Buntes Treiben
von
PJA
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Buntes Treiben
Der Bahnhof bebte scheinbar, bebte vor Menschen. Menschen die eben nur einmal einen Cheeseburger zwischen den Zügen essen wollten, andere hielten es gesünder und kauften Orangensaft, der frisch gepresst und nun in einem durchsichtigen Becher verkauft wurde. Er schippte hin und her. Da waren aber auch Menschen, die einfach nur ihren Zug erreichen wollten. „Achtung an Gleis 5! Der Zug wird bereitgestellt.“, tönte es aus dem Lautsprecher. Taschen wurden lieblos aus den Boden geknallt, geschoben, als Sitzplatz benutzt und einfach nur im Zug verstaut. Es herrschte ein Gerangel wie seit längerem nicht mehr. Der Bahnhof kannte auch die stillen Zeiten Die Zeiten des Streiks. In den letzten Tagen, viel der Zug oft aus. Das verärgerte die Menschen, besonders die, die auf den Zug angewiesen waren. Es freute aber auch die, die davon profitierten. Die Leute stiegen auf das Auto um und das sah man auch den Tanksäulen an. Die Anzeigetafeln sahen fies grinsend auf die Autofahrer hinab. Sie ermahnten die Raser, mit ihrem Fuß vom Gaspedal zu kommen. Ding, es riss sie aus der Grübelei. Schon fast mechanisch setzte sie sich in Bewegung, einen Fuß vor den anderen. Schritt für Schritt. Der Zug kam näher, seine Scheinwerfer waren schon aus der Ferne zu sehen, sie aber ging weiter. Nichts und niemand hielt sie auf. Niemand sah sie an. Niemand bemerkte sie. Der Rauch in den gekennzeichneten Raucherbereichen qualmte aus dem Aschenbecher, zog in die Nase der Vorbeilaufenden, doch niemand bemerkte sie. Sie war unsichtbar. Eine von vielen die diese Stelle täglich kreuzten. „Gleich 4, Vorsicht am Gleis 4, beim einfahren des Zuges.“, sie vernahm es nicht, sie ging weiter, vorbei an den Automaten, die auf neue Art und Weise per Fingerdruck auf dem Bildschirm die Karten verkauften. Touchscreen nannten sie es. Links und rechts zogen die Menschen an ihr vorbei Sie wurde angerempelt aber niemand hielt sie auf. Ihr blick ging starr geradeaus. Der Zug war nun am Ende des Bahnhofes zu sehen, oder war es der Anfang? Er verlangsamte sein Tempo. Die Lichter des Bahnhofes blinkten. Der Geruch des Essens hing in der Luft. Er war schwer. Sie zog ihn noch einmal tief ein, ehe sie sprang. Es erregte kein Aufsehen. Die Menschen zogen weiter. Erst nach neunundzwanzig Minuten wurde sie entdeckt…
(C) Pja.de.tl 24.11.07
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Kommentare
Roland Koch schrieb am 2008-12-08 14:23:14:
Sehr nette Geschichte. Das Ende hätte ich so nicht erwartet. Hoffe es folgen noch mehr solcher literarischen Fhänomenen
Hanninanni schrieb am 2007-12-12 09:03:20:
Der Text ist kurz aber sehr schön :) Es gefällt mir sehr. Da ENde hätte ich nicht erwartet. Es ist gesellschafftskritisch
Robert J. schrieb am 2007-11-30 07:24:55:
Ich finde deinen Text sehr schön! Er regt einen zum Denken an. Das gefällt mir sehr!
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