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Kategorien > Fantasy > Visionäre Wahrheit

Dämonenbrut

von Lain

Es war noch früh am Morgen als die ersten Häuser einstürzten, beinahe lautlos fielen sie nieder zu Staub und Schutt. Die Bäume taten es ihnen gleich und die Splitter ihrer Stämme erschlugen die Tiere, so dass sie nicht einmal mehr schreien konnten, als sie sahen, was geschah, keine Warnung war mehr möglich. Feuer hüllte die Berge ein, schmolz schneebedeckte Kuppen und Gestein. Es färbte den Himmel rot und ließ ihn leuchten wie die Sonne, die sich nicht traute aufzugehen. So blieb es dunkel, als die Feuer erloschen, ihre Asche regnete zur Erde nieder und färbte sie so schwarz wie den Himmel.
Gegen Mittag kamen die Fluten und zerstörten das, was noch war, trieben über alles hinweg und verschluckten die Zerstörung. Es sah beinahe friedlich aus, wenn die Luft über dem dunklen Wasser nicht schwarz von Asche gewesen wäre. Kein Wind verursachte Wellen, kein Regen nährte den See, der glatt war wie ein Spiegel. Nichts regte sich auf seiner Oberfläche, nur dort, wo einst Süden gewesen sein müsste, trieb ein kleines Stück Holz und darauf saßen zwei Kinder mit schwarzem Haar voll Asche und Augen so dunkel wie das Meer. So zogen ihre zerlumpten Kleider enger um die kleinen Körper, obwohl es durchaus nicht kalt war. Ein Junge und ein Mädchen, sie hielten sich an der Hand und trieben auf der leichten Strömung dahin.
Bis zum Abend - oder ob es schon Morgen war - als die Sonne als dunkelvioletter Ball hinter einem Vorhang aus Asche aufging und mit ihren überaus kräftigen Strahlen in wenigen Stunden das Wasser von den Trümmern trocknete. Die Kinder, immer noch am Leben, nahmen sich wieder bei der Hand und wanderten über die zerstörte Welt. Der Boden war ganz glatt und grau, nur ein paar Fundamente verzeichneten Standorte ehemaliger Häuser, wie seltsame Pflanzen. Staunend betrachteten die Kinder die Zerstörung. Lange wanderten sie umher, und als die Sonne unterging und nur noch eisige Kälte zurückblieb, erstrahlten ihre Augen in einem dunklen Rot, das alles Licht auffing, schwarze Schwingen entfalteten sich über ihren Köpfen und leis sprachen sie: "Auf ein Neues". Dann flogen sie hoch hinauf, in das, was einst der Himmel war, auf der Suche nach neuem Leben.




(Mein erster Text, für Lanna, weil sie mir das Schreiben beigebracht hat)

Kommentare

steini_stoni@web.de schrieb:
hi Lain,

erst mal will ich sagen: Schön kurz *g

>Ein Junge und ein Mädchen, sie hielten sich an der Hand und trieben auf der leichten Strömung dahin.<- erst schreibst du, dass es keine Wellen gibt und dann aber auf einmal Strömung. Das versteh ich nicht ganz.

Aber ansonsten nicht schlecht, aber ich fasse noch mal zusammen, damit ich ja alles verstanden habe: Zwei Kinder, ein Junge und ein Mädchen zerstören die Welt und treiben dann auf einem Brett im See umher. Anschließend betrachten sie fröhlich ihr Werk. Grasse Idee, hast sie aber gut rübergebracht.
. schrieb:
Hallo,

ich fand es gut. Wenn es Dein erster Text war sogar sehr gut. Es ist süß gemacht, realistisch und man konnte dem Geschehen gut folgen. Mir sind keine nennenswerten grammatikalischen oder rechtschreiblichen Fehler aufgefallen und das fand ich sehr positiv.
Ich habe mich allerdings gefragt, ob die Sonne wirklich so leicht und so schnell das ganze Wasser trocknen konnte, zumal sie sich ja hinter einem Vorhang aus Asche hervorkämpfen musste.
Der Zusammenhang zwischen Titel und Inhalt war mir nicht hundertprozentig klar. Außer das ihre Augen rot leuchten ist mir nichts näheres aufgefallen.
Die Geschichte wirkt auf mich wie eine Art Märchen und ich denke sie passt beinahe besser in eine andere Rubrik, vielleicht Mysterie oder dergleichen.
Zusammenfassend denke ich, das Du ein großes Potential hast, was man auch an Deinen anderen Geschichten merkt. Die haben mir mehrheitlich auch sehr gut gefallen, ich bin nur nie dazu gekommen auch dort mal etwas dazu zu schreiben.
Mach weiter so, ich würde gern noch mehr von Dir lesen.

Liebe Grüße
Soleil
daratheis@web.de schrieb:
Huhu Lain,
da hab ich mir doch fest vorgenommen unter diese Geschichte, meine Geschichte, als allererste einen Kommentar drunter zu schreiben und dann bin ich zu langsam *heul...
Aber dafür werde ich die "Dämonenbrut" jetzt verteidigen (hab ich ja versprochen *g)

@Stoni: Wo Strömung ist, müssen nicht unbedingt Wellen sein. Ansonsten alles richtig verstanden *gg

@Soleil: "schwarze Schwingen entfalteten sich über ihren Köpfen" -> ist doch bissl mehr als nur rote Augen *g, daher auch der Titel, weil die beiden Kinder Dämonen sind... (das ist auch der Fantasy-Teil daran)

Also, Lain, ich hab natürlich nichts dran auszusetzen, ich liebe diese Geschichte und die beiden kleinen Dämönchen, die die Welt zerstören, die Leichtigkeit mit der sie es tun und den Frohsinn, mit dem sie aufbrechen um weitere Welten dem Untergang zu weihen...

Mehr kann ich dir dazu leider nicht sagen, Rechtschreibfehler sind keine drin, ebensowenig Grammatikfehler und in meinen Augen auch keine Logikfehler,
Ganz liebe Grüße, deine Lanna

PS.: Ich hoffe mir nimmt keiner übel, dass ich das Antworten der Kommentare jetzt ein wenig übernommen hab, aber ich weiß, dass Lain in nächster Zeit nur selten hier sein wird und ich hab auch ihre Erlaubnis...
ganser_ch@yahoo.de schrieb:
Hi,
super Geschichte, gefällt mir!
mfg Chris
Judith Voce schrieb:
Hallo Lain,

diese Geschichte hat mich nicht ganz überzeugt. Klar, Dein Textfluß ist fast so perfekt wie immer, an den Formulierungen ist wenig auszusetzen. Aber ... Du inszenierst hier das bombastische Zusammentreffen mehrerer Naturkatastrophen (Erdbeben, Brand, Überschwemmung) und erklärst hinterher, zwei Dämönchen hätten das gemacht. Gebieten diese Dämonen über alle Naturkräfte der Vernichtung, oder wie haben sie das gemacht? Dem wird wohl so sein; irgendwie werde ich nicht ganz grün damit, das Szenario wirkt "überpowert", aber das mag wohl meine persönliche Vorstellung sein.

Grüße, Judith
jstrueber@yahoo.de schrieb:
Dies ist mein erster Kommentar auf dem Board hier und es ist gleich eine Kritik. Tja, so macht man sich Freunde.
Aber ich muß mich Judith anschließen, ich fand die Geschichte auch nicht so toll. Mich hat irritiert, daß Du die Kinder so eingeführt hast, als litten sie unter einem Schock ("zogen ihre zerlumpten Kleider enger um die kleinen Körper, obwohl es durchaus nicht kalt war" - Kältegefühl trotz Wärme ist in der Regel ein Anzeichen für einen Schock), dann am Schluß aber behauptet hast, die beiden hätten den Untergang der Welt herbeigeführt und würden sich darüber freuen. Die beiden Bilder wiedersprechen sich. Entweder sie leiden unter einem Schock ob des Verlustes ihrer Welt oder sie freuen sich an ihrem Werk.
Ansonsten hat mir die Idee aber wohl gefallen.
Gruß, JBHawk
theoklein@web.de schrieb:
Eine recht kurze Story mit knapp formulierter Handlung (naja, Handlung ist übertrieben), aber mit fesselnder Schilderung der Katastrophe. Eine Story aus dem Atomzeitalter, die in die Achtziger des letzten Jahrhunderts passt: Apokalypse. Der Mensch zerstört sich selber, ist sein eigener Dämon. Egal auf welcher Welt, in welcher Zeit, der Mensch zerstört sich und die Umwelt. So gesehen passt die Short-Story. Gut geschrieben, mit einem zarten Hauch von Kitsch (die armen Kinderchen und so weiter).
s-i-p-s@t-online.de schrieb:
Hallo!!
Ich hab mir schon einige Geschichten hier durch gelsen und schreibe bald auch eine Geschichte!!
( handelt auch über Dämonen ) Deine Geschichte ist ein bischen schwer zu verstehen. Zum Beispiel, dass die Kinder ( Dämonen ) Hand in Hand gingen.
Sind Dämonen nicht eingentlich böse? Das passt doch irgendwie nicht, dass zwei kleine Kinder,glücklich, Hand in Hand vom Meer heraus kamen. Und warum eigentlich vom Meer??
Na ja.... vielleicht bin ich ja auch zu doof um das zu kapieren. Jedenfalls hoffe ich, dass du meine Geschichte lesen wirst. ( würde mich tierisch freuen ) Den Titel nenne ich:
The Mirror Of Illusion
( Der Spiegel der Illusion )
Bis dann, und mach weiter so!!!
Jeanne
engelchen_lain@web.de schrieb:
@Theo: Danke fürs Kommentar. Kitsch finde ich persönlich nicht so toll, ist mir bei der Story auber auch gar nicht aufgefallen. Aber stimmt schon, jetzt, wo ich drüber nachdenke. An die achtziger hab ich bei der Sache aber gar nicht gedacht... Naja, egal.
@Jeanne: Ich werd deine Geschichte lesen. Ich finde nicht, dass Dämonen untereinander ebenfalls feindlich gesinnt sein müssen, die beiden Kinder sind immerhin von der gleichen Rasse. Das Meer ist da, weil die Erde davon komplett überschwemmt wurde...
Alles liebe, Lain

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