Bustoiletten und eine gewisse Art von Bildernn
von
Dani
In den Sommerferien sind wir, meine Freunde und ich, mit einem Jugendreise-Unternehmen nach Spanien gefahren. An einem warmen Montagnachmittag ging unsere Reise vom Frankfurter Flughafen aus per Bus los. Wir setzten uns zielsicher direkt unten im Bus (es war ein Doppeldeckerbus) in die zwei (einzigen!) Vierer, bei denen sogar Tische dabei waren. Jetzt wo wir saßen und uns somit die vermeintlich besten Plätze im Bus gesichert hatten, waren wir startklar und voller Vorfreude auf einen tollen Urlaub, zum ersten Mal alleine, ohne die Aufsicht der Eltern. Doch schon bald entpuppten sich unsere tollen Plätze als, ich möchte es mal „Urinfalle“ nennen. Auf unserer Etage befand sich nämlich auch das Klo, welches eifrigst von den anderen aus der oberen Etage benutzt wurde. Immer wenn nun also jemand das Klo benutzte, schwebte ein liebliches Düftchen durch unsere Etage, welches uns auch wenn wir kurz mal eingenickt waren, daran erinnerte, dass wir (nicht) auf den besten Plätzen saßen...
Aber alles halb so schlimm, nach zirka 19 Stunden Fahrt und „Dauer-Urin-Inhalation“ kamen wir wohlbehalten an unserem Hotel an. Das Hotel war auf den ersten Blick zwar nicht unbedingt ein Fünf-Sterne-Traum aber auch nicht das, was man als Absteige bezeichnen würde. Guter Dinge machten wir uns nach kurzer Begrüßung und Zimmeraufteilung auf den Weg zu unseren Zimmern. Ich teilte mir das Zimmer mit meinen beiden Freundinnen, Laura und Marina. Schließlich in diesem angekommen waren wir drei zwar nicht unbedingt überwältigt aber wir wollten ja auch keine Luxussuite, sondern lediglich ein Plätzchen zum Schlafen. Das bekamen wir auch und es gefiel uns recht gut. Als erstes suchte sich jeder ein Bett aus, dann wurde ausgepackt und eingeräumt. Aber ich will euch jetzt gar nicht lange mit unwichtigen Details langweilen und komme deshalb gleich zu dem spannenden Teil, der Zimmereinrichtung. Ihr werdet euch sicherlich fragen, was an der Zimmereinrichtung so spannend sein soll und dazu kann ich nur sagen, ihr werdet euch noch wundern...
Also, nach dem Auspacken und Einräumen, das hatten wir ja schon, legte ich mich kaputt aufs Bett und schaute ein bisschen im Zimmer herum. Plötzlich blieb mein Blick an dem Bild, das an der Wand hing hängen. Es war ein mit Bleistift gezeichnetes Portrait einer Frau mit ihrem Kind. Auch wichtig zu diesem Portrait zu sagen ist, dass es eines dieser Portraits ist, bei denen die Menschen einen angucken, egal wo man sich im Raum befindet. Ich hab mir die Beiden also ein Weilchen angeguckt (sie mich auch), dann hat mich aber die Angst gepackt und ich habe schnell weggeguckt. Aber das bringt ja nichts, schließlich wusste ich jetzt dass sie gucken und wie das so ist, wenn man weiß dass man angeguckt wird, man fühlt sich beobachtet und unwohl. So viel also zu meiner Gefühlssituation in diesem Moment. Zum Glück war ich nicht alleine im Zimmer und somit war schnell Ablenkung gefunden.
Ein paar Tage und viele Male an dem Bild vorbei später, waren wir drei Mädchen abends zusammen auf unserem Zimmer. Das Gespräch fiel auf das Bild und wir stellten fest, dass wir uns alle die letzten Tage von dem Bild beobachtet gefühlt hatten. Wir beschlossen das Bild abzuhängen und in den Schrank zu verbannen, um uns vor den lästigen Blicken zu schützen. Es gelang uns und wir hatten einige Tage Ruhe. Eines Abends jedoch kamen Marina und ich spät aus der Disco nach Hause, Laura und ihr Freund waren schon auf dem Zimmer. Wir kamen wieder auf das Bild. Er, Benni, erzählte uns, dass die Frau jetzt bestimmt sauer auf uns sei, weil wir sie weggesperrt haben und dass sie, wenn wir schlafen, rauskommen wird. Weil wir das lustig fanden machten wir mit und bastelten gemeinsam an den gruseligsten Theorien über die Frau und das Kind und darüber, was die Beiden von uns wollen könnten. Als wir den Höhepunkt an schaurigen Geschichten erreicht hatten, dass die Beiden in diesem Zimmer ermordet wurden und wir nun ihre Auserwählten sind, um das ganze aufzulösen, damit sie endlich Frieden finden, musste Benni gehen. So, nun saßen wir da, ganz alleine mit unseren Köpfen voller Horrorphantasien. Jetzt hatten wir noch mehr Angst vor dem Bild. Die Tatsache, dass es im Schrank war, reichte nicht mehr aus und es war klar: Das Bild musste weg! Gesagt, noch nicht ganz getan... Wohin mit dem Bild? Wir beschlossen die Klärung dieser Frage unserem Betreuer zu überlassen, der gerade Nachtdienst im Aufenthaltsraum hatte. Laura hängte schnell das Bild wieder auf, damit es weniger peinlich wurde und dann marschierten wir, teils im Nachthemd, die Treppen runter. Wir waren irgendwo zwischen lachen und weinen, als wir bei ihm ankamen und ich denke, ihm war ähnlich zumute.
Er ging also mit uns hoch und im Zimmer angekommen, fühlten wir uns um einiges sicherer aber auch ziemlich unwohl, weil uns das ganze doch recht unangenehm war. Als wir dann gerade dachten wir hätten es überstanden, nahm er das Bild und anstatt damit geradewegs rauszumarschieren stellte er es wieder in den Schrank. Er wusste ja nicht, dass es da schon mal war und als wir ihm dann erklärten, dass wir es da schon hatten, es aber ganz verschwinden müsse, weil sie sonst nachts kommen, musste ich fast Tränen lachen. Er konnte es nicht so recht glauben, erfüllte uns diesen Wunsch aber trotzdem. Als er sich dann samt Bild wieder auf den Weg machen wollte, bat ihn Marina noch, dass er doch bitte alle halbe Stunde nach dem Bild schaue, um zu prüfen, ob die Beiden auch wirklich noch drauf sind und nicht doch noch zu uns kommen. Jetzt musste ich noch mehr lachen und ich glaube, dass er kurz davor war mit uns einen Alkoholtest zu machen.
Die nächsten beiden Tage schien es so, als hätten wir endlich Ruhe vor dem Bild. Von wegen... Als wir nach einem Tag am Meer zurück auf unser Zimmer kamen, gingen Marina und ich direkt ins Bad um uns ein bisschen frisch zu machen. Plötzlich hörte ich, wie sich Laura mit einer anderen Freundin unterhielt und diese sie fragte, ob das das Bild sei. Erschrocken zog ich die Badezimmertür auf und stellte beim Blick an die Wand fest, dass das Bild wieder da war. Ich rief: „Oh nein, das Bild ist wieder da!“, im gleichen Moment zog ich die Tür hinter mir zu, in der Hoffnung, dass Marina mich nicht gehört hatte. Ich wollte verhindern, dass sie etwas davon mitbekommt. Schnell nahm ich das Bild, hängte es ab und verbannte es erneut in den Schrank. Dort blieb es lange Zeit von Marina unentdeckt und ich hatte schon fast vergessen, dass es überhaupt noch da war.
Als Marina und ich, wir lagen beide auf unseren Betten, ein bisschen erzählten, schreckte sie plötzlich auf und sagte mit Blick zum Schrank und weit aufgerissenen Augen: „Da ist das Bild!“ Ich hatte nicht aufgepasst und vergessen den Kleiderschrank zu zumachen. Schnell sprang ich vom Bett und machte die Schranktüren zu. Dann erzählte ich ihr, dass das Bild schon eine ganze Weile wieder im Schrank war.
Da die Frau und das Kind uns in dieser Zeit nicht nachts aufgesucht hatten, konnte sie das Bild im Schrank, wie wir, nun doch akzeptieren. Nun hatten wir mit dem Bild keine Probleme mehr.
So, nun kennt ihr die Geschichte von dem Bild und zum Schluss möchte ich mich bei dem Maler bedanken, dass er die Beiden nicht hat nach links oder rechts, hoch oder runter gucken lassen. Hätten uns die Augen nicht verfolgt, dann hätte ich schließlich gar nichts zu erzählen gehabt.
Kommentare
Anne schrieb am 2006-07-06 13:01:54:
HE lustig lustig versuch du doch erst ein mal zu schreiben. Ist schon lustig wie man von einer Bustoilette zu einem
komischen Bild kommen kann. Aber ist schon gut weiter so!
Nicolas schrieb am 2006-05-22 20:20:24:
Was meinst du mit KAPPIEREN? Ich kenne nur das Verb etw. kapieren. Nicht nur UNfreundlich zu Usern, sondern auch UNgebildet! Lieben Gruß an Dani, ich fand die Story süß und irgendwie bissl psycho :-)
Nico
AnetteJacobi@gmx.de schrieb:
Hallo liebe Dani!
Ich hab mich erst jetzt wieder dran erinnert, dass du ja die Urlaubsgeschichte auch hier rein gestellt hast. Also, ich muss sagen, ich fand das echt witzig, 2 Fehler hast du allerdings gemacht : 1. das Hotel war eine ABSTEIGE ! 2. Als Rinus das Bild im Schrank wieder entdeckt hat, hättest du so tun müssen, als wüsstest du nichts davon :)
Ich denke mal, die Zeitung hat sie nicht genommen, weil sie dafür viel zu lang ist. Die wollen immer irgendwas Kurzes. Aber sie ist wirklich lustig!
Nette
keinemail@gmx.de schrieb:
kappiere das nich .. was is daran komisch/lustig?
sehr witzig wirklich schrieb:
hahahahahahahahahaha
lustig, lustig schrieb:
also ich finde diese geschicht eher peinlich als witzig. wie alt sind du und deine Freundinnen denn????
@GHGH schrieb:
Zu kurz
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