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Kategorien > Krieg > Gefühle

Damals

von Lana Ahmetii

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Damals
Sie stehen da, zusammen vor dem Trümmerhaufen. Opa Rrahman hat seinen Enkel ganz fest bei der Hand.
Die Beschädigung ist immernoch nicht beseitigt. Niemand tut ja etwas dafür.`Es sieht alles noch genauso aus wie früher`.
Wie lange ist das wohl jetzt her?..Noch immer keine Ruhe. Die Familie sitzt vor dem Kamin, Strom gibt es in dieser kalten Zeit sehr selten.
Das Wasser im Brunnen ist zugefroren und die Hühner weigern sich Eier zu legen. Geld ist keines da.
Es bleibt nichts anderes übrig. DIe Kuh muss verkauft werden um etwas Nahrung für 9 Kinder und 3 erwachsene Personen zu bekommen.
Rahman und Ismail sehen sie an. Nicht einer Person ist ein Lächeln anzusehen.Mutter Valbone musste schon wieder ein Huhn schlachten um
ein wenig Nahrung vorzubereiten.Einen Arzt für den jüngsten und schwerkranken Sohn können sie sich nicht leisten.`Bitte lasse ihn nicht auch
dort hinkommen, wo die anderen zwei sind´.Sie sieht sich ein Foto von Rrahman und Ismail an. Voller Wut
schreit sie : Und daran seid nur ihr Serben schuld. Ihr Sohn nimmt sie bei sich. Er versucht sie zu beruhigen. Mami, shuj. Doch sie kann nicht.
Zu stark sind ihre Erinnerungen an diese Zeit.Endrit, der jüngste Sohn ist als Zwilligsbruder von Ismail geboren. Trotzdem waren diese sehr verschieden.
Während Ismail ruhig und brav war, wurde Endrit als `dreq i vogel`bezeichnet.Damals war alles noch anders. Doe neodem ältesten Söhne gingen arbeiten und die
Anderen halfen bei der Gartenarbeit, beim Kochen, beim Melken der Kuh oder beim Haushalt mit. Doch seit dem Krieg ist alles anders.
Rahman wurde älter und schwächer. Als die Serben eintrafen hatte er keine Chance mehr.Ihm wurde direkt in de Kopf geschossen.
Die Mutter muss bei diesem Gedanke stocken.Es ist ein finsterer und nebeliger Tag. Manchmal kommt es einem so vor als wären sie noch da..
Damals floh die Familie noch in den Wald. Sie hatten keine Wahl, sie mussten ihn zurücklassen. Er war viel zu alt um fliehen zu können. Die Mutter kann
sich genau an das Leiden und der Angst vieler Menschen erinnern.Viele Mädchen udn junge Frauen wurden misshandelt und geschlagen. Schwangeren Frauen
wurde der Bauch aufgeschlitzt oder hineingestochen.Anderen wurde das Baby weggenommen. Und die Männer konnten nicht dagegen tun.Es war ein recht warmer Tag.
Alle waren beisammen und tranken etwas Qaj dabei.Da kam es in den Nachrichten : Krieg.Rrahman erinnert sich wie seine Kinder und Enkelkinder weinten.
Zum Abschied
reichten sie ihm Schlaftabletten, die er alle auf einmal hinunterschluckte. Er meinte: Ich werde in Ehren in meinem Haus sterben, niemand wird es mir je wegnehmen
können.
Dann krachte die Bombe ein..Mama, hunger.Valbone sieht ihre Tochter an.So knochig und zerbrechlig. Ihre Tochter hat hunger und Valbone kann nichts dagegen tun. Sie weiss noch
als sie damals Blätter aus dem Wald und Fetzen ihrer eigenen Kleidung benutzen musste um einen Pempas daraus zu formen.Ernähren mussten sie sich von freilaufenden Tieren wie Hunden
und irgendwelche Insekten. Die Zwillinge konnten keine Milch der Mutter mehr annehmen da sie selbst ausgehungert war und es somit nichts mehr gab. Rrahman nimmt Ismail
in den Arm. Opa, warum weint Mama so?`Weil sie dich vermisst mein Junge`. Aber warum, ich bin doch hier. Damals war Ismail 1 eindhalb Jahre alt als die Mutter mit ihm Beeren
pflücken war. Endrit blieb mit dem Rest der Familie in Sicherheit, doch Ismail wollte unbedingt mit der Mutter mitgehen und ihr helfen. Sie bemerkten nicht wie sich die
Serben näherten und so wurde Valbone von hinten gepackt und der Sohn geschlagen. Sie kann sich noch sehr genau daran erinnern wie sie um Gnade geschriehen hat. `Nehmen Sie
mich und lassen Sie den Sohn frei.`Da Ismail kleiner Körper nicht diesen Schlägen gewachsen war, viel er bewusstlos hin. Der Serbe holte einen Löffel raus und stack
zwei Mal in die Augen rein.Die Mutter musste alles mit ansehen.Danach schmissen sie diese auf die Erde und liessen sie neben ihrem toten Sohn liegen.
`wieso sieht Mama mich nicht an ?`Sie sieht dich nicht.`Wieso?` Weil du tot bist. `was ist tot?`
Rrahman sieht ihn an. Du und ich müssen fort von hier, wir gehören wo anders hin.`AbAber ich will bei Mama bleiben.`
Ismail fängt an zu weinen.Ich muss Mama helfen. Mama kommt auch bald. Ismail geht zu seiner Mutter, gibt ihr einen Kuss und sagt: Ich warte auf dich.



By I. A

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