Das Abenteuer der kleinen Mion
von
Stern
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Happy Birthday Johannes =) 21. Januar 2007
Das Abenteuer der kleinen Mion
Es war einmal...
Ja, so fangen alle Märchen an. Aber dies hier ist ja eigentlich gar kein Märchen, sondern eine Abenteuergeschichte, nämlich die von der kleinen Mion.
Unsere Geschichte beginnt an einem schönen sonnigen Montagmorgen in einem Mathe-Heft, in dem die kleine Mion das Licht der Welt erblickte.
Die wirklich wahnsinnig glücklichen und stolzen Eltern der kleinen Mion, Papa Sechshunderttausend und Mama Vierhunderttausend, waren erfolgreich von ihrem Chefmathematiker und Schöpfer Johannes zusammengezählt worden und hatten somit die kleine Mion ergeben.
Mion führte anfangs ein glückliches, behütetes Leben zwischen all den anderen Ergebnis-Kindern und Additions-Eltern, aber dies sollte sich durch einen unvorhergesehenen Zufall bald ändern, denn eines schönen Tages passierte etwas mit der kleinen Mion...
Ja, eines schönen Tages. Dieser Tag hatte eigentlich ganz normal angefangen, als Johannes den Lebensraum von Mion und ihren Eltern aus seinem Rucksack geholt und aufgeschlagen hatte. Doch – das Heft war voll!
Johannes packte es also einfach wieder weg, und somit konnte Mion gar keinen sonnigen Tag an der frischen Luft genießen, sondern musste doch tatsächlich in der Dunkelheit und alle Zahlen schläfrig machenden Wärme von Johannes’ Rucksack bleiben!
Das passte unserer Mion aber gar nicht, denn sie war mittlerweile zehn Tage alt und somit ein Teenager geworden (und wir wissen ja alle, wie Teenager so sind...), also fing sie an, auf ihrer Seite herumzuzappeln und sich zu beschweren.
„Ich will raus hier! Johannes, lass mich raus!“, rief sie immer und immer wieder, doch Johannes war mit dem Unterricht beschäftigt und hörte Mion nicht, sodass sie wohl zu drastischeren Maßnahmen greifen musste.
Kurzerhand sammelte die kleine Mion alle Vieren die sie finden konnte zusammen und baute sich daraus eine Leiter, die sie mit Einsen verstärkte um daran hochzuklettern und sich gegen die fest zusammengepressten Seiten des Heftes zu stemmen und auszubrechen, denn sie fand es sehr ungerecht dass Johannes (der zwar ihr Chefmathematiker und Schöpfer war, aber auf den sie gerade echt sauer war) den sonnigen Tag alleine genießen durfte.
Als Mion der Ausbruch endlich geglückt war, kletterte sie mit ihrer Leiter aus Vieren und Einsen aus dem Rucksack und dann am Tischbein hoch, um die fremde Welt zu erkunden, in der sie sich noch nie hatte frei bewegen dürfen.
„Wahnsinn! Das ist ja alles noch viel spannender als aus dem Heft betrachtet...“, staunte Mion ehrfürchtig und wanderte auf dem Tisch herum, auf den sie geklettert war.
„Patsch!“, mit einem lauten Klatschen landete direkt neben Mion eine Hand auf dem Tisch, die sie nur knapp verfehlte. Im ersten Moment war Mion völlig geschockt, doch dann rannte sie so schnell, wie ihre Mion-Beinchen sie tragen konnten, völlig panisch auf das aufgeschlagene Heft neben sich zu und sprang mit einem wahrhaft todesmutigen Kopfsprung mitten auf die Seite.
Auf der Seite, die Mion nun betreten hatte, tummelten sich diverse Zahlen, die aber in einer ganz anderen Schrift gemacht worden waren und anscheinend einen anderen Chefmathematiker und Schöpfer als Johannes haben mussten.
Das fand die kleine Mion nun gleichermaßen spannend und gruselig, aber nach einer Weile, die sie verschüchtert in der Ecke der Seite zugebracht hatte, zog sie es vor, mal mit den anderen Zahlen zu sprechen und wagte sich langsam aber sicher wieder auf die Mitte der Seite.
„Hallo... Ich bin Mion...“, flüsterte sie schüchtern, doch keine andere Zahl schien sie beachten zu wollen. „Hallo? Hört ihr mich nicht?“, fragte Mion, nun etwas weniger schüchtern.
„Doch, aber wir wollen nichts mit dir zu tun haben!“, schimpfte eine grimmig dreischauende Siebenundneunzig.
Mion wurde sehr traurig und begann sich nach der Dunkelheit und Wärme in Johannes’ Rucksack zu sehnen.
„Aber ich will etwas mit ihr zu tun haben!“, ertönte plötzlich eine Stimme neben Mion. „Ich bin die alte Mijade. Hallo Mion!“
Die kleine Mion freute sich sehr darüber, dass doch jemand etwas von ihr wissen wollte und begrüßte Mijade freudig: „Hallo Mijade!“
„Wo kommst du her, Mion?“, wollte Mijade wissen, und die kleine Mion erzählte stolz von ihrem Chefmathematiker und Schöpfer Johannes und von ihren Eltern und dann auch noch, warum sie hergekommen war.
Mijade starrte die kleine Mion ehrfürchtig an und sagte dann: „Ich würde mich in meinem Alter nicht mehr trauen einfach wegzulaufen. Du bist echt mutig, Mion!“
Gerade als Mion antworten wollte, wurde ihr erneut nach dem Leben getrachtet!
Ein bedrohlicher großer Stift mit weißer Mine kam auf sie zu und eine laute Menschenstimme murrte: „Wo kommt denn diese Zahl her?“
„HILFE!!!“, schrie die kleine Mion, als der Killer-Stift immer näher an sie heranrückte.
“Lauf weg!“, brüllte Mijade und schubste die kleine Mion ein Stück weg vom Killer-Stift.
„Aber wir sind doch gerade erst Freunde geworden...“, jammerte die kleine Mion und wollte zu Mijade zurücklaufen, doch da stieß der Killer-Stift schon wieder zu, allerdings glücklicherweise knapp daneben.
„Ich besuche dich mal, Mion! Aber jetzt lauf weg! Schnell!“, rief Mijade und winkte der kleinen Mion nochmal zum Abschied.
„Tschüss, Mijade! Bis bald! Und bei uns gibt es keinen fiesen Killer-Stift, mein Chefmathematiker und Schöpfer Johannes wird dir nicht nach dem Leben trachten wenn du mich besuchst! Tschü-hüss!“, mit diesen Worten sprang die kleine Mion aus dem fremden Heft und kletterte an ihrer glücklicherweise noch stehenden Leiter aus Vieren und Einsen vom Tisch runter und wieder in den Rucksack von Johannes hinein.
„Puh, endlich wieder daheim...“, schnaufte Mion als sie in einem Heft angekommen war.
Aber dieses Heft erschien ihr irgendwie fremdartig, es hatte keine Kästchen, sondern Linien... Was sollte das denn jetzt?
„Hah, da biste wohl falsch abgebogen!“, lachte ein großes Sch und schubste die kleine Mion zu einem kleinen k weiter.
„Ja, falsch abgebogen!“, wiederholte das k und kickte die kleine Mion weiter zu einem H.
„Ach jetzt seid doch nicht so gemein zu der Mion!“, brummelte das H sanftmütig und half unserer kleinen Mion aus dem Heft herauszuklettern.
Ein e und ein w erklärten der kleinen Mion noch den Weg zum richtigen Heft und mit einem lauten, enthusiastischen „DANKE!!“, stieg Mion nun aufatmend in das richtige Heft und begrüßte fröhlich und ein bisschen erleichtert ihre Eltern und all die anderen von Chefmathematiker und Schöpfer Johannes gemachten Zahlen.
„Erzähl schon, Mion, was hast du erlebt?“, fragte eine neugierige Sechsunddreißig.
„Eine Menge!“, seufzte die kleine Mion glücklich und ging auf ihren Platz neben ihren Eltern.
„Das erzähle ich euch morgen früh, jetzt muss ich mich erst mal ausruhen, okay?“, fragte Mion und kuschelte sich an ihr Gleichheitszeichen-Kissen.
„Gute Nacht, Mijade... und gute Nacht Chefmathematiker und Schöpfer Johannes...“, flüsterte Mion und segelte sanft ins Reich
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Kommentare
Stern schrieb am 2007-11-13 17:17:19:
Dankeschön =)
Letaniel schrieb am 2007-10-05 13:37:24:
Hallo,
ich muss schonsagen, das ist echt lustige Geschichte. Es wäre eine super Idee für ein Kinderbuch. Gefällt mir.
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