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Kategorien > Drama > Liebe

Dann ist der Himmel nicht mehr

von sina franke

1

Leise, kaum spürbar fällt der Schnee in der dunklen Früh herab. Und kein Mensch ist da, der diesen Augenblick der Verblüffung und der Stille mit mir teilen kann. Ich bin alleine, es scheint fast- alleine auf der Welt. Doch höre ich die Vögel in ihren Nestern erwachen und fiepen.
Ein Atemberaubendes Gefühl, in dieser ruhigen und wie es scheint, niemals da gewesen Stille entlangzugehen, und im Schein jeder Laterne, den feinen weißen Schnee zu sehen. So wenig, dass es ohne Licht kaum möglich ist, genug um die feine, angenehme Nässe zu spüren. Und meine Gedanken schweifen von diesem unschuldigen Bild ab.
Hin zu dir.
Was würde ich dafür geben, wenn du diesen Moment der Unschuld mit mir erleben könntest. Noch ein einziges Mal der Liebe und Stille. Wenn du sehen könntest, wie ein bisschen Schnee ein Lächeln auf meine Lippen zaubert, dann aber jäh verschwindet, wenn der Gedanke zu dir zurückkehrt.
Du bist der Grund für dieses fehlende Lächeln, der Grund für endlose Tränen und staubtrockene Augen.
Freiheit, dieses Wort hallt in meinen Ohren wieder und beschlägt meine Sinne. Freiheit, was bedeutet dieses Wort? Was bedeutet dieses Wort für dich? Was willst du mir damit sagen? Du brauchst mehr Freiheit? Für was?
Und der Schnee holt mich zurück in meine Traumwelt, in die ich mich flüchte. Wie seit Tagen. Lasst mich einfach hier leben und niemals mehr wieder zurückkehren. Warum kann die Realität nicht so schön und heilig sein, wie dieser Moment in der einsamen Stille? Warum muss sie hart und ungerecht sein? Um wem wehzutun? Mir?
Nein, dafür bist du ja da. Dafür hat man dich ausgewählt. Hast du mich deswegen gefunden?
Ich wollte doch einfach nur glücklich sein. Mit dir.
Ich kann mich nicht an die Tage ohne dich erinnern. Da ist nichts, was ich vermissen würde. Nicht das geringste, weder meine Freiheit, noch die Unabhängigkeit. Doch ich glaube, dass ich gute Tage hatte, doch sie können nicht erfüllt gewesen sein, nicht gelebt worden sein, denn du warst noch nicht da.
Dann kamst du und ich hatte dich. Nichts fehlte mir. Das Glück war auf unserer Seite, begleitete uns auf unserem gemeinsamen Weg, doch ich merke, er führte ins Nichts. In endlose Leere, in die ich versinken werde. Ohne halt. Ohne dich.
Und jetzt soll das alles vorbei sein? Ist denn nichts hängen geblieben?
Auch der Schnee bleibt nicht liegen, verweht im Wind und schmilzt auf meiner Haut. Und ich verfluche ihn. Den Schnee und den tollen Moment. Die Abende ohne dich und die Tage mit dir. Ich verfluche alles, was vergänglich ist, und ersehne den Tod, denn er bleibt für immer. Und der Himmel; sind wir erst nicht mehr, wir die Erde einst zerstört sein, die Sonne den Himmel nicht mehr durch das Meer rosa, blau und rot färben, wird es trotzdem den Himmel geben. Für immer. Doch wird er farblos bleiben.
Dann ist der Himmel nicht mehr,
die Liebe ist nicht mehr.
Du bist nicht mehr.
Wir sind nicht mehr!
Der Schnee ist zu Regen geworden, hinweg ist die Idylle, hinfort. Was bleibt ist mein Weg, und die Dunkelheit lichtet sich langsam. Bricht auseinander, so wie wir es taten.
Du sagtest du bräuchtest ein wenig Abstand. Doch wenn du eines Morgens erwachst, wirst du merken wie unüberwindbar dieser Abstand nun geworden ist und wirst sehen, dass uns nichts mehr zusammen führt. Und dann hast du erreicht was du wolltest, und wovor ich immer angst hatte.
Ich wünschte du würdest sehen, spüren, wie sehr ich unter deiner Entscheidung leide. Ich weiß, du liebst mich noch immer, doch vergesse bitte nur für einen Moment deinen Stolz. Mach deine Augen zu und küss mich, und sage, dass es nicht vorbei ist, dass du doch geirrt hast. Sage, dass du zurückkehrst, bitte lüg mich an, sag dass du mich willst, auch wenn es nicht der Wahrheit entspricht. Ich brauche dich. Komm zurück.
Und wenn der Abend kommt, wünsche ich dir eine gute Nacht und hoffe, ich hoffe von ganzem Herzen, dass wir uns in unseren Träumen wieder sehen, und dort glücklich werden. Und bald merke ich, dass ich keinen Traum verfolgen kann, sondern möchte, dass unsere Wahrheit wieder traumhaft wird.
Doch das Leben ist nun mal nur ein Traum.
Und Träume gehen vorüber.

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Kommentare

nachtmahr schrieb am 2008-11-30 14:16:36:
guten tag!

also, muss mich entschuldigen, erst jetzt hier meine meinung kundzutun, aber ich bin nicht mehr wirklich aktiv im storyparadies, so wenig zeit, so viel zu tun... was aber nicht bedeutet ich wrde nichtsmehr schreiben.
nun zur sache: kann johannes nur zustimmen an den einzelnen pukten die er da aufgegriffen hat, wär aber müsig, da nochmal drauf einzugehen im einzelnen. man will ja nicht nur kritisieren.
allg find ich die geschichte sehr ansprechend, es hat was "stillstehendes", was sehr gut zum thema passt, v.a. in verbindung mit dem winter,(schnee, etc...).
eis. daran denk ich, dass hier jemand irgendwie im eis gefangen ist und nicht herauskommt, im übertragenen gemeint. man könnte da vllt. die wechselbeziehungen gefühle- umwelt ausbauen, der winter drausen und der winter im herzen um's pathetisch zu sagen; einfach mehr eis und schnee sozusagen einbauen.

das ende find ich auch sehr geschickt.
"Doch das Leben ist nun mal nur ein Traum.
Und Träume gehen vorüber. " sehr gut, allerdings der satz davor:
Und bald merke ich, dass ich keinen Traum verfolgen kann, sondern möchte, dass unsere Wahrheit wieder traumhaft wird." hmmm, denk ich erstmal. irgendwas stimmt da an dem bild nicht. vorschlag: statt den traum zu verfolgen und dann festzustellen, dass die wahrheit eher traumhaft sein solle, sollte er/sie doch lieber "aus dem traum aufwachen". müsste man dann den schluss umschreiben.
und dann aber die beiden letzten sätze irgendwie erhalten.
schwierig.

aber dennoch: das ganze ding, so wie's dasteht hat zwar seine fehler, aber auch seine großen stärken. und selsbt wenn: mir gefällt's ;)

grüße, weiterhin viel erfolg und inspration!
nachtmahr
Johannes schrieb am 2008-04-07 18:01:10:
An sich schön, mit vielen tollen Bildern und Ideen.
Aber irgendwie wirkt die Sprache teilweise sehr holprig, finde ich zumindest.
Am Anfang verwendest du "wie es scheint" und "es scheint" und "im Schein jeder Laterne"... vielleicht könntest du einen oder zwei Ausdrücke davon durch etwas anderes ersetzen.
"unschuldigen Bild" und "endlose Tränen und staubtrockene Augen" finde ich sehr gut. Gerade das zweite ist sehr verwirrend und bringt den Leser dazu, voll mitzudenken.

"Und der Schnee holt mich zurück in meine Traumwelt, in die ich mich flüchte. Wie seit Tagen."
vielleicht klingt: "Im Schnee kehre ich zurück in die Traumwelt, in die ich mich seit Tagen flüchte." glatter. Mir gefällt das "und" am Anfang nicht besonders gut. Und dieser Satzbrocken "Wie seit Tagen" verlangt nach mehr. Entweder so wie eben oder mit noch einem "schon" am Ende. Bin mir da nicht so ganz sicher wie es für dich klingen soll.
"Um wem wehzutun" würde ich auch anders formulieren. Vielleicht lässt sich das als "Wem will sie damit weh tun? Mir?" Das würde die Realität mehr personifizieren.
Das "Nein, (denn) dafür bist du ja da. Dafür hat man dich ausgewählt." Finde ich richtig gut. Erweckt den Eindruck als würden, verallgemeinert, wir alle irgendwem ausgeliefert sein, der unsere Leben nach seinem Willen beeinflusst. Echt gut.
"Ich verfluche ihn. Den Wind und den tollen Moment." Ich würde das Wort "toll" ersetzen, es klingt hier irgendwie zu aufregend. Es ist doch eher ein ruhiger, ein wenig melancholischer Moment.

"Die Abende ohne dich und die Tage mit dir. Ich verfluche alles, was vergänglich ist, und ersehne den Tod, denn er bleibt für immer. Und der Himmel; sind wir erst nicht mehr, wir die Erde einst zerstört sein, die Sonne den Himmel nicht mehr durch das Meer rosa, blau und rot färben, wird es trotzdem den Himmel geben. Für immer. Doch wird er farblos bleiben."
Diese Passage ist ne spitzen Idee. Ich würde nur ein bisschen etwas anders machen, damit es klarer wird:
"So wie der Himmel.": er bleibt wie der Tod für immer.
"die Sonne den Himmel nicht mehr durch das Meer rosa, blau und rot färben, wird es trotzdem einen Himmel geben." versteh ich irgendwie nicht so richtig. Färbt denn die Sonne den Himmel durch das Meer? Oder meinst du das alles eher poetisch? Dann solltest du das ein wenig mehr ausarbeiten.
Den Schluss finde ich sehr schön und gut gelungen.

Ich denke du weißt, dass meine Kritik positiv gemeint ist und ich dir damit helfen will. Manchmal, das geht mir auch andauernd so, schreibt man einen Satz und denk er ist gut gelungen. Irgendwer liest ihn dann und macht einen auf irgendetwas aufmerksam, das man selbst nicht wahrgenommen hat. Vielleicht ist es ja hier mit diesem Kommentar auch so. Wenn du meine Vorschläge scheiße findest, musst du sie ja nicht umsetzen, nur darüber nachdenken ;-)

Lg Jo
Denise Rüegg schrieb am 2008-03-07 20:14:38:
Wunderschön. Einfach nur wunderschön.
Mach weiter so!
Lg Denise

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