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Kategorien > Grusel > Monster

Dachboden

von MUSELMANN

1

"Gehe niemals darauf!" sagte mein Vater immer wieder zu mir.
"Auf dem Dachboden darfst du niemals rauf! Versprich es mir."

Damals verstand ich ihn nicht. Wie sollte ich ihn auch verstehen, mit gerade mal 7 Jahren?
Ich dachte es sei sowas ähnliches wie mit dem schwarzem Mann. Nur eine bekloppte Erfindung, um Kinder Angst zu machen (damit die ja nichts verbotenes tun.)
Ich dachte mir: "Na gut, vielleicht hat er oben was versteckt, was ich nicht sehen durfte." Waren es Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenke? Pornohefte, die er vor mir versteckte? Keine Ahnung. Ich durfte einfach nicht nach oben. Niemals! (Ach menno!!)
Um meinen Vater zu beruhigen, sagte ich einfach nur: "Ja, versprochen.", mehr oder weniger freiwillig.

Irgendwie unfair, dass andere Leute, die er zwichendurch mitbrachte, immer auf dem Dachboden durften. Es waren stehts ältere Leute, die er abends mitbrachte, diese bei kaffe und Kuchen vollquatschte und sie dann anschließend nach oben führte.
Das merkwürdige war allerdings, dass diese Leute nie wieder runter kamen. Es kam, nach etwa einer halben Stunde glaube ich, nur mein Vater zurück.
Der Polizei erzählte er immer die Gleiche Standartflauske: Von "Hab sie seit gestern nicht mehr gesehen" bis hin zu "Habe seit gestern nichts mehr von ihm (oder sie) gehört" war alles dabei. Da die Polizei nichts fand, konnte mein Pappie auch nicht verhaftet werden. Warum auch? Er hat den Leuten doch nie was getan, jedenfalls habe ich weder was gehört geschweige denn gesehen. Nach diesen Vorfällen wollte ich erst recht hinauf. Oh Mann, wie ich neugierig war!

Dann aber kam der Tag, wo ich mein Versprechen brach. Es war ein Tag, wo mein Vater mal wieder lange arbeiten musste.
Der arme Kerl hatte es als Verkäufer auch nicht immer leicht gehabt (und als damals Mama an Krebs starb erst recht nicht.) Wollte immer für mich da sein, hatte aber nie Zeit dazu, da er ja rund um die Uhr arbeiten musste.
Damals brach ich nicht mein Versprechen, weil ich etwa sauer auf ihn war, (Um Gottes Willen, warum sollte ich? Er konnte sich ja nicht zweiteilen.) nein, ich tat es, weil ich die Chance sah, endlich was verbotenes machen zu dürfen, ohne deswegen hinterher Ärger zu bekommen
(Sie kennen das ja: Was eigentlich verboten ist, will man dann erst recht "ausprobieren").

Ich ging also die Treppe rauf, die zum Dachboden führte öffnete ohne Probleme die Tür, welche unangenehm knarrte und trat ein.
Ich sah erst nichts weltbewegenes: Nur Spinnenweben, verstaubte Regale und Kisten, alte Bilder, die langweilige Landschaften zeigten, mein altes Schaukelfert, welches ich seit meinem vierten Lebensjahr nicht benutzte, alte Koffer und dann noch...

...einen Affen in Form einer Bauchrednerpuppe.

Wusste nicht, dass wir sowas besaßen. Neugierig wie ich war ging ich auf die Puppe zu.
Ich sah, dass sie schon sehr alt und halb zerfetzt war. Ein Knopfauge fehlte und das Fell war grau statt braun.
Ich musste grinzen, denn die Puppe sah schon irgendwie komisch aus.
Plötzlich öffnete sich auf einmal wie aus geisterhand sein Mund. Das eine Knopfauge leuchtete auf einmal gelb.
Ich sprang erschrocken zurück! Was ging denn jatzt ab? (Oh Mann, hätte ich doch blos auf meinen Pappa gehört! Verdammte Kacke!)
Die schauderhafte Affenpuppe richtete langsam auf, starte mich an und sprach in tiefer, sehr unheimlicher Stimme: "Nächstes Opfer! Danke!"
"Opfer?" fragte ich unglaubwürdig. "Was meinst du? Was soll das hier?"

"Dein Vater" begann die Puppe zu erzählen "hatte damals was schlimmes getann. Er hatte einen Autounfall verursacht. Obwohl er schuldig war, wurde dein Pappie freigesprochen, musste also nicht ins Gefängnis, obwohl er am Tot von Anna Weber schuld war.
Annas Vater war sehr unglücklich, da fand er eines Tages mich! Er packte mich in eine Kiste und stellte mich an euerem Haus ab. Als dein Vater die Kiste öffnete und mich sah, erklärte ich ihn alles: Er sollte mir entweder in ungleichmäßigen Abständen Opfer bringen oder aber ich würde sein Kind, also DICH, als Opfer nehmen! Er hattte bis heute seine Sache gut gemacht!"

"A...aber," stotterte ich "das heißt ja dann du darfst mir nichts tun, stimmts?" (Ich hatte total Schiss, wahrscheinlich habe ich mir sogar in die Hosen gemacht, aber wenigstens habe ich nicht geweint.)
Doch leider wurde ich eines besseren belehrt, denn der Affe erklärte mir: "Da du dich einfach so rauf geschlichen hast, gilst du sozusagen als Opfer!"
Irgendwie habe ich das schon befürchtet! Dann kam aus seinem Mund eine Art grüner Nebel immer näher auf mir zu. Dieser Nebel verwandelte sich in Klauen, in erschreckenden klauen, wie in Horrorfilmen!!
Oh Gott, ich hatte so Angst! Die Klauen kamen immer näher und näher! Ich war in der Falle! Jetzt war es aus!

Und jetzt? Tja, und jetzt... nur Dunkelheit um mich herum. Ich sehe rein gar nichts. Und im Moment fühle ich auch nichts. Irgendiwe merkwürdig, ich bin auch nicht wriklich traurig. Dabei sollte ich sofort losheulen, da ich Pappie so enttäuscht habe!
Naja, spielt jetzt auch keine Rolle mehr! Bin ja mal gespannt, was als nächstes auf mich zukommt. Werde ich ein helles Licht sehen, von dem so viele reden? Nun, ich werde es schon sehen.
Wissen Sie, schon eigenartig, dass immer noch so neugierig bin. Hoffentlich gibt es deswegen keinen Ärger mehr...

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Kommentare

Björn schrieb am 2011-09-28 23:04:49:
@ andji: Erstens ist es ein "ER" und keine "Sie" ^^
Zweitens: Das habe ich bewusst offen gelassen ;D
andji schrieb am 2009-03-05 18:02:11:
ist sie jetzt gestorben oder nicht???????
Julia B. schrieb am 2008-08-11 20:02:04:
echt gut und spannend
würde gern nochmal so eine geschichte lesen!!
suppiui :D
Sammy schrieb am 2008-04-25 19:30:47:
Witzig geschrieben ;] Das hat was...
luna schrieb am 2008-04-18 17:49:26:
spannend
Thomas H. schrieb am 2008-04-18 14:34:28:
Eine nette Kurzgeschichte. Echt gut geschrieben. hier und da vielleicht noch ein kleiner Fehrler, aber sonst echt super. Weiter so bitte..

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