit den nerven am Ende. Sie wollte schreien, doch sie bekam keinen Ton raus. Ihr steckte ein Klos im Hals. Sie rüttelte wie wild an der Autotür, doch Marcel hatte sie von innen verriegelt. „Bitte lass mich gehen, ich tu alles was du willst, aber bitte lass mich gehen!“ Doch Marcel nahm ihr flehen nicht zur Kenntnis und fragte „hast du schon mal daran gedacht zu sterben? Wie es ist, abschied zu nehmen?“
Nadine brach in Tränen aus und wollte weg, einfach nur weg. Egal wohin, nur nicht hier bleiben. Auf einmal spürte sie einen stechenden Schmerz auf dem Hinterkopf und sank zusammen. Ihr wurde alles schwarz vor Augen... .
„Ich möchte eine Antwort auf meine Frage“, sagte eine Stimme. Nadine öffnete die Augen und fand sich immer noch im Auto sitzend mit Fesseln an den Händen wieder. Das Auto war schon längst angehalten und Marcel saß noch immer neben ihr. Den Blick immer noch in die kühle, dunkle Nacht gerichtet. „Wieso tust du das? Wieso ich?“ wollte Nadine wissen, doch Marcel entgegnete ihr „Wo willst du sterben?“ Nadine hatte das Gefühl ihren Verstand zu verlieren, wenn sie ihn nicht schon längst verloren hatte. Sie dachte an früher, als sie noch bei ihrem Großvater lebte; und sie fing an zu erzählen...
„Es war ein Sommertag. Ich hatte mich grade mit einer großen Portion Eis vollgefuttert, da nahm mich mein Großvater an die Hand und führte mich zu einer Wiese, er lebte weit weg von der Stadt. Diese Wiese.. das Rauschen des Windes im Gras.. dieser Geruch.. ich fühlte mich frei, als ob ich unsterblich währ, so frei wie ein Vogel. Wir gingen über die Wiese. Mitten drin stand ein großer, alter und prächtiger Baum. Mein Großvater erzählte mir, er seihe schon über einhundert Jahre alt. Wie setzten uns auf die Wiese, dort hin, wo der Baum Schatten spendete. Es war ein schönes Gefühl. Von da an waren wir sehr oft an diesem Ort. Bis mein Opa starb.. . Es brach mir das Herz. Ich war nie mehr bei diesem Baum. Ich wollte vergessen.. .“
„Bereust du es?“, fragte der junge Mann mit kühler Stimme. „Ja..“, sagte Nadine. Die Tränen gingen ihr über das zarte Gesicht.
Marcel stieg aus und nahm Nadine mit. Als sie sah, wo sie waren, konnte sie es kaum fassen. Er hatte sie tatsächlich zu diesem Baum, auf diese Wiese gebracht. Woher konnte er das wissen? Woher wusste er, dass Nadine diesen Ort am meisten fürchtete. Sie sank zusammen und kniete nieder.
„Dein Großvater hat dich über alles geliebt und du ihn auch. Wenn man einen geliebten Menschen verliert, sollte man nicht alle Erinnerungen an ihn auslöschen um den Schmerz zu verdrängen, sondern loslassen. Sich von dieser Person verabschieden.“ Sagte Marcel mit fester Stimme. Er ging zum Auto zurück. „Woher wusstest du das?“ entgegnete ihm Nadine. Doch er blieb nur kurz stehen und sagte noch: „Dein Großvater war ein sehr liebenswürdiger Mensch und er wollte nicht, dass du in irgendeiner Weise traurig bist, aber dem Tod kann keiner aus dem Weg gehen. Glaub mir, ich kann deine momentanen Gefühle sehr gut verstehen.“ Nadine ging zu dem Baum und berührte seine alte Rinde. Da spürte sie etwas komisches in der Rinde. Sie nahm die mini Taschenlampe aus ihrer Handtasche und leuchtete die Rinde an. Es war ein Herz dort eingraviert, worin Stand: „Für meine beiden Enkel, Nadine und Marcel. Ich werde in euren Herzen weiter leben, vergesst mich nicht. Euer Großvater.“
Nadine riss die Augen auf. Sie konnte nicht glauben, was dort stand. Sie drehte sich in die Richtung, wo vorher noch Marcel gestanden hat. Doch er war nicht mehr da. Sie starrte noch eine Zeit lang auf die Gravur in der Rinde, bevor sie zum Auto ging. Die Schlüssel steckten.
Sie fuhr nach Hause.. .
Die ganze Nacht lag sie hell wach in ihrem Bett und dachte nach. An die versäumte Zeit. Wieso wollte sie nur vergessen. Wieso ist sie nicht schon eher zu diesem Baum gefahren?
Letztendlich siegte die Müdigkeit und sie schlief ein.
Am nächsten Morgen ging sie die Treppen runter um Frühstück zu machen. Sie setzte Kaffee auf und steckte zwei Toasts in den Toaster. Die Zeitung war schon da und sie nahm sie aus dem Briefschlitz an der Tür. Als sie die schlicht schwarz bedruckte Zeitung durchblätterte stieß ihr eine Überschrift wie ein Pfeil in die Augen „Junger Mann auf Landstraße ums Leben gekommen!“ sie las: „Gestern Abend um ca. 23:00 Uhr raste ein PKW in einen Graben, als er einem über die Strasse rennendem Reh ausweichen wollte. Der einzige Insasse, ein junger Mann (24) starb noch an der

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Kommentare

merve schrieb am 2010-06-07 22:36:46:
omq ... dazu kann ich nichts sagen
kokosnuss schrieb am 2009-06-23 08:29:03:
voll herbe
Al schrieb am 2008-10-30 19:57:30:
Echt cool!!! Die Autorin is genial!^^
Winterle's Jessy schrieb am 2006-09-26 17:51:45:
ach gottchen...und das alles von meiner sarah geschrieben ich fasses nich *schnief* ich bin so stolz auf dich!*Heul**ins taschentuch schnief* xD

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