Cause I´m everything you ever hated
von
Leviathan
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So lange hatte ich mich darauf gefreut. Habe am Schluss sogar schon die Stunden gezählt, wann es endlich so weit ist.
Ja und dann kam dieser Tag. Er begann gleich mit einer riesen Enttäuschung. Es kam niemand um mich abzuholen. Ich rief an und sie meinten nur, dass es nicht ginge wegen der Arbeit. Aber wir hatten es doch schon ausgemacht, doch schon besprochen! Alles Murren und Betteln half nichts, sie blieben bei ihrer Aussage. Zu meinem Glück fanden sich nette Leute, welche mich dann auch nach Hause, bis vor meine Haustür gefahren haben.
Ich schloss die Türe auf und betrat das so Vertraute. Auf dem Treppenabsatz sitzend atmete ich erst einmal tief durch. Es war wie schon angekündigt niemand da. Ich genoss die Stille und freute mich ein paar Minuten später als sich mein schwarzer Kater schnurrend an mich schmiegte. Ihn hatte ich wohl von allen Familienmitgliedern am Meisten vermisst. Für manche mag diese Tatsache vielleicht etwas verschoben klingen, aber Tiere urteilen nicht über einen und schenken einem oftmals die Liebe, welche man sich so ersehnt und nur unter strengen Auflagen und Bedingungen bekommt.
Die darauf folgenden Stunden verbrachte ich größtenteils damit in meinem Bett zu liegen und über die vergangenen drei Monate nach zu denken. Schon wie die letzten Wochen zuvor wurde es mir immer bewusster, dass ich diesen Aufenthalt mir hätte erleichtern können, indem ich früher als ursprünglich vorgesehen abgereist wäre. Aber ich wollte mir einfach beweisen das ich dies durchstehen kann und nicht wie sonst meistens einfach davon laufe. Leider wäre dieses Flüchten die bessere Wahl gewesen. Eines muss ich aber einräumen. Zwei positive Dinge hatte das Ganze: Ich bin offener geworden, was den Umgang mit meinen Gefühlen anbelangt, und: Ich habe wundervolle Menschen kennengelernt mit denen ich nun, auch wenn es vielleicht nur kurz ist, ein Stück meines Lebens bestreiten darf. Ja, wenn es im Besonderen diese eine Person nicht gegeben hätte, würde ich wohl nicht hier in meinem Bett liegen.
Selten hat sich jemand so für mich eingesetzt, mir so geholfen ohne dafür irgendetwas im Gegenzug zu verlangen.
Sie driften wieder ab. Meine Gedanken. Zu jenem Tag. Zu jenem Tag an dem das passiert ist, was in solch einem eigentlich sicheren Rahmen, nicht hätte geschehen dürfen. Alleine der Anfangsbuchstabe seines Namens reicht damit mir übel wird. Ich könnte mir jetzt noch immer und immer wieder die Stellen waschen an denen er mich angefasst hat und das Ganze ist schon über zwei Monate her. Aber ich kann es einfach nicht vergessen, so gerne ich das auch möchte. Und er ist nicht mal bestraft worden... das ist wohl mit das Schlimmste für mich. Nein, sie haben sogar gesagt das dies meine Schuld gewesen wäre. Warum? Was kann ich denn dafür? Ich habe ihn in keinster Weise ermutigt oder sonst wie verleitet. Ich habe mich doch gewehrt!
Schluss. Weg damit. Ich bin dort weg und ich werde nie wieder dort hin zurück gehen. Nie wieder!
Ich sollte mich nicht andauernd mit Altlasten beschweren, sondern lieber schauen das ich mein Leben ab nun auf die Reihe kriege. Jedoch reicht dieser Gedanke an mein "neues Leben" schon aus um in mir eine fast panische Angst los zu treten. Denn eine Perspektive habe ich nicht wirklich, es ist alles nur so diffus. Es scheint als verbirge sich alles hinter einer dichten undurchdringlichen Nebelwand.
Und es ist schwer mit all dem irgendwie fertig zu werden, wenn die eigene familie nicht hinter einem steht. Aber eigentlich bin ich das ja gewöhnt oder sollte es zumindest sein. Aber wie sagte da Jemand so passend: Same Shit Different Day
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Kommentare
ciWi8@hotmail.com schrieb am 2008-05-20 20:08:47:
Ich finde die Art, wie du die Dinge beschreibst, wirklich gut. Sehr anschaulich und nicht kompliziert zu lesen. Man kann dem Gedankenfluss ganz gut folgen, auch wenn du ja zeitliche Sprünge in der Geschichte hast. Aber mir wurde zum Ende hin nicht ganz klar, wo die Hauptperson denn nun war, das hätte mich interessiert.
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