Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Mysterie > Unheimliches

Chainsaw - Forest (1/5)

von Marc Pascal Spieß

1

Womöglich hätte ich mich nicht erschrocken, wenn ich vorher Bescheid gewusst hätte, doch wer wusste hier überhaupt Bescheid? Zwar waren nachher alle erleichtert, doch ihren Herzschlag konnte so laut hören, dass er meinen übertönte. Ich glaube ich hatte tierische Panik in diesem Moment, vielleicht war es auch nur Angst oder ein kurzes Stechen, dass mir bewusst machte, dass mein Leben in Gefahr war? Wie fühlt man sich, wenn man in Not ist und nicht mehr weiter weiß? Wenn man glaubt, es gäbe keinen Ausweg und niemand ist in deiner Nähe? Was würdest Du tun?

Wir hatten diese Idee bereits seit Wochen und es klingt mitunter vielleicht etwas langweilig, wenn Ihr erfahrt, dass es sich nur um eine simple Nacht Zelten handelte, aber irgendwie war mir bereits vorher klar, dass Markus, der Freund meiner Freundin etwas geplant hatte. Ich warnte ihn zwar bereits vorher vor, nichts zutun, aber darauf konnte ich nicht gehen, also hielt ich mich nahe bei meiner besten Freundin Katharina auf. Anna und Pad, auch ein Paar, waren beides Freunde von mir und auch mit im Boot sowie eben Markus, der Freund von Katharina. Es war so geplant, dass wir das Zelt aufbauen und uns unser Essen selbst besorgen. Klingt eher unspannend, da aber ein See in der Nähe war und Markus einige alte Angeln mitgenommen hatte, konnte es doch unverhofft lustig werden. Das wurde es nicht...

Als Markus nach zehn Minuten einen Fisch an der Angel hatte, lachten glaube ich in dem Moment noch alle. Er hatte einen winzigen Fisch am Haken, der wohl nicht mal für ein Kind gereicht hätte und damit zogen wir ihn dann auch auf. Er warf seinen Haken erneut rein und wartete stillschweigend am Rand.

Inzwischen hatten wir Gefallen daran gefunden das Zelt innen einzurichten. Pad war unterwegs, nur etwas abseits, ein paar Stücke Holz holen, um später Feuer zu machen und den noch nicht gefangenen Fisch zu braten. Ab und an schaute ich kurz zu Markus, aber er hatte definitiv noch nichts gefangen. Wir stellten zwei Lampen rechts und links vor das Zelt, auch wenn es noch nicht annähernd dunkel wurde. Das Feuer baute Pad etwas später direkt vor unserem Zelt auf, woraufhin Anna ihm den Hinweis gab, dass man auch morgen gerne unverbrannt noch nach Hause wolle. Pad hatte verstanden und schob sein Holz etwas abseits. Einige Lacher schallerten durch den Wald und brachten uns schnell in gute Stimmung. Anna und Pad hatten bereits ein Bier intus und reichten die Weiteren an Katharina und Markus weiter, ich wollte lieber nüchternd bleiben. Markus hatte zum Glück zwei größere Fische gefangen und brachte diese nun zum Zelt. Eingewickelt sollten sie bald gut sein und hoffentlich auch essbar. Die Angel ließ er am Rand stehen und den Haken im Wasser, sollte nochmal ein Fisch anbeißen. Die Runde amüsierte sich prächtig und genoss diese Idee. Als die Nacht hereinbrach wurde es ruhig und Pad war der Erste, der schlief. Auch Markus lag im Zelt und war weggetreten, nur noch Katharina und Anna unterhielten sich leise mit mir. Doch leise konnte bald keiner mehr sein..

Ich hörte es einmal, später noch einmal. Ich hielt den Finger an den Mund und machte "psst", und auch die beiden Anderen hörten es. Zuerst hatte ich einen Schrei gehört, von sehr weit weg. Dann plötzlich ziemlich nah am Zelt ein Grummeln. Ich konnte es nicht besser beschreiben. Ich hätte gesagt, es klang nach einem Bär, aber Bären gab es definitiv nicht hier. Nochmal ertönte der Schrei eines Menschen, näherkommend. Ein Schatten zeichnete sich am Zelt ab, da wir die Lampen draußen noch nicht ausgepustet hatten. Es wurde dunkler im Zelt, die Lampen wurden durch etwas verdeckt. Ich fühlte mich grausam. Völlig eingeengt. Ich hätte es nicht gewagt das Zelt zu öffnen, als in dem Moment beide Lampen ausgepustet wurden. Ich schaute mich im Zelt um, alle fünf waren darin, erneut gab dieses Wesen ein Grummeln von sich, dann einen Keusch-Laut und verschwand wie es kam. Im selben Moment kam der Schrei einer Frau, wie ich nun erkannte näher. Es war nicht so, als würde sie auf unser Zelt zukommen, sondern eher hinter unserem Zelt kommend stur geradeaus zu laufen, da man ihre Schreie nun abseits vor dem Zelt hörte. Das Letzte, was ich hörte, war das Verstummen der Schreie, ein Wurgsen und Würgen, etwas fiel zu Boden, einige, widerliche Geräusche und dann ein Knacken. Wir lauschten noch lange in die Tiefen des Waldes, doch von dort an war absolute Stille. Wir schauten uns allesamt an, doch niemand wagte es, rauszugehen. Wir legten uns panisch zu Boden und machten die ganze Nacht kein Auge zu. Als der frühe Morgen anbrach, erzählten wir Markus und Pad, was wir gehört und gesehen hatten. Markus stürmte sofort zum Zelteingang, öffnete ihn und ein widerlicher Gestank drang zu uns hinein. Ich sah nicht sofort, was draußen vor sich ging, aber Markus übergab sich und das war kein gutes Zeichen. Er kam wenige Minuten später wieder rein und war weiß im Gesicht.

"Draußen....liegt...eine Frau...also...keine ganze Frau mehr, man hat sie....sie....mit meinem Angelerhaken an einen Baum gehängt, ihr fehlt.....fehlt....ein Bein und ein Arm...man hat...". Markus erbrach sich erneut nach draußen. "Man hat das Bein an den Arm gebunden und den Arm unten an.....das Bein". Er war fertig, das sah ich und ich bekam tierische Angst. Nur noch weg hier, dachte ich. "Man hat ihr Körperteile ausgerissen und an anderen Stellen erneut drangenäht oder gebunden, sie sieht fürchterlich aus..!". Wir saßen alle aufrecht im Zelt, niemand wollte dies sehen, doch es ließ sich nicht verhindern. Einen günstigeren Zeitpunkt hätten wir nicht finden können, da erneut das Grummeln neben uns auftauchte jemand keuchend und schnaufend abseits vom Zelt hantierte. Dummerweise stand der Zelteingang diesmal weit und breit offen...

1

Kommentare

Mythoswolf schrieb am 2006-09-09 11:20:11:
Moinmoin.

Ich glaube, nachher muss ich mir mein Wörterbuch suchen und Chainsaw übersetzten...
Also, deine Geschichte gefällt mir gut, besonders das Wort "Wurgsen" hat mich tief beeindruckt... das habe ich auch noch nie gehört, aber es trifft die Sache gut.
Das einzige, was ich jetzt zu bemängeln hätte (ich alter Besserwisser...) ist der letzte Absatz. Also, dass er sich bei dem Anblick, der sich ihm bietet, übergeben muss, ist ziemlich Lebensecht, aber ich kann mich nicht vorstellen, dass er sich das trotz allem so genau angesehen hat und es detailliert beschreiben kann... Aber das ist ja Sache des Autors ;)

Liebe Grüße
Svenja =)

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.