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Kategorien > Fantasy > Fremde Helden

Brennender Hass

von Seth

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Die Sonne ging unter, als Yuweth das Dorf betrat. Er trug einen langen, ärmellosen Mantel aus schwarzem Leder, auf das ein kompliziertes Muster aus bordeaux-roten Runen gemalt war. ähnliche Runen zierten seine Arme und sein Gesicht, das dadurch beinahe jeder Menschlichkeit zu entbehren schien. Sein langes schwarzes Haar umspielte sein Gesicht im Wind und als er so über den Hügel auf das Dorf zukam, die untergehende Sonne im Rücken, sah er aus, wie ein gefallener Racheengel.
Yuweth betrat das Wirtshaus am Dorfplatz, wo man ihn misstrauisch ansah.
„Hexer sind hier nicht erwünscht“, sagte ein Gast und Verachtung lag in seiner Stimme.
„Ihr alle seid doch nur neidisch“, flüsterte Yuweth in sich hinein. An den Wirt gewand fügte er hinzu: „Kann ich hier Herberge finden für eine Nacht, Herr Wirt?“
Der Wirt sah ihn argwöhnisch an und sagte schliesslich: „Nein. Paal hat Recht: Hexer sind hier nicht erwünscht, also geht!“
Yuweths Augen flammten kurz auf und sein Herz begann, schneller zu schlagen. Er spürte, wie die Magie durch seinen Körper sickerte in seine Hände, sich immer weiter ausdehnte, nach draussen wollte. Obwohl in der Schenke kein Luftzug herrschte, flatterte sein Mantel und seine Haare flogen in alle Richtungen. Yuweths Augen begannen zu brennen und das Feuer im Kamin wurde um ein zweifaches größer und heisser.
„Ihr elenden Menschen!“ Yuweth spie dieses Wort aus, obwohl er wusste, dass er selbst ein Mensch war. „Ihr versteht die Magie nicht und deshalb fürchtet Ihr sie. Ihr versteht die Magie nicht. Ihr habt Angst, dass wir Magier, wir ‚abartigen Missgeburten’, Euch den Rang ablaufen, Euch ‚normalen’ Menschen. Und weil Ihr Angst vor uns habt, schikaniert Ihr uns, verfolgt Ihr uns, bis uns nichts anderes mehr bleibt, als Hass gegen Euch. Und dann wundert Ihr Euch, dass wir unsere Magie einsetzen, um Euch zu schaden?! Ich bin wie Ihr ein Mensch und ich bin zu größerem fähig als ihr es je sein werdet.“ Noch einmal wandte er sich an den Wirt und fragte energischer, beinahe drohend: „Kann ich hier eine Herberge für die Nacht finden, Herr Wirt“ diesen letzten Worten verlieh er die Schärfe eines Skorne-Messers.
Der Wirt zitterte am ganzen Leib. Schliesslich blickte er sich in der Wirtsstube um. Der Mann, den er Paal genannt hatte sah ihn an. „Komm schon, sei ein Feigling und sag ja!“, sagte er voller Verachtung.
Damit hatte er den Stolz des Wirtes getroffen. Die ängstliche Miene in seinem Gesicht wich im Nu dem Trotz.
„Nein, Hexer“, sagte er zornig, „Ihr macht mir keine Angst.“
Die Magie floss aus Yuweths Fingerspitzen, lief über, floss aus seinen Augen und seinen Haaren. So stand er da, mit brennenden Augen, das Haar in Flammen und in jeder seiner Hände wuchs eine Flammenkugel, bis sie so groß war wie der Kopf eines Menschen.
„Ihr elenden Menschen!“ Yuweths Stimme war ein fernes Grollen und doch so nah, so laut, war wie das Knistern eines Feuers, wie eine Stimme die man im Kopf hat, ohne sie wirklich zu hören.

Die Sonne war bereits untergegangen, als Yuweth das Dorf von einem fernen Hügel aus betrachtete, wie es langsam niederbrannte. Sie hatten es nicht anders verdient, nicht anders gewollt. Er hatte sie ihrer gerechten Strafe zugeführt.
Yuweth drehte sich um und schritt in die Nacht.

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Kommentare

FailingBreath schrieb am 2006-10-18 19:38:06:
Nicht die Art von Geschichten. die ich bevorzuge.. Zweifellos sehr, sehr gut geschrieben aber das Ende stört mich.. Wie Lexa schon sagte.. es gibt zwar sehr viele Arten von Magie, aber auch ich halte sie eher für etwas schönes und verzauberndes..
Lexa schrieb am 2006-10-18 13:08:29:
Sodom und Gomorrha lässt grüßen. Erschreckend real erschien der Passus:" Und weil ihr Angst vor uns habt....je
sein werdet." Nicht ,dass das aus dem Ruder läuft, Magie habe ich als etwas verzauberndes empfunden, nicht als
ewig zerstörendes. LG Lexa
Seth schrieb am 2006-10-18 12:03:42:
Falls irgend jemand die Frage stellen wollte: Ja es ist der gleiche Yuweth, der auch die Hauptrolle in "Untot" hat. Vielleicht schreib ich ja mal irgendwann mehr von ihm, denn es ist einer meiner Lieblingscharaktere.

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